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WuppertalPressemeldung – 22.09.2026

Opernhaus: Modernisierte Bühnentechnik besser vor Überflutung geschützt

Über fünf Jahre hat es nach dem Starkregen vom 14. auf den 15. Juli 2021 gedauert, denn gearbeitet werden konnte überwiegend nur in der vorstellungsfreien Zeit: Jetzt präsentiert sich die Bühnentechnik im Opernhaus nicht nur saniert, sondern auch modernisiert – und deutlich besser vor Überflutungen geschützt.

Oberbürgermeisterin Miriam Scherff lobt die Zusammenarbeit aller Beteiligten: „Bund, Land und Stadt, Verwaltung und Politik, Bürger und Planer, Techniker und Künstler – alle haben mit Geld, Einsatz und Verständnis füreinander ihren Beitrag geleistet, damit sich dieses kulturelle Herzstück der Stadt heute wieder stolz präsentieren kann.“

Kulturdezernent Dr. Hagen W. Lippe-Weißenfeld betont: „An dieser Stätte leisten Oper, Tanztheater und Schauspiel national und international gewürdigte künstlerische Arbeit. Da braucht es ein Gebäude, das dem nicht nur mit seinem äußeren Erscheinungsbild würdig ist, sondern auch alle technischen Möglichkeiten bietet, die benötigt werden.“

Haus ist besser für die Zukunft aufgestellt

Heide Koch, Geschäftsführerin der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH, sieht die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu anderen Opernhäusern jetzt wiederhergestellt: „Wir sind überglücklich, dass die Zeit des eingeschränkten Spielbetriebs nun endgültig vorbei und das Haus in vielen Bereichen für die Zukunft sehr gut aufgestellt ist.“

Mirja Montag, Betriebsleiterin des Gebäudemanagements der Stadt Wuppertal (GMW): „Selbst für unsere Fachleute war das keine Baustelle wie jede andere. Wann baut man schon mal einen Orchestergraben oder muss tonnenschwere Bühnenpodien komplett herausheben, um acht 1750 Kilogramm schwere Antriebe aus Kanada an ihren Standort zu hieven?“

Modernisierung noch vor der Flut vom Rat beschlossen

Noch zwei Monate vor der verhängnisvollen Nacht 2021 hatte der Rat Modernisierungsmaßnahmen für die Bühnentechnik des Opernhauses beschlossen. Dann kam das Wasser. Mehr als zwei Millionen Liter drangen über Türen und den Kanal in die denkmalgeschützte Oper ein und breiteten sich über Treppen im gesamten Untergeschoss aus. Unterbühne, Orchestergraben, Heizungs- und Lüftungszentrale, Dimmerraum, Instrumentenlager, Waffenlager, Umkleiden, Büros, das Kühllager und die Gästetoiletten des Bistros – alles wurde überflutet. Nur die Dimmeranlage und die Niederspannungshauptverteilung konnten gerettet werden. Alles andere wurde zerstört oder so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass es ausgetauscht werden musste.

Sicherheitstechnik wurde zuerst instandgesetzt

Unmittelbar nach der Flut wurden die betroffenen Bereiche von Wasser und Schlamm befreit, ausgeräumt, getrocknet, entkernt. Um so schnell wie möglich Vorstellungen stattfinden lassen zu können, war vor allem wichtig, dass die Sicherheitstechnik wieder funktionierte: die Brandmelde- und die Sprachalarmierungsanlage sowie der Antrieb für den Eisernen Vorhang, der im Brandfall Bühne und Zuschauerraum trennt. Die raumluft- und heizungstechnischen Anlagen wurden gereinigt und instandgesetzt. Im Dezember 2021 wurde dann der Bühnenbetrieb wieder aufgenommen – technisch stark eingeschränkt. 

Umfangreiche Erneuerungen und Verbesserungen

Später wurden nach und nach Orchesterpodien und Bühnenpodien erneuert, die nun dank moderner Antriebstechnik auf und ab gefahren werden und erstmals nicht nur zum Transport, sondern auch szenisch (als Teil einer Aufführung) eingesetzt werden können. Die Obermaschinerie wurde ebenfalls ertüchtigt. So wurden zum Beispiel die Handkonterzüge, mit deren Hilfe Bühnenbilder schnell hoch- und wieder heruntergefahren werden können, durch computergesteuerte maschinelle Züge ersetzt, die 500 Kilogramm, einige sogar 750 Kilogramm bewegen können (statt wie bisher nur 300 Kilogramm). Auch stehen jetzt zehn statt nur sechs Punktzuganlagen zur Verfügung. Für die neue Beschallungsanlage wurden 41 Lautsprecher installiert. Sie ermöglicht auch Menschen mit Hörbehinderung das bestmögliche Klangerlebnis. Und die Steuerpulte neben der Bühne haben jetzt einen Touchscreen und verfügen über deutlich mehr Funktionen als ihre Vorgänger. Als letzte Arbeiten wurden in diesem Jahr die Antriebe aus rostfreiem Edelstahl für die Orchesterpodien montiert und Stege zur Wartung der Maschinen auf dem Schnürboden über der Bühne hergestellt.

Denn die gesamte Steuerungstechnik, die sich vorher auf der Unterbühne befunden hatte, wanderte mindestens ein Stockwerk höher: Die großen Stahlschränke mit der Steuerungselektronik für die Bühnentechnik und die Tonanlage ruhen heute auf den Stahlstreben der Zwischenbühne; die Antriebe für den Eisernen Vorhang, die Hinterbühnentür und die Portalbrücke, die einen Teil des Bühnenportals bildet, befinden sich auf dem Schnürboden.

Druckdichte Türen und mobile Schotts eingebaut

Im Innenhof klappen jetzt ab einem bestimmten Wasserdruck automatisch Schotts auf. Die außenliegenden Treppen ins Untergeschoss werden künftig überdacht sein. Überall dort, wo es nicht möglich war, druckdichte Türen einzubauen, wurden Halterungen für mobile Schotts befestigt, die im Ernstfall händisch eingesetzt werden können. An einigen Fenstern wurden druckdichte Vorsatzscheiben montiert. Im Untergeschoss schützen rund ein Meter hohe Spundwände die Bühnenpodien. Die Überlegungen dazu, wie das Dach besser entwässert und was für die Regenwasserrückhaltung auf dem Gelände getan werden kann, laufen noch. Der für die Planungen erforderliche Überflutungsnachweis liegt mittlerweile vor.

Mit 11,8 Millionen Euro steht die Oper im Wiederaufbauplan der Stadt, der aufgestellt wurde, um die von Bund und Land bereitgestellten Fördermittel in Anspruch nehmen zu können. Dazu kommen rund 600.000 Euro für Modernisierungsmaßnahmen, von denen der Bund die Hälfte übernimmt. Aus städtischen Mitteln flossen zudem 1,25 Millionen Euro in die Umstellung der Beleuchtung auf energiesparende LED. Das Gerüst für die Montage der Leuchten füllte den gesamten Zuschauersaal.

Im Dezember kommt eine neue Hauptvorhang-Zuganlage

Nun wartet noch ein Weihnachtsgeschenk auf die Oper: Im Dezember wird die neue Hauptvorhang-Zuganlage eingebaut. Um den Proben- und Vorstellungsbetrieb so wenig wie möglich zu stören, werden die Arbeiten nachts stattfinden. Da es für die historische Scherenzuganlage aus den 1950er-Jahren keine Ersatzteile mehr gibt, ist die Modernisierung dringend erforderlich. Zur Deckung der Kosten von rund 200.000 Euro steuert der Bund die Hälfte bei.

Das von den Fluten verschonte Theater am Engelsgarten hat übrigens in der diesjährigen Spielzeitpause ebenfalls von den Sanierungsaktivitäten profitiert: Für 5000 Euro ließ das GMW aus seinen Bauunterhaltungsmitteln den Bühnenboden schleifen, bearbeiten und mit einem neuen schwarzen Anstrich versehen.

Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Foto: Stefanie vom Stein
  • Foto: Stefanie vom Stein
  • GMW
  • Stadt Wuppertal
  • Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

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