Seit zwei Jahrzehnten unterstützt die städtische Dienststelle Menschen bei Erkrankungen, Behinderungen oder sozialen Belastungen. Unter der Leitung von Jens Kaldasch und Christian Stein arbeitet das Team seit Anfang 2026 im Westflügel der ehemaligen Bundesbahndirektion. Von dort aus berät die Kontaktstelle Betroffene, begleitet Gruppengründungen und kooperiert eng mit Partnern wie den Krankenhäusern, der AOK Wuppertal und dem Sozialpsychiatrischen Zentrum.
Über 160 Selbsthilfegruppen in Wuppertal
Nach der Coronapandemie erlebte die Selbsthilfe einen starken Aufschwung. Mittlerweile gibt es in Wuppertal über 160 Selbsthilfegruppen zu mehr als 60 Themen, von A wie ADHS bis Z wie Zöliakie. Die Netzwerke haben sich als vierte Säule im Gesundheitssystem etabliert und bieten Betroffenen Halt, Wertschätzung sowie neue Kontakte. Neben Fragestellungen zu mentaler Gesundheit, Einsamkeit oder sexueller Diversität stieß Anfang des Jahres das Thema „verlassene Eltern“ auf enorme Resonanz, woraufhin direkt drei neue Gruppen entstanden. Auch Formate wie ein 2025 gegründeter Selbsthilfechor oder ein regelmäßiger Newsletter bereichern das Angebot, das von der Stadt und den Krankenkassen finanziell gefördert wird.
Selbsthilfegruppen als Vorbild
Annette Berg, Sozialdezernentin der Stadt Wuppertal, würdigt die Arbeit der Initiative: „In den vielen Jahren meiner bisherigen Tätigkeit bei verschiedenen Trägern und Einrichtungen habe ich ein bestimmtes Muster eindeutig erkennen können: Zwei der wichtigsten Bausteine für das Wachstum als Gesellschaft und das Lösen von Herausforderungen jeglicher Art sind die Gemeinschaft und der Zusammenhalt. Und genau hier bietet die Selbsthilfe ein hervorragendes Vorbild dafür, was für wundervolle Momente und hilfreiche Beziehungen entstehen können, wenn man gemeinsame Ziele verfolgt und Menschen mit herausragendem Engagement füreinander sorgen.“
Bundesweiter Selbsthilfetag am 16. September
Wie vielfältig das Engagement ist, zeigt sich auch bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten oder Vorträgen der einzelnen Gruppen. Wer die Akteure persönlich treffen möchte, ist am bundesweiten Selbsthilfetag am 16. September, von 14 bis 18 Uhr, in den Räumen der AOK Wuppertal an der Bundesallee 265 willkommen.