Neue archäologische Funde im Baustelleninfobüro
Die kleine archäologisch-historische Ausstellung zur Burg und Freiheit Elberfeld im Baustelleninfobüro konnte um mehrere Fundobjekte erweitert werden. Die Baustellen in der Elberfelder Innenstadt und damit auch die archäologischen Ausgrabungen sind in den letzten Monaten weiter vorangeschritten. Hierbei wurden zahlreiche weitere interessante Fundobjekte aus der reichen Geschichte Elberfelds entdeckt. Mehrere dieser Objekte sind nun im Baustelleninfobüro in der Schwanenstraße 33 zu besichtigen.
Im Mittelpunkt stehen vor allem Gefäßkeramiken vom Hochmittelalter (13. Jahrhundert) bis in die Moderne (19.–20. Jahrhundert).
Ergänzt werden diese Funde durch ein bearbeitetes Knochenobjekt, das vermutlich als Weberschiffchen diente, sowie durch eine Tonpfeife aus weißem Ton. Zusammen vermitteln die Objekte einen eindrucksvollen Einblick in das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner der Freiheit Elberfeld, jener Siedlung, die sich seit dem 13. Jahrhundert rund um die Burg entwickelte.
Zwei Fundobjekte, die ebenfalls für Elberfeld geplant waren fehlen allerdings noch. Hierbei handelt es sich um zwei Tonfiguren aus weißem Pfeifenton, auch „Kruseler-Püppchen“ genannt. Diese Tonfigurinen zeigen zumeist Heilige, oder andere sakrale Personen oder Symbole. Bei den beiden in Elberfeld gefundenen Tonfiguren handelt es sich um einen Engel mit Kreuzstab sowie einer sitzenden männlichen Figur mit Winkelmaß und Zirkel (ev. Apostel Thomas). Sie datieren in das späte Mittelalter (14.- 15. Jahrhundert).
Solche Heiligenfiguren wurden in großer Zahl in Köln im Formenguss hergestellt und vor allem an Pilger verkauft. Diese Heiligenfiguren spiegeln eine sehr volkstümliche Art von Spiritualität und Glauben wider und das in einer Zeit, in der die vorgegeben Lehrmeinung der Kirche langsam an Bedeutung verlor. Die beiden Elberfelder Figuren wurden vermutlich von Gläubigen mitgebracht, die von Elberfeld aus nach Köln gepilgert waren.
Gefunden wurde sie innerhalb der Grachten, also der Befestigungsgräben der Burg. Möglicherweise wurden die Heiligenfiguren hier entsorgt, als das Tal der Wupper im 16. Jh. von der Reformation erfasst wurde.
Die beiden Elberfelder Figuren sind noch nicht im Baustelleninfobüro zu sehen, da sie für die Sonderausstellung „Archäologie im Rheinland 2026“ im LVR-Landesmuseum in Bonn ausgewählt wurden. Dort werden sie für ein Jahr das kulturelle Erbe Elberfelds und der Region vertreten, bevor sie anschließend in Elberfeld ausgestellt werden