Die Forstabteilung der Stadt Wuppertal betreibt seit über 40 Jahren eine Greifvogelstation. Am Anfang der Station stand die Zucht und Wiederansiedlung von Wanderfalken. In den 70er Jahren war der Bestand der Wanderfalken durch Pestizide und Umweltgifte bis auf Restbestände dezimiert. Nur die Nachzucht und Prägung der Falken auf Brutplätze an Gebäuden konnte die Population retten.
Heute werden in der Station verunfallte oder erkrankte Tiere gesundgepflegt und wieder ausgewildert.
In unserem dicht besiedelten Raum sind Greifvögel und Eulen zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Hochspannungsleitungen beim Stromnetz und der Eisenbahn verursachen Stromschläge oder Verbrennungen. Busse, Bahn, LKW und Autoverkehr verursachen häufig Kollisionen mit Greifvögeln. Ästlinge werden von Hunden aufgenommen oder sie halten sich in der Stadt auf, wo es keine Äste gibt. Käuze fallen häufig in Lüftungsschächte oder Schornsteine. Glasfassaden sorgen durch Ihre Spiegelung für Verwirrung und Kollisionsschäden. Durch unsere Art zu leben verursachen wir zahlreiches Leid bei den Greifvögeln und Eulen. Dadurch entsteht eine Verpflichtung dieses Leid zu mindern.
Es gibt aber auch eine Verpflichtung aus ökologischen Gründen. Spitzenprädatoren wie Eulen und Greifvögel haben eine wichtige ökologische Funktion. Sie strukturieren Populationen und sind für die Gesunderhaltung des Systems erforderlich. So sind der Erhalt und das Monitoring von Greifvögeln und Eulen eine wichtige Aufgabe.
Diese Aufgaben können wir aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung und räumlicher Ausstattung leisten. Die äußerst wichtige veterinärmedizinische Betreuung wird von den fachlich qualifizierten Veterinärmedizinern vom Grünen Zoo Wuppertal (Öffnet in einem neuen Tab) geleistet. Es kann so auf speziell ausgebildete Tierärzte und technische Ausstattung zurückgegriffen werden., denn Wildtiere veterinärmedizinisch zu betreuen unterscheidet sich wesentlich von Haustieren.
Ziel der Behandlungen ist es, die Tiere wieder auszuwildern. Es werden keine Vögel für Schauzwecke gehalten. Die Tiere werden so betreut, dass eine Prägung auf den Menschen vermieden wird.
Bei Jungtieren wird, wenn es möglich ist nach „Ersatzeltern“ gesucht, die das Jungtier annehmen und das Überleben in der freien Wildbahn beibringen. Dies garantiert auch, dass diese Tiere später Ihren Jungtieren die Kompetenzen für das Überleben in der Natur beibringen können.