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WuppertalRathaus & Bürgerservice

Probleme mit Waschbären auf Privatgrundstücken

Derzeit sind im ganzen Stadtgebiet Waschbären unterwegs. Dies wird sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern, auch wenn in den Außengebieten (bejagbaren Flächen) intensiv gejagt wird.

Beschreibung

Beschreibung

Auf privaten Wohngrundstücken ist grundsätzlich der Eigentümer oder Mieter/Nutzungsberechtigte verantwortlich. 

Aus diesem Grund geben wir Hinweise bei Problemen mit Waschbären.

Wenngleich keine Fälle tollwütiger Waschbären uns bekannt sind, wird das Ansteckungsrisiko für auf den Menschen übertragbare Seuchen in Deutschland bislang als äußerst gering eingestuft. Wachbären können zwar auf Menschen den Waschbärspulwurm übertragen (Erkrankung: Baylisaskariose), jedoch nur bei intensivem Kontakt mit Tieren, wie dies z.B. auf Pelztierfarmen möglich ist.


Sicherheitshinweise

 Typische Stellen für Latrinen finden sich auf Dachböden, Holzstapeln, Flachdächern oder in der Gartenlaube, die die Waschbären genau wie ihre Schlafplätze gemeinsam und regelmäßig nutzen. Neben den standorttreuen Bärinnen und ihren Töchtern (Fähen Clan) leben auch die als Jungtier abwandernden Rüden später gesellig, meist zu zweit (sog. Koalitionen). Daher gilt:

  • Abstand halten: Waschbären sind keine Kuscheltiere. Bei Bedrohung können sie aggressiv reagieren.

  • Krankheiten: Waschbären können Krankheiten (z.B. Waschbärenspulwurm) übertragen. (Erkrankung: Baylisaskariose), jedoch nur bei intensivem Kontakt mit Tieren, wie dies z.B. auf Pelztierfarmen möglich ist.

  • Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten vor Verzehr auf mögliche Verunreinigungen zu kontrollieren und gut mit Wasser zu reinigen, wenn möglich zu erhitzen.

  • Kot und Nahrungsreste in der Restmülltonne zu entsorgen, betroffene Flächen möglichst mit hitzebasierten Verfahren wie z.B. siedendem Seifenwasser zu reinigen (Temperatur über 62 C). Tragen Sie dabei Mundschutz (FFP-Maske) und Einmalhandschuhe. Lassen Sie größere Latrinen von Fachpersonal beseitigen (Desinfektion, Abflammen mittels Gasbrenner).

  • Dennoch gilt allgemein, sich grundsätzlich gegenüber Wildtieren und ihren Hinterlassenschaften zurückhaltend zu verhalten (Aufsammeln von Kot- und Beuteresten nur mit Einmalhandschuhen und FFP2-Maske, kein Füttern, kein Provozieren von eingeschlossenen Tieren, usw.).

  • Haustiere: Kleintiere (Kaninchen, Meerschweinchen) sollten nachts in sicheren Ställen untergebracht werden.

Prävention: Wie halte ich Waschbären fern?

Das Ziel ist es, Ihr Grundstück unattraktiv für Waschbären zu machen:

  • Mülltonnen sichern: Nutzen Sie Mülltonnen mit fest verschließbaren Deckeln, befestigen Sie diese mit Spanngurten oder Steinen. (Waschbären öffnen diese und können auch dort schlafen)

  • Ernten Sie Obst und Gemüse direkt nach dem Abreifen und sammeln Sie Fallobst zeitnah ein.

  • Keine Essensreste: Entsorgen Sie keine Lebensmittel im offenen Kompost.

  • Futterquellen entfernen: Lassen Sie Hunde- oder Katzenfutter nicht über Nacht im Freien.

  • Zugänge (Waschbär-)sichern: Verschließen Sie Dachluken, Schornsteine und Lüftungsschlitze ­– Faustregel, Öffnungen dürfen nicht größer als drei Zentimeter sein (Durchmesser). So halten Sie zugleich auch Steinmarder ab.

  • Hängen Sie nur waschbärensichere Vogelkästen auf.

  • Füttern Sie Vögel nur an Stellen, zu denen Waschbären, Katzen und weitere Wildtiere keinen Zugang haben (z.B. Häuschen auf Ständer mit Manschettenschutz, hängendes Vogelhaus).

  • Waschbären klettern über Fallrohre oder Bäume auf Dächer. Daher ggf. Äste zurückschneiden um auf einen Mindestabstand von 1m zu kommen sowie 3m zu Dächern (Eigengewicht der Waschbären von Ø 5kg beachten).

  • Fallrohrschutz: Installieren Sie Manschetten (Blechmanschetten) an Regenfallrohren, um das Klettern zu verhindern.


Es gibt einige Möglichkeiten, um ihnen auf die Spur zu kommen.

  •  Stellen Sie Wildkameras auf (DSVGO beachten!)

  • Streuen Sie Mehl oder Sand aus und untersuchen Sie die Trittspuren.

  • Umwickeln Sie Baumstämme oder Fallrohre von Dachrinnen mit Klebeband (Klebeseite nach außen) und begutachten Sie die Abdrücke.

  • Kontrollieren Sie Dächer auf verschobene Ziegel. Suchen Sie nach mutmaßlichem Unterschlupf. Nahrungsreste wie Federn oder tote Mäuse deuten eher auf einen Marder hin. Waschbären dagegen halten ihre Schlafplätze sauber und legen Latrinen an. Latrinen sind feste Stellen, an denen regelmäßig Kot abgesetzt wird.

Was tun, wenn Waschbären bereits da sind?

  •  Geruch/Lärm/Licht: Waschbären mögen keine Störung. Helle, bewegungsgesteuerte Lichter oder Geruchsmittel (wie spezielle Vergrämungsmittel, Essig, Gewürze wie Chili und Cayennepfeffer, ätherische Düfte wie Lavendel- oder Pfefferminzöl, Zitrusfrüchte wie Orangen- und Zitronenduft) auf dem Dachboden können die Tiere vertreiben.

  • Alternativ können auch gesammelte Hundehaare, „Klosteine“ mit entsprechenden o.g. Düften oder Mottenkugeln helfen, Waschbären aus dem Garten fernzuhalten.

  • Ausgang finden: Finden Sie heraus, wo die Tiere einsteigen, und verschließen Sie den Eingang – aber erst, wenn sichergestellt ist, dass kein Tier mehr im Gebäude ist (besonders während   der Aufzuchtzeit von Februar bis August!).

 

Wenn alle diese Maßnahmen nicht zu Erfolg führen, könnte der Waschbär während der gesetzlichen Jagdzeiten bejagt werden.

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