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Wuppertal Platz am Kolk

Das Projekt

Vom Parkplatz zum Stadtplatz: Der neue „Platz am Kolk“

Vom Parkplatz zum Stadtplatz: Der neue „Platz am Kolk“

Nach einer intensiven Zeit des Experimentierens und Gestaltens ist eine temporäre Umgestaltung des Platz am Kolk gelungen. Der Platz am Kolk wurde im Rahmen des Bundesförderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ)" schrittweise von einem Parkplatz zu einem urbanen Aufenthaltsort umgestaltet. Entstanden ist ein autofreier Stadtplatz mit Hochbeeten, Sitz- und Stegelementen sowie einer kleinen Bühne.

Die Umgestaltung greift eine Planung auf, die bereits seit mehreren Jahren vorgesehen war, jedoch aufgrund zahlreicher paralleler Baumaßnahmen in der Elberfelder Innenstadt zurückgestellt werden musste. Mit dem Start des Projekts wurde das große Potenzial des Platzes als verbindendes Element deutlich:

Der Platz am Kolk fungiert heute als räumliches Scharnier zwischen der Kern-City, der Fußgängerzone und dem Quartier Hofaue mit seinen Kulturinstitutionen. In der Verlängerung entsteht eine Verbindung zur „Kulturinsel“ mit Multiplex-Kino und dem ehemaligen Schauspielhaus, dem künftigen Pina-Bausch-Zentrum.

Hintergrund und Projektentwicklung

Bereits im Rahmen der Qualitätsoffensive Innenstadt Elberfeld (2018) wurde eine Neugestaltung des Platzes beschlossen. Ziel war es, einen multifunktionalen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen. Das Vorhaben wurde 2019 in das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) Elberfeld aufgenommen.

Die parallele Erneuerung und der Ausbau der Fernwärmeversorgung in der Innenstadt – unter anderem erschwert durch archäologische Funde der frühmittelalterlichen Burg Elberfeld – führten jedoch zu Verzögerungen bei der Umsetzung der Städtebaufördermaßnahmen. Die umfassende Neugestaltung des Platzes wurde daher zunächst in die 2030er Jahre verschoben.

Gleichzeitig wurde die Bedeutung des Standortes immer wieder betont. 2021 beschloss die Bezirksvertretung, den Platz weitgehend autofrei zu halten und bis zur endgültigen Umgestaltung temporäre Nutzungen zu ermöglichen

Der Weg zur „Kolk-Island“: Ein Rückblick in vier Phasen

Die Umgestaltung war ein dynamischer Prozess, der von Beteiligung und Ausprobieren lebte:

  • Phase 1: Das Reallabor (Sommer 2023): Mit mobilen Bäumen, Palettenmöbeln und Rindenmulch wurde der Platz erstmals autofrei getestet. Die Resonanz war überwältigend: Über 90 % der Rückmeldungen bewerteten die neue Aufenthaltsqualität als „sehr gut“.
  • Phase 2: Markt-Experiment (Herbst 2023 – Frühjahr 2024): Der Platz diente als Ausweichquartier für den Elberfelder Wochenmarkt. Diese Phase lieferte wichtige Erkenntnisse über die logistischen Anforderungen und die Frequenzströme in diesem Bereich.
  • Phase 3: Sommer der Reallabore & Pop-Up-BUGA (2024): Neben der Pop Up BUGA belebten zahlreiche bürgerschaftliche Projekte – von Kunstperformances bis hin zum „Kulturgarten“ – die Fläche und festigten den Platz als festen Treffpunkt im Quartier.
  • Phase 4: Realisierung des „dauerhaften Provisoriums“ (2024/2025): Auf Basis der positiven Erfahrungen wurde eine hochwertige, holzbasierte Gestaltung entworfen, die nun bis zur finalen Umgestaltung Bestand hat. 

Das Ergebnis: Eine Landschaft aus Stegen und Vulkan-Inseln

Seit dem 30. November 2025 präsentiert sich der Platz am Kolk in seinem neuen Gewand. Das Konzept der Planungsbüros Die Urbanisten (Dortmund) und SOWATORINI Landschaft (Bochum/Berlin) setzt auf eine „Insel-Landschaft“:

  • Multifunktionale Stege: Die Konstruktionen aus heimischer europäischer Lärche dienen als Sitzgelegenheiten, Spielflächen für Kinder und bieten eine kleine Bühne für Kulturformate.
  • Grüne Oasen: Drei große Hochbeete („Vulkan-Inseln“) wurden mit hunderten Pflanzen und drei zusätzlichen Bäumen bestückt, um das Mikroklima vor Ort zu verbessern.
  • Nachhaltigkeit: Das Holz wurde bewusst naturbelassen (ohne Lacke), um ein späteres Recycling zu erleichtern. Das natürliche Ausgrauen ist Teil des ästhetischen Konzepts.
  • Kultur & Mobilität: Ein neuer Kulturinfokasten informiert über Veranstaltungen im Umfeld. Zudem wurden Fahrradbügel und markierte Stellflächen für E-Scooter integriert.

Fazit: Stadtentwicklung durch Ausprobieren

Das Projekt am Platz am Kolk zeigt, dass temporäre Maßnahmen ein kraftvolles Instrument sind, um Akzeptanz für Veränderungen zu schaffen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung hat aus einer grauen Parkfläche einen Ort der Begegnung gemacht, der die Verbindung zum künftigen Pina-Bausch-Zentrum und der Hofaue schon heute spürbar macht.

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