Begegnungsstätte Alte Synagoge

Die Begegnungsstätte Alte Synagoge erinnert seit 1994 an die jüdische Gemeinde Wuppertals. Hier stand bis 1938 die Elberfelder Synagoge. Heute sind nur noch Mauerreste zu sehen. Mit ihrer außergewöhnlichen Architektur ist die Begegnungsstätte ein besonderer städtebaulicher Akzent der Stadt.
Die Begegnungsstätte in Wuppertal ist eigens als Erinnerungsort geplant worden. Die Kölner Architekten Peter Busmann und Godfrid Haberer entwarfen gemeinsam mit dem polnischen Künstler Zbyszek Oksiuta auf dem Grundriss der alten Synagoge ein Gebäudeensemble von beeindruckender Schlichtheit, voller Licht und Größe. Mitten in der Großstadt kann man hier einen ungewöhnlichen Raum der Stille und des Nachdenkens erleben.
Die Begegnungsstätte wurde mit dem Auftrag errichtet, an die Geschichte, Kultur und Religion der Juden in Wuppertal und im Bergischen Land zu erinnern. Das geschieht durch ein vielfältiges Veranstaltungsangebot, durch Projekte mit Schulen, durch Stadtführungen, durch Gesprächsgruppen mit Erwachsenen und Senioren, durch Publikationen und durch Ausstellungen. Neben der Darstellung der nationalsozialistischen Verfolgung wird besonderer Wert auf die Geschichte der Juden vor 1933 gelegt: Juden waren nicht nur Opfer des Holocaust, sondern eine gesellschaftliche Minderheit, die aktiv um ihre Rechte kämpfte und die Aufnahme in die bürgerliche und gebildete Schicht der christlichen Nachbarn anstrebte. Auch die Zeit nach 1990 wird in den Blick genommen, um die Gegenwart jüdischen Lebens im Bergischen Land deutlich zu machen und zu erklären.
Eine Dauerausstellung zur jüdischen Geschichte in Stadt und Region ist im Frühjahr 2011 eröffnet worden. Die Schirmherrin dieses Projekts ist die frühere Oberbürgermeisterin und Ehrenbürgerin der Stadt Wuppertal, Ursula Kraus.
Getragen wird die Arbeit der Begegnungsstätte von einem Verein, dem über 20 Institutionen angehören, darunter die Kirchen und die Jüdische Kultusgemeinde Wuppertals. Ihm steht ein Förderverein zur Seite, dem auch Privatpersonen beitreten können. Das Gebäude ist Eigentum der Stadt Wuppertal, die die Arbeit des Trägervereins finanziell unterstützt.
Die Begegnungsstätte gibt einen Veranstaltungskalender heraus, der auf Wunsch zugeschickt wird. Außerdem verfügt sie über verschiedene Informationsmaterialien, über eine umfangreiche Bibliothek zur jüdischen und zur NS-Geschichte in Wuppertal und der Region und über eine große Sammlung an Kinder- und Jugendbüchern zum Nationalsozialismus. Verschiedene Klassensätze und Unterrichtsmaterialien können ausgeliehen werden.
Das Archiv der Begegnungsstätte enthält vor allem Dokumente zur jüdischen Geschichte und über einzelne Personen. Kontinuierlich wird an einer Sammlung mit jüdischen Biografien gearbeitet. Eine Übersicht aller jüdischen Grabstellen in Wuppertal und eine Liste mit allen Gedenkzeichen auf dem Stadtgebiet ist als Service auf der Internet-Seite der Gedenkstätten zu finden.
 

Gedenkstätten

Mehr Informationen zu den NS-Gedenkstätten in NRW gibt es

 

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag und Sonntag 14 bis 17 Uhr
Eintritt: frei
Tel. (0202)563-28 43
Fax: (0202)563-28 43

Genügsamkeitstraße (Zentrum Wuppertal-Elberfeld)
42105 Wuppertal

 

Stolpersteine

Wuppertal ermahnt und erinnert

"Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.