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Ressort Umweltschutz

Bodenfunktionskarte

Böden leisten weit mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Sie spielen eine Schlüsselrolle für Klimaanpassung, Klimaschutz und eine lebenswerte Stadt. Wuppertals Bodenfunktionskarte zeigt, wo diese Leistungen im Stadtgebiet erbracht werden und warum ihr Schutz für die Zukunft entscheidend ist.

Warum Böden für Wuppertal so wichtig sind

Schematische Darstellung eines Bodenprofils und der in der Bodenfunktionskarte betrachteten Bodenfunktionen. Gezeigt werden unter anderem die Speicherung von Kohlenstoff, die Fähigkeit des Bodens, Wasser aufzunehmen und durch Verdunstung wieder abzugeben, die Filter- und Pufferfunktion gegenüber Schadstoffen sowie seine Bedeutung als Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen.

Böden gehören zu den wichtigsten, aber am wenigsten sichtbaren Lebensgrundlagen. Sie entstehen über Jahrtausende und erfüllen viele Aufgaben gleichzeitig. Böden speichern und filtern Wasser, regulieren den Stoffhaushalt, binden Kohlenstoff und bilden die Grundlage für Pflanzenwachstum und Biodiversität. Sie sind Lebensraum für eine enorme Vielfalt an Organismen und wirken als natürlicher Puffer gegenüber Schadstoffen und Umwelteinflüssen.

Gleichzeitig reagieren Böden sehr empfindlich auf Veränderungen. Einmal versiegelt oder stark verändert, können ihre Funktionen oft nur schwer oder gar nicht wiederhergestellt werden. Vor dem Hintergrund des Klimawandels gewinnen Böden zusätzlich an Bedeutung, weil sie Hitze ausgleichen, Wasser zurückhalten und Extremereignisse abmildern können. Ihr Schutz ist daher eine zentrale Voraussetzung für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung.

Was ist eine Bodenfunktionskarte

Die Bodenfunktionskarte macht diese Leistungen sichtbar. Sie zeigt, welche natürlichen Funktionen Böden im Stadtgebiet erfüllen und wo diese besonders ausgeprägt sind. Grundlage sind bodenkundliche Daten, die digital ausgewertet und flächendeckend dargestellt werden. Die Ergebnisse werden in thematischen Kartenebenen zusammengefasst und mit einer einheitlichen Bewertungsskala aufbereitet, sodass sie in Planung, Verwaltung und Öffentlichkeit verständlich genutzt werden können. Eine verständliche Erläuterung der Karten und ihrer Inhalte finden Sie in der „Erläuterung der Karten im Geoportal“, die unten auf dieser Seite als Download zur Verfügung steht. Für vertiefende fachliche Informationen steht zudem der Abschlussbericht zur Bodenfunktionskarte bereit.

Die interaktive Karte zeigt die Gesamtbewertung der Bodenfunktionen für das gesamte Stadtgebiet. In dieser Darstellung werden die einzelnen Bodenfunktionen zu einer zusammenfassenden Bewertung kombiniert. Die Bewertung erfolgt auf einer fünfstufigen Skala von sehr gering bis sehr hoch. Je höher die Bewertung, desto vielfältiger und leistungsfähiger sind die Bodenfunktionen und desto schützenswerter ist der jeweilige Boden. Über die Kartenansicht können einzelne Flächen gezielt betrachtet werden. Über den Button „weitere Karteninhalte hinzufügen“ lassen sich zusätzlich weitere Bodenfunktionskarten einblenden, darunter Böden für das Klima, Böden für den Wasserhaushalt und Böden als Lebensraum. So können die unterschiedlichen Leistungen der Böden je nach Fragestellung einzeln oder in Kombination betrachtet werden.

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Kontinuierliche Fortschreibung der Bodenfunktionskarte

Die Bodenfunktionskarte wird in Wuppertal seit vielen Jahren regelmäßig aktualisiert. Denn Böden verändern sich, ebenso wie die Anforderungen an Stadtentwicklung, Umwelt- und Klimaschutz. Neue Daten, neue Nutzungen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse machen es notwendig, die Bewertung immer wieder zu überprüfen und fortzuschreiben.

Mit der Version 2025 setzt Wuppertal diese bewährte Praxis fort und erweitert sie inhaltlich deutlich. Erstmals werden die Klimafunktionen der Böden umfassend berücksichtigt. Damit zeigt die aktuelle Bodenfunktionskarte nicht nur, welche Böden besonders schützenswert sind, sondern auch, welche eine zentrale Rolle für Wasserrückhalt, Kühlung und Klimaschutz in der Stadt übernehmen. Eine detaillierte Beschreibung der Datengrundlagen und Bewertungsmethoden enthält der Abschlussbericht zur Bodenfunktionskarte, der unten als Download verfügbar ist.

Neue Schwerpunkte: Klima und Wasser

Erstmals stehen die Klimafunktionen der Böden im Mittelpunkt. Bewertet werden unter anderem:

  • Bodenkühlleistung
    Böden können durch Verdunstung die Umgebungstemperatur senken und Hitzeinseln in der Stadt abmildern.
  • Kohlenstoffspeicherung
    Humusreiche Böden binden langfristig Kohlenstoff und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz.
  • Wasserhaushalt und Wasserspeicher
    Tiefgründige Böden können große Wassermengen aufnehmen und bei Trockenheit langsam wieder abgeben.
  • Versickerung und Starkregenvorsorge
    Geeignete Böden helfen, Regenwasser vor Ort zu versickern und Überflutungen zu mindern.

Diese Funktionen sind entscheidend, um Wuppertal widerstandsfähiger gegenüber Hitzeperioden, Trockenphasen und Starkregen zu machen.

Neben den Klimafunktionen berücksichtigt die Bodenfunktionskarte auch:

  • natürliche Bodenfruchtbarkeit
  • Lebensraumfunktion für Pflanzen und Tiere
  • Filter und Puffer für Schadstoffe
  • Erosionsgefährdung
  • Archivfunktion der Natur und Kulturgeschichte, zum Beispiel historische Böden und Hohlwege

Zentrale Ergebnisse für Wuppertal

Darstellung der Bodenkühlleistung unter Berücksichtigung von Bodenverdichtung und Versiegelungsgrad. Die Bodenkühlleistung beschreibt die Fähigkeit des Bodens, durch Wasserspeicherung und Verdunstung zur Abkühlung der Umgebung beizutragen. Verdichtung und Versiegelung schränken diese Funktion ein, da Wasseraufnahme und Luftaustausch vermindert werden. Je dunkler die blaue Darstellung, desto höher ist die Kühlleistung des jeweiligen Bodens.

Die Fortschreibung der Bodenfunktionskarte zeigt, dass viele Böden in Wuppertal zentrale Leistungen für Klima, Wasserhaushalt und Naturhaushalt erbringen. Bezogen auf die bewertbaren Bodenflächen weisen rund 19 Prozent der Böden eine hohe bis sehr hohe Bodenkühlleistung auf. Etwa 21 Prozent besitzen eine hohe bis sehr hohe Kohlenstoffspeicherfunktion, vor allem in Wald- und Grünlandbereichen. Für den Wasserhaushalt sind insbesondere die Böden in Talräumen und im Norden der Stadt von Bedeutung, von denen rund 33 Prozent eine hohe bis sehr hohe Wasserspeicherfähigkeit aufweisen.

Ein Beispiel hierfür ist die rechts dargestellte Karte zur Bodenkühlleistung. Sie zeigt, wo Böden durch Wasserspeicherung und Verdunstung zur Abkühlung der Umgebung beitragen können und wie Bodenverdichtung und Versiegelung diese Funktion einschränken. Vergleichbare räumliche Muster zeigen sich auch bei anderen Bodenfunktionen wie der Wasserspeicherung, der Kohlenstoffbindung und der Lebensraumfunktion.

Versiegelte Siedlungs- und Verkehrsflächen, die rund 45 Prozent der Stadtfläche ausmachen, können diese natürlichen Bodenfunktionen nicht erfüllen und sind daher nicht Teil der Bewertung. Umso wichtiger ist es, die verbliebenen leistungsfähigen Böden gezielt zu schützen und die Ergebnisse der Bodenfunktionskarte frühzeitig in Planungs- und Abwägungsprozesse einzubeziehen.

Wie hilft die Bodenfunktionskarte

Die Bodenfunktionskarte ist eines der wichtigsten Instrumente des vorsorgenden Bodenschutzes in Wuppertal. Sie stellt fundierte Informationen zu den Leistungen der Böden bereit und schafft damit eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen in Planung, Verwaltung und Politik.

In der Stadtentwicklung unterstützt sie die Abwägung bei Bauvorhaben, indem sichtbar wird, wo besonders leistungsfähige und schützenswerte Böden liegen. Sie liefert wichtige Hinweise für die Klimaanpassung, zum Beispiel bei der Identifizierung geeigneter Flächen für Entsiegelung, Regenwasserversickerung oder Kühlung im Stadtraum. Darüber hinaus dient sie als fachliche Grundlage für Umweltberichte, Prüfungen und Fachgutachten.

Gleichzeitig trägt die Bodenfunktionskarte zu Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei, da zentrale Umweltinformationen öffentlich zugänglich gemacht werden. Sie unterstützt zudem die Umweltbildung, indem die vielfältigen Leistungen der Böden verständlich dargestellt werden und Zusammenhänge zwischen Boden, Klima, Wasser und Natur aufgezeigt werden.

Ergänzend zur Bodenfunktionskarte vermitteln Bildungsangebote, Schulmaterialien, Lehrgärten und Bodenerlebnispfade, wie Böden funktionieren und warum ihr Schutz wichtig ist. Weitere Informationen finden Sie auf der Themenseite „Bodenbewusstsein und Bodenbildung" (Öffnet in einem neuen Tab)

Themenkarten im Geoportal

Für die Öffentlichkeit werden vier leicht verständliche Karten bereitgestellt:

  1. Gesamtbewertung der Bodenfunktionen
  2. Klimafunktionen des Bodens
  3. Wasserbezogene Bodenfunktionen
  4. Lebensraumfunktionen der Böden

Diese Karten zeigen anschaulich, wo Böden besonders wichtig sind und warum ihr Schutz für alle relevant ist. Der folgende Link führt zum städtischen Geoportal. Dort ist zunächst die Gesamtbewertung der Bodenfunktionen voreingestellt. Über den Button „Karteninhalte hinzufügen“ können weitere Bodenfunktionskarten wie die Klimafunktionen des Bodens, die wasserbezogenen Bodenfunktionen und die Lebensraumfunktionen der Böden gezielt eingeblendet werden.

Link zum Geoportal - Gesamtbewertung der Bodenfunktionen (Öffnet in einem neuen Tab)

Darüber hinaus stehen der Verwaltung weitere detaillierte Fachkarten im internen Geoinformationssystem zur Verfügung.

Die vollständige Bandbreite aller Kartenebenen wird der Öffentlichkeit künftig auch über Offene Daten Wuppertal als Download bereitgestellt. Der entsprechende Link wird hier zeitnah ergänzt.

Fazit

Böden sind stille Klimaschützer und unverzichtbare Partner für eine klimaangepasste Stadt. Die Bodenfunktionskarten machen ihre Leistungen sichtbar und schaffen eine wichtige Grundlage, um Wuppertal nachhaltig, klimaresilient und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Böden vor Ort erleben
Neben der digitalen Darstellung laden die Bodenerlebnispfade in Wuppertal dazu ein, Böden direkt in der Landschaft kennenzulernen und ihre Funktionen praktisch zu entdecken.

Zu den Bodenerlebnispfaden in Wuppertal (Öffnet in einem neuen Tab).

Downloads

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Ingenieurbüro Feldwisch (Bergisch Gladbach), veränderte Darstellung
  • Florian Roth, KI-generiet
  • Ingenieurbüro Feldwisch (Bergisch Gladbach), veränderte Darstellung

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