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Engels2020

Friedrich Engels - Biografie

Hier finden Sie eine Biografie zu den wichtigsten Lebensstationen von Friedrich Engels.

Friedrich Engels wurde am 28.11.1820 als ältestes von neun Kindern des ambitionierten Textilunternehmers Friedrich Engels senior und seiner Ehefrau Elisabeth, geborene van Haar, in Barmen geboren. Das Elberfelder Gymnasium verließ er ein Jahr vor dem Abitur auf Wunsch des Vaters, um eine Kaufmannslehre im Kontor des sächsischen Konsuls Heinrich Leupold in Bremen anzutreten. Dort wurde er – beeindruckt von den liberalen Dichtern und Publizisten des „Jungen Deutschland“ – bereits als 19-Jähriger unter dem Pseudonym Friedrich Oswald mit den berühmten "Briefen aus dem Wupperthal" publizistisch aktiv, in denen er Elend und Bigotterie im Tal der Wupper kritisierte.


"In Elberfeld allein werden von 2500 schulpflichtigen Kindern 1200 dem Unterricht entzogen und wachsen in den Fabriken auf, bloß damit der Fabrikherr nicht einem Erwachsenen, dessen Stelle sie vertreten, das Doppelte des Lohnes zu geben nötig hat, das er einem Kinde gibt."

Friedrich Engels, Briefe aus dem Wupperthal


Seine Ausbildung in Bremen schloss er 1841 ab und absolvierte im gleichen Jahr den Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger bei der königlich-preußischen Garde-Artillerie in Berlin, besuchte dort als Gasthörer in der Universität Vorlesungen in Philosophie, orientalischen Sprachen sowie Finanzwesen und verkehrte in Berlin zudem in freisinnig-linkshegelianischen Kreisen. 1842 traf Engels in Köln zum ersten Mal Karl Marx, den die freie Presse gegen die preußische Zensur verteidigenden Chefredakteur der "Rheinischen Zeitung".

Engels Statue im Engelsgarten. Foto: Florian Schmitz

Um in das väterliche Geschäft in Engelskirchen einzutreten, wollte Friedrich Engels senior seinen Sohn die englischen Methoden näher bringen und führte ihn 1843 in das Geschäft der väterlichen Baumwollspinnerei in Manchester ein. In dieser Zeit schloss er Bekanntschaft mit dem irischen Fabrikmädchen Mary Burns, seine spätere Lebensgefährtin. Durch sie lernte er „Cottonopolis“ in Manchester kennen, eine Stadt voller sozialer Gegensätze mit unmenschlichen Wohn- und Arbeitsbedingungen für die Arbeiter der Textilfabriken. Auf dieser Grundlage verfasste er – wieder in Barmen – seine erste größere Untersuchung „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“, die als eine der ersten empirischen sozialpolitischen Studien größte Auswirkungen auf Denken und Werk von Marx hatte.


"In vielen Fällen wird die Familie durch das Arbeiten der Frau nicht ganz aufgelöst, sondern auf den Kopf gestellt: Die Frau ernährt die Familie, der Mann sitzt zu Hause, verwahrt die Kinder, kehrt die Stuben und kocht."

Friedrich Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England


Die Zusammenarbeit mit Marx, der inzwischen nach Paris emigriert war, intensivierte sich; sein besonderer Impuls war es, Marx die ökonomischen Theorien von Adam Smith und David Ricardo vorzustellen und gemeinsam mit diesem weiter zu entwickeln. Außerdem war er Autor der „Deutsch-Französischen Jahrbücher" von Marx und Arnold Ruge.

Das Engelshaus in Wuppertal. Foto: Gerd Neumann/ Stadt Wuppertal Medienzentrum

Bereits Anfang 1845 fanden in Elberfeld erste kommunistische Versammlungen statt, bei denen Engels zusammen mit Moses Hess eine Reihe von Vorträgen organisierte. 1846 zog er mit Marx nach Brüssel und reiste mit ihm nach London und Manchester. In London traten Engels und Marx 1847 dem „Bund der Gerechten“ bei, den sie gemeinsam zum „Bund der Kommunisten“ umwandelten. Für diese Vereinigung schrieben sie ein Jahr später das „Kommunistische Manifest".


"In demselben Maße, in dem die Widerwärtigkeit der Arbeit wächst, nimmt daher der Lohn ab."

Friedrich Engels und Karl Marx, Manifest der Kommunistischen Partei


Im Frühjahr 1849 nahm Engels an den Barrikadenkämpfen in Barmen und Elberfeld und anschließend am Badischen Aufstand teil. Nach der Niederlage floh er in die Schweiz und weiter nach England, wo er ab 1850 als Prokurist, später als Teilhaber im väterlichen Industrieunternehmen tätig war.

Friedrich Engels zusammen mit Karl Marx und den Marx´ Töchtern

Friedrich Engels unterstützte seinen Freund Karl Marx nicht nur finanziell, sondern war bei der Erstellung von dessen Publikationen aktiv tätig. Bei vielen Teilen des Marx-Engels-Gesamtwerks sind die Anteile beider Autoren nicht genau zu unterscheiden. So wurden die Bände 2 und 3 von Marx‘ Hauptwerk „Das Kapital“ von Engels aus Notizen posthum editiert. 1869 siedelte Engels, nachdem er seine Firmenanteile verkaufen konnte, zu Marx nach London über. Spätestens nach dessen Tod 1883 wurde er zur führenden geistigen Persönlichkeit des internationalen Sozialismus, auch und insbesondere der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Er starb am 5.8.1895 in seiner Londoner Wohnung. Seine Asche wurde auf seinen Wunsch dem Meer zwischen England und dem Kontinent übergeben.

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Bildnachweise

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