Vom 27. Juni bis 19. Juli 2025 zeigt die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ihre eindrucksvolle Wanderausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945“ im Lichthof des Rathauses Barmen in Wuppertal. Die Ausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses öffentlich und kostenfrei zugänglich.
Ein bislang recht wenig beachtetes Kapitel deutscher Geschichte ist die Verfolgung queerer Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus. Queere Menschen waren im Nationalsozialismus massiver Diskriminierung, Verfolgung und Gewalt ausgesetzt. Dennoch wurden sie lange Zeit im öffentlichen Gedenken kaum berücksichtigt. Erst am 27. Januar 2023, dem offiziellen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, standen sie erstmals im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung im Deutschen Bundestag.
Die Ausstellung „gefährdet leben“ knüpft an dieses erinnerungspolitische Signal an und macht das Schicksal queerer Menschen in der NS-Zeit für ein breites Publikum sichtbar und erfahrbar.
Im Zentrum der Ausstellung stehen die vielschichtigen Lebensrealitäten queerer Menschen in der Zeit von 1933 bis 1945. Gezeigt werden persönliche Biografien, Dokumente, Fotografien und Zeitzeugnisse – darunter auch bislang unveröffentlichtes Material. Es geht um: Die Zerstörung queerer Infrastrukturen wie Bars, Treffpunkte oder Vereine, die Ausgrenzung aus der sogenannten „Volksgemeinschaft“, die Verfolgung durch Polizei, Justiz und Gestapo – mit Haftstrafen, Internierung in Konzentrationslagern oder Zwangseinweisungen in Fürsorgeeinrichtungen, aber auch um Momente der Selbstbehauptung, Solidarität und des Überlebens in einem System, das Vielfalt nicht duldete.
Dabei endet die Geschichte nicht 1945: Die Ausstellung beleuchtet auch die fortgesetzte Diskriminierung in der Nachkriegszeit, die zähe Anerkennung als Opfergruppe und die Entwicklung queerer Lebenswelten und Freiheitsräume bis heute.
Die Ausstellung bietet sowohl einen historischen Überblick als auch die Möglichkeit zur vertieften Auseinandersetzung. Die Ausstellungstexte sind auf Deutsch verfasst, können aber per QR-Code auch auf Englisch abgerufen werden – und sind somit einem internationalen Publikum zugänglich.
Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld möchte mit „gefährdet leben“ nicht nur informieren, sondern auch zum Nachdenken und zum Gespräch anregen. Die Ausstellung macht deutlich: Queeres Leben war immer Teil unserer Geschichte – und bleibt es auch heute. Die Auseinandersetzung mit diesem Erbe ist ein zentraler Beitrag zur Demokratie, Menschenrechtsbildung und Vielfalt in unserer Gesellschaft.
Die Ausstellung findet vom 27. Juni bis 19. Juli 2025 im Rathaus Barmen statt. Öffnungszeiten: Mo–Mi 8–17 Uhr, Do 8–18 Uhr, Fr 8–15 Uhr
Alle Infos gibt es auf: www.gefaehrdetleben.de