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Wuppertal / Pressemeldung – 02.11.2009

mobiLES – renommierte Autoren lesen in Bussen und Bahnen

Zum 5. Mal setzen sich im November in sieben NRW-Städten wieder die mobiLES Busse und Bahnen in Bewegung. An Bord sind renommierte Autoren und literaturbegeisterte Passagiere - so auch in Wuppertal.

Zum ersten Mal ist Wuppertal dabei und wird nicht nur mit dem Kaiserwagen eine Reise in die Vergangenheit bieten, sondern auch mit den Geschichten der Autoren. Organisiert und initiiert wurde die Aktion vom Kultursekretariat NRW und dem Kulturbüro der Stadt.

 

In Mirko Bonnés Wie wir verschwinden begibt sich Raymond zurück in die 60er Jahre in ein französisches Dorf und in Thomas Klupps Paradiso landet Alex in seiner Heimat, der nördlichen Oberpfalz, in einer Kiesgrube. Für eine Fahrt dreht sich alles um Orte und Reisen, wenn auch mit ganz unterschiedlichen Zielen.

 

Das besondere Leseerlebnis stellt sich schnell ein, wenn vertraute Häuserfassaden in der Dämmerung vorbeigleiten und sich visuelle Eindrücke mit Figuren und Geschichten mischen.

 

Mirko Bonné: Wie wir verschwinden (2009)

 

Wie wir verschwinden erzählt eine große Geschichte der Erinnerung: Raymond, Witwer mit zwei so lebhaften wie eigensinnigen Töchtern, erhält nach Jahrzehnten des Schweigens einen Brief seines todkranken Jugendfreundes Maurice, der ihn in die gemeinsam erlebte Vergangenheit nach Villeblevin zurückversetzt, wo 1960 Albert Camus bei einem Autounfall ums Leben kam.

 

Ein französisches Dorf und ein historisches Ereignis werden für zwei Jugendfreunde zum symbolischen Angelpunkt, um die fünfzig zurückliegenden Jahre zu erinnern und ihre Schicksalhaftigkeit anzuerkennen. Wie wir verschwinden wird auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2009 geführt.

 

Nach dem Abitur jobbte Mirko Bonné unter anderem als Taxifahrer und Altenpfleger. Seit 1994 ist er als Lyriker, Romancier und Übersetzer von Gedichten tätig. Zu den von ihm übertragenen Autoren zählen Keats, Cummings, Creeley, Yeats und Ghérasim Luca. Mirko Bonnè lebt in Hamburg.

 

Thomas Klupp: Paradiso  (2009)

 

Eigentlich wollte Alex Böhm auf kürzestem Wege von Potsdam nach München reisen. Er fährt los und wird in die Heimat verschlagen, wo sich bodenlose Abgründe auftun. Bei einem Fest am Paradiso, einer Kiesgrube tief im Wald, kommen all diejenigen zusammen, die in seinem Leben eine Rolle gespielt haben, darunter der beste Freund und die Frau, die er liebt. Als er das Fest nach Sonnenaufgang verlässt, ist nichts mehr wie zuvor.

 

Das Debüt von Thomas Klupp ist ein bitterböser Roman über einen Charakter ohne moralisches Innen, über einen Blender im Hier und Jetzt. Anarchisch und mit tiefschwarzem Humor erzählt, lässt er den Leser atemlos und staunend zurück.

 

Geboren 1977 in Erlangen, arbeitete nach seinem Zivildienst als Kameraassistent beim Regionalsender Oberpfalz TV  in Amberg. Er studierte Kreatives Schreiben und Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim und  ist heute am dortigen Institut für deutsche Sprache und Literatur als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.

 

Thomas Klupp lebt in Berlin und Hildesheim, liebt - nach eigener Aussage - außer der Literatur vor allem die Schweiz, Filme und Fußball. 

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