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Wuppertal / Pressemeldung – 18.01.2011

9.770 Menschen fanden Weg zurück in Arbeit

Im letzten Jahr ihres Bestehens erreichte die ARGE Wuppertal 2010 mit 9.770 Abgängen in Erwerbstätigkeit eine neue Bestmarke. Damit wurde erneut das Vorjahresergebnis übertroffen, als 8.472 Bezieherinnen und Bezieher von Arbeitslosengeld II den Weg zurück in Arbeit fanden. Das Jobcenter, so heißt die ARGE seit dem 1. Januar offiziell, will diese erfolgreiche Arbeit fortsetzen.

Positiv entwickelte sich auch die Arbeitslosenzahl, die gegenüber dem Vorjahr um 433 auf 15.024 zurück ging. Dies ist der niedrigste Stand seit Gründung der ARGE im Jahr 2005.

Thomas Lenz, Geschäftsführer der ARGE-Nachfolgeeinrichtung Jobcenter, zeigt sich mit der Entwicklung zufrieden: „Der Arbeitsmarkt hat sich in Wuppertal in der Krise als relativ stabil erwiesen. Darüber hinaus haben wir in den letzten Jahren verstärkt in hochwertige Qualifizierungsmaßnahmen investiert, um den sich abzeichnenden Fachkräftebedarf zu begegnen. Allein im letzten Jahr haben wir über 1.000 Fortbildungen und Umschulungen finanziert, das sind fast doppelt so viele wie 2009“. Die Vermittlungsquoten bei einzelnen Maßnahmen wie die Qualifizierung zum Visualisierer im Planungsbereich oder zum Baumaschinenführer liegen bei über 90 Prozent.

Insgesamt war das Maßnahmeangebot der ARGE auch 2010 sehr breit aufgestellt. Das Angebot reichte von Schuldner- und Suchtberatung, beruflicher Orientierung, über Ausbildung bis hin zu mehrjährigen Umschulungen. Wie schon 2009 lag die Zahl der Maßnahmeteilnehmer bei über 20.000.

Bei allen positiven Zahlen dürfe man sich aber einem differenzierten Blick auf die Realität nicht verweigern, so Thomas Lenz: „Neben den Abgängen in Arbeit sind die Zahl der Bedarfsgemeinschaften und der Hilfeempfänger die statistischen Größen, die am ehesten die Realität abbilden“. So stieg 2010 die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um 2,3 Prozent auf 24.048, und auch die Zahl der Hilfebedürftigen nahm leicht auf 45.473 zu.
„Wir haben zwar weniger Arbeitslose, aber immer mehr Menschen, die arbeiten und dennoch auf ergänzende Leistungen angewiesen sind“, weist Thomas Lenz auf die zunehmende Zahl von „Aufstockern“ hin. Waren im Januar 2007 noch 5.374 Hilfeempfänger erwerbstätig, so waren dies im August 2010 bereits 7.943 (oder 22,7 Prozent aller erwerbsfähigen Hilfeempfänger). Davon waren 730 Selbständige.

Einig sind sich Geschäftsführung und die Vertreter der Träger des Jobcenters, dass sich die neue gemeinsame Einrichtung arbeitsmarktpolitisch in der Kontinuität zur ARGE sieht. Allerdings sind die finanziellen Rahmenbedingungen 2011 deutlich ungünstiger als im Vorjahr. So sinkt das Integrationsbudget um fast 10 Mio. Euro auf 34,5 Mio. Euro. Vor diesem Hintergrund ist es für Martin Klebe, Arbeitsagenturchef und Vorsitzender der Trägerversammlung, wichtig, dass angesichts der Herausforderungen des Arbeitsmarktes im Segment der Weiterbildungen und Umschulungen nicht eingespart wird: „Ein qualifizierter Abschluss ist immer noch die beste Voraussetzung für eine dauerhafte Beschäftigung.“

Mit rund 1.000 Maßnahmeeintritten wird in diesem Bereich das Niveau des Vorjahres gehalten. Deutliche Einsparungen wird es im Bereich der Arbeitsgelegenheiten geben, wo die Ausgaben um rund sieben Mio. Euro auf 11 Mio. Euro zurückgefahren werden. Dennoch bleiben Arbeitsgelegenheiten auch 2011 ein wichtiges Instrument des Jobcenters. „70 Prozent der Kundinnen und Kunden sind als arbeitsmarktfern eingestuft, und für viele davon sind Arbeitsgelegenheiten ein wichtiger Schritt zu einem strukturierten und selbstbewussteren Leben“, betont Dr. Stefan Kühn, Sozialdezernent der Stadt Wuppertal.

Dabei wird das Jobcenter die bisherige Linie der ARGE beibehalten, dass Arbeitsgelegenheiten nicht zur Verdrängung von regulären Arbeitsplätzen führen, im Gegenteil: „Durch die Praxisnähe der Projekte wie der Nordbahntrasse und die Zusammenarbeit mit Firmen des ersten Arbeitsmarktes erhöhen sich die Vermittlungschancen der Teilnehmer“, hat Thomas Lenz beobachtet.

Einig sind sich Martin Klebe und Dr. Stefan Kühn, dass die im April anstehende Entscheidung um die Kommunalisierung des Jobcenters die Zusammenarbeit von Stadt und Arbeitsagentur im Jahr 2011 nicht beeinträchtigen soll. „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung für die arbeitsuchende Menschen und ihre Familien in Wuppertal, daher tragen beide Partner die Ausrichtung des Arbeitsmarktprogrammes mit“.

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