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Wuppertal / Pressemeldung – 16.10.2012

„Trampermotte“ befällt Kastanien: Meisen-Nistkästen helfen

Herbstzeit ist Kastanienzeit, beliebt besonders bei Kindern. Die Rosskastanie ist in Mitteleuropa sehr verbreitet. Sie schmückt auch in Wuppertal Parks und Gärten und säumt die Straßenränder. Leider mag noch jemand die Kastanie sehr – hat sie sogar „zum Fressen“ gern: die Kastanienminiermotte.
Doch gilt „Cameraria ohridella“ als Schädling, der den mächtigen Gewächsen auf Dauer nicht gut tut.

Den nur fünf Millimeter großen Kleinschmetterling zu bekämpfen, ist bisher nicht möglich. Neun von zehn Kastanien in Wuppertal sind schon betroffen.

 

Und doch gibt es Möglichkeiten für jedermann, den Einfluss der Motte zumindest zu reduzieren: Nistkästen für ihren natürlichen Gegenspieler, die heimische Meise, aufzuhängen sowie Kastanienlaub nicht auf den Kompost, sondern in die Biotonne oder Plastiksäcke zu werfen.

 

Der Kreisverband Wuppertal der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, das städtische Ressort Grünflächen und Forsten und die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) starten daher einen Aufruf an alle Wuppertaler Bürger, ihr Kastanienlaub ausschließlich in Biotonne oder in Säcken (kostenlos) über die AWG zu entsorgen!

 

Die Kastanienminiermotte (Cameraria ohridella) ist erstmals 1984 in Mazedonien nachgewiesen worden. Mit dem Fern- und Güterverkehr hat sie sich Jahr für Jahr weiter verbreitet, was ihr den Spitznamen „Trampermotte“ eingebracht hat. Sie wurde 1989 zunächst verstärkt in Österreich nachgewiesen, und seit etwa 2005 ist sie in ganz Deutschland verbreitet.

 

Die Falter legen hunderte Eier an der Oberseite des Blattes ab, aus denen sich im Mai und Juni die Jungraupen entwickeln. Stillen diese dann ihren Hunger, welken die Blätter und färben sich bereits im Sommer braun. Die Bäume sterben nicht ab, werden auf längere Sicht allerdings schwächer, so dass sie sich nicht mehr gegen Belastungen wie Pilzbefall oder Umwelteinflüsse wehren können.

Mit 70 Grad gegen Mottenpuppen

Tatsächlich bekämpft werden kann die Kastanienminiermotte nicht. Den befallenen Bäumen hilft es jedoch bereits, wenn im Herbst das Laub nicht nur eingesammelt, sondern auch entsorgt wird. Dasjenige der städtischen Straßenbäume wird von der AWG professionell behandelt. Der Grünabfall wird bei über 70 Grad in der Kompostierungsanlage erhitzt, was die im gefallenen Laub überwinternden Puppen unschädlich macht. Diese Methode entfernt zwar den Schädling auch nicht komplett, senkt aber die Anfälligkeit der Bäume.

 

Die Wuppertaler Bürger können ebenfalls mithelfen, ihre Kastanien zu entlasten, wenn sie das Laub dieser Bäume nicht auf ihrem Komposthaufen, sondern in der Biotonne entsorgen. Der hauseigene Kompost kann nicht die hohen Temperaturen erreichen, die notwendig sind, so dass die Puppen der Motte überleben können. Sie gelangen wieder in den natürlichen Kreislauf und entwickeln sich zu einer der nächsten „Mottengenerationen“. Wird jedoch auch der private Abfall aus der Biotonne von der AWG professionell kompostiert, kann der Nachwuchs des Kleinschmetterlings keinen Schaden mehr anrichten.

 

Keine Biotonne zu besitzen, ist auch kein Problem: Einfach das Laub in Plastiksäcke füllen – Achtung: Möglichst keine Äste und Strauchwerk darin lassen! – und mit der AWG unter Telefon 4042 – 469 noch bis 23. November die kostenlose Abholung der gefüllten Säcke vereinbaren.

Meise als natürlicher Feind

Inzwischen hat der Schädling auch einen ersten natürlichen Gegenspieler: die heimische Meise. Sie hat hier einen reichlich „gedeckten Tisch“ für sich entdeckt. Der Vogel ist in der Lage, den Befall der Kastanien mit dem Schädling deutlich zu reduzieren. Daher kann es sinnvoll sein, den einen oder anderen Nistkasten für Meisen an den oder im Umfeld der Kastanien aufzuhängen.

 

Mit gutem Beispiel voran geht die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Claudia Schmidt vom Kreisverband Wuppertal bringt einen solchen Kasten am Donnerstag, 25. Oktober, um 13.30 Uhr an einer Kastanie im Stadthallengarten an.

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Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal
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