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Wuppertal / Pressemeldung – 19.11.2019

Gleiche Chancen für alle Kinder und Jugendliche

Ob die Teilnahme an Klassenfahrten oder das gemeinsame Mittagessen in der Schulkantine: Alle Kinder und Jugendliche sollen die Chance haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen – trotz eines kleinen Geldbeutels der Eltern. Das ist das Ziel des Bildungs- und Teilhabepakets (BUT).

Das Bildungs- und Teilhabepakets (BUT) wurde im Jahr 2011 von Bund und Ländern ins Leben gerufen. Damit noch mehr Menschen auf die Angebote aufmerksam werden, hat das Jobcenter Wuppertal eine Infobroschüre in leichter Sprache entwickelt. 

Oberbürgermeister Andreas Mucke ist sicher: „Aus Sicht der Kommune ist eine gute und nachhaltige Umsetzung des Bildungs-und Teilhabepakets ein wirksamer Schlüssel zur Armutsbekämpfung in Familien. Diesen Schlüssel kann aber nicht eine Institution allein bewegen; es braucht die Stadtgesellschaft. Die gute Netzwerkarbeit aller wichtigen Akteure im Bündnis gegen Armut und die gemeinsam erarbeiteten und getragenen Überlegungen und Maßnahmen zahlen auf dieses Ergebnis ein.“

Hinter dem des Bildungs- und Teilhabepaket steht ein einfacher Grundgedanke, den Sozialdezernent Dr. Stefan Kühn so zusammenfasst: „Das BUT sorgt ganz praktisch dafür, dass Kinder und Jugendliche eine funktionierende Gemeinschaft erfahren und spüren, dass sie in der Gesellschaft gewollt sind. Teilhabe erfahren heißt: selbstverständlich dabei sein. Es ist wichtig, dass Kinder, die am Vormittag miteinander in der Kita spielen, basteln, turnen, dort Neues erleben und Freundschaften schließen, in derselben Gruppe gemeinsam an einem großen Tisch das Mittagessen einnehmen und am Nachmittag zusammen mit dem Bollerwagen einen Ausflug machen. Bei den älteren Kindern und Jugendlichen ändern sich die Themen; das Dabeisein bleibt aber wichtig. Für den Zusammenhalt im Klassenverband ist es entscheidend, dass sich alle gemeinsam auf die Klassenfahrt freuen und mitfahren können; auch die Schülerinnen und Schüler, deren Eltern die Kosten allein nicht tragen könnten. Ich zitiere in diesem Zusammenhang Herbert Wehner, der aus meiner Sicht treffend formulierte: ‚Die gleichen Rechte müssen umgesetzt werden in gleiche Chancen. Jeder Mensch soll seine konkrete persönliche Chance haben.‘“

Guten Start in Leben ermöglichen

Thomas Lenz, Vorstandsvorsitzender des Jobcenters Wuppertal, weiß: „Die Familien, für die das BUT gedacht ist, fühlen sich nicht automatisch von dem Angebot angesprochen. Wie alle Eltern wollen sie das Beste für ihr Kind und ihm einen guten Start in Leben ermöglichen; der Weg dorthin ist aber nicht immer leicht. Deshalb darf sich unser staatlicher Auftrag nicht auf die reine Auszahlung des Geldes beschränken. Vielmehr müssen wir gemeinsam mit den anderen Akteuren – zum Beispiel aus Stadt, Kita, Schulen, Sportvereinen und Jugendarbeit – wirksame Wege finden, die Familien für das Thema zu gewinnen.“ Und Lenz ergänzt: „Wir haben von Anfang an darauf gesetzt, das Thema bei den Familien aktiv anzusprechen. Dabei haben wir die konventionellen Angebote mit auffälligen Aktivitäten verknüpft.“

Das auffälligste Mittel war vermutlich die pinkfarben beklebte BUT-Schwebebahn, die eine ganze Zeit lang durch Wuppertal schwebte. Neben der Einzelberatung, die in allen Geschäftsstellen des Wuppertaler Jobcenters angeboten wird, gibt es zudem folgende Angebote:

  • Regelmäßige Infoveranstaltungen für Fachkräfte aus Kita, Schule und Schulsozialarbeit
  • Infoveranstaltungen auf Stadtteilkonferenzen in den Quartieren
  • Infoveranstaltungen für Kollegen der Bezirkssozialdienste des Jugendamts
  • Erklärvideo auf der Website des Jobcenters zum Thema „Bildung und Teilhabe – was ist das?“
  • Beratungsangebot „Jobcenter vor Ort“: Fachkräfte sind in den Quartieren der Geschäftsstellen unterwegs und beraten dort, wo sich Menschen gern aufhalten. Ausgestattet mit Laptop und Informationsmaterialien können sie auf die Themen eingehen, die den Menschen wichtig sind. Erkennbar ist das „Jobcenter vor Ort“ an dem Symbol mit dem kleinen Bus.
  • BUT-Broschüre auch in Arabisch und Türkisch
  • Zum Jahresende erhalten alle Kunden des Jobcenters einen Infoflyer, mit dem sie gezielt auf die Möglichkeiten des BUT hingewiesen werden.

Der Ursprung des Bildungs- und Teilhabepakets liegt im Auftrag des Bundesverfassungsgerichts, den Bedarf für Kinder und Jugendliche im SGB II neu zu berechnen. Nach Auffassung des Gerichts fehlte den pauschalen Leistungssätzen der Aspekt der angemessenen Förderung gesellschaftlicher Teilhabe von Kindern und Jugendlichen.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal

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