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Wuppertal / Pressemeldung – 08.06.2020

Integriertes Klimaschutzkonzept vom Rat beschlossen

Fünf Klimaschutzmanager, ein Klima-Projekt im Grünen Zoo und viele einzelne Maßnahmen: Das sieht das „Klimaschutzkonzept mit integriertem Handlungsfeld Klimafolgenanpassung“ vor.

„Es ist fünf nach zwölf beim Klimawandel. Weltweit sind seine Folgen zu spüren. Auch hier in Wuppertal. Deshalb dürfen wir uns nicht auf den Erfolgen ausruhen, die wir nachweislich erreicht haben. Es geht darum, den Klimawandel zu verlangsamen und das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen. Spätestens 2035 soll Wuppertal daher klimaneutral sein. Das vorliegende Konzept ist dafür eine sehr gute Grundlage“, so Oberbürgermeister Andreas Mucke. Der Ratsbeschluss und ein Förderantrag im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative sind Voraussetzung für die Umsetzung des Klimamanagements und vieler damit verknüpfter Projekte. Am Mittwoch, 25. Juni, stimmte der Rat der Vorlage zu.

Straffer Zeitplan

Mit einem straffen Zeitplan von Februar 2019 bis Mai 2020, drei beratenden Büros und einer sehr umfangreichen Bürgerbeteiligung hatte die Koordinierungsstelle Klimaschutz das über 600 Seiten starke Konzept erarbeitet. Für das Konzept hat die Stadt eine Fülle von Informationen rund um das Thema Klimaschutz und Klimaanpassung zusammengetragen: So wurde eine Energie- und Treibhausgas-Bilanz und eine Potentialanalyse erstellt. In Form von Szenarien wird ermittelt, wie die Emissionen gemindert werden können.

In zwei großen Veranstaltungen mit Bürgern, in Fachworkshops zu den neun Handlungsfeldern, in Fachgesprächen, Telefon-Interviews und einer Online-Beteiligung wurde ein Maßnahmenkatalog erstellt. Begleitet wurde der Prozess von einem Beirat, die hier vertretenen Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben zum Teil kontrovers diskutiert und wichtigen Input geleistet. Mehr als 100 Projekte wurden in Maßnahmensteckbriefen beschrieben, welche als wesentliche Grundlage in den Förderantrag eingehen und für die Umsetzung bereitstehen. 

Fünf Manager zur Klimaverbesserung

Durch das integrierte Klimaschutzkonzept kann die Stadt erstmals ein Klimamanagement mit Unterstützung durch Fördermittel aus der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes beantragen. Die Stadt möchte vorbehaltlich der Bewilligung ab 2021 fünf Klimaschutzmanagerinnen bzw. -manager bei der Stadt beschäftigen, die sich dann intensiv um die Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimawandel-Anpassung kümmern. Für die kommenden drei Jahre werden die Klimaschutzmanager zu 90 Prozent mit Fördermitteln bezahlt. Die Stadt kosten die Klimaschützer dann über den Eigenanteil jährlich rund 39.000 Euro.

Mit dem aktuellen Konzept kann die Stadt zudem Fördermittel für eine ausgewählte größere Maßnahme beantragen. Diese kann zur Hälfte über die Nationale Klimaschutzinitiative finanziert werden. Zusammen mit dem Gebäudemanagement ist ein  Projekt für den Grünen Zoo Wuppertal ins Auge gefasst worden.

Bereits 37 Prozent CO2 eingespart

Oberbürgermeister Andreas Mucke: „Wir haben auch in der Vergangenheit eine Fülle ambitionierter Projekte zum Klimaschutz auf den Weg gebracht – mit dem Ergebnis, dass wir verglichen mit 1990 37 Prozent CO2 bis 2017 in Wuppertal eingespart haben. Das liegt über dem Bundesschnitt, ist aber bei weitem nicht ausreichend. Um in Wuppertal bis 2035 klimaneutral zu sein, muss weiter entschieden auf allen Feldern Klimaschutz betrieben werden. Mit dem integrierten Klimaschutzkonzept haben wir jetzt neue und aktuelle Möglichkeiten, den Klimaschutz mit Fördermitteln zu professionalisieren und fest zu verankern. Das ist eine große Chance und wichtig für die Zukunft der Stadt. Klimaschutz ist eine Querschnittsaufgabe der Stadtverwaltung und muss ähnlich wie die Nachhaltigkeit ganzheitlich und bei allem Verwaltungshandeln mitgedacht werden. Um auch die Bürger stärker für den Klimaschutz zu gewinnen, wird die Öffentlichkeitsarbeit deutlich ausgeweitet. Außerdem wird die Stadt einen Klima- und Nachhaltigkeitspreis ausloben.“

„Ich danke allen, die an dem Klimaschutzkonzept mitgearbeitet und es in dieser Zeit entscheidungsreif gemacht haben – vor allem den Bürgerinnen und Bürgern, die uns in den sehr gut besuchten Beteiligungsformaten unterstützt und viele Ideen beigetragen haben. Wir werden ein Klimaschutz-Controlling einführen und den politischen Gremien regelmäßig Bericht über die Umsetzung der Maßnahmen erstatten“, so Frank Meyer, Dezernent für Stadtentwicklung, Bauen, Verkehr und Umwelt.

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  • Stadt Wuppertal
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