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Wuppertal / Pressemeldung – 19.01.2021

Corona und Homeschooling: große Herausforderung

Auch Wuppertaler Schüler lernen wegen der Corona-Pandemie zuhause. Das "Homeschooling" erfolgreich anzubieten, stellt auch die Stadt vor große Herausforderungen. Nach einem bundesweit holprigen Start Ende der Weihnachtsferien läuft der Betrieb in Wuppertal jetzt in geregelten Bahnen.

  

„Homeschooling stellt alle Beteiligten vor ganz neue und sehr vielfältige Herausforderungen – soziale, pädagogische und eben auch technische. Um Homeschooling technisch erfolgreich abzuwickeln, kommen schlussendlich einige Anforderungen zusammen – hakt es an einer Stelle, kommt schnell alles ins Stocken“, erklärt Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. „Eine breitbandige Anbindung der Schulen, aber auch der Schüler ist die Grundvoraussetzung für digitalen Unterricht. Hinzu kommen die Ausstattung mit entsprechenden (mobilen) Endgeräten für die Lehrer, aber auch für die Schüler – unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Familie, mit denen dann die entsprechenden Lernplattformen in den Schulen genutzt werden können“, führt der Oberbürgermeister aus.

  

In Bezug auf breitbandige Anbindung der Schulen ist die Stadt sehr gut aufgestellt. „Hier haben wir früh die richtigen Weichen gestellt – das kommt uns jetzt zu Gute. Die Stadtverwaltung verfügt über ein eigenes Glasfasernetz, an das mittlerweile fast alle 95 Schulen auch angebunden sind. Hier wurden in den letzten Jahren im Rahmen des Förderprojektes „Gute Schule“ erhebliche Fortschritte gemacht. Die letzten städtischen Schulen sind bis Ende März angebunden“, so Stadtdirektor Dr. Slawig, in dessen Geschäftsbereich die IT-Betreuung der Schulen im November vergangenen Jahres übergegangen ist.

 

Keine weißen Flecken mehr

„Bei der Anbindung der Schülerinnen und Schüler gibt es natürlich erhebliche Unterschiede – wir haben in Wuppertal noch einige weiße und auch graue Flecken, wo die verfügbare Bandbreite noch dringend erweitert werden muss. Hier müssen und werden wir aktiv werden. Gerade an diesem Thema sehen wir, dass ein Internetanschluss mit ausreichender Bandbreite ein wesentlicher Bestandteil der gesellschaftlichen Teilhabe ist“, ergänzt Oberbürgermeister Schneidewind.

Aktuell startet das Projekt zur Schließung der weißen Flecken. Weitere Maßnahmen zur Schließung der grauen Flecken sollen folgen – hierzu ist auch geplant, die verfügbaren städtischen Ressourcen in Bezug auf Glasfasern und Leerrohre aktiv einzusetzen, um den Breitbandausbau zu beschleunigen. 

Die ersten Tage im Homeschooling Ende 2020 haben jedoch gezeigt, dass bei der Menge an gleichzeitigen Zugriffen durch viele Schüler die Serverkapazitäten in den Schulen teilweise zum Problem geworden sind. Die meisten Schulen verfügen über eigene Server, auf denen die Schulplattform iServ betrieben wird. 

 

Server aufgerüstet

„Wir dürfen nicht vergessen, dass die Systeme, die vor Jahren bereits angeschafft wurden, für die heutige Situation nie vorgesehen waren. Bei der Dimensionierung der Server ist man nie davon ausgegangen, dass sich alle Schüler gleichzeitig im Distanzunterricht aufhalten würden. Als die ersten Probleme im Dezember identifiziert wurden, haben wir sofort gehandelt.“, beschreibt Dr. Slawig die Problematik.

  

Für alle Server, die noch aufzurüsten waren, wurden sofort Prozessoren und Speicher bestellt. Dienstag werden die letzten Prozessoren getauscht. Bei den 14 am stärksten betroffenen Schulen waren die Systeme aber nicht so weit aufrüstbar, wie dies nötig gewesen wäre. Daher wurden aus Mitteln des Digitalpaktes neue Server bestellt, die jedoch auf Grund des Volumens und der aktuell gestörten Lieferketten mehrere Monate Lieferzeit haben. Es wurden daher in den Ferien Systeme als Notfallersatz installiert und zur Überbrückung bereitgestellt. Die letzten Server wurden am Tag nach Wiederbeginn des Unterrichts getauscht.  Diese Systeme können nicht dauerhaft als Server betrieben werden, sind aber leistungsstark genug, damit die Schulen arbeiten können. Insgesamt wurde Hardware für rund 250.000 Euro für die Notfallmaßnahmen bestellt.

  

Am ersten Tag nach den Ferien kam es trotzdem zu erneuten Ausfällen. Die meisten Schulserver liefen oder konnten zumindest zeitnah wieder in Gang gesetzt werden, jedoch kam es am Montag dann bundesweit zu Problemen mit den Videokonferenzservern von iServ – die Videokonferenzen laufen nicht auf den lokalen Servern in den Schulen, sondern auf Servern des Herstellers der Plattform. Dienstag gab es erneut Störungen. Seit Mittwoch sind die Probleme beim Hersteller nur noch punktuell zu verzeichnen und die Systeme laufen stabil. Auch die mittlerweile aufgerüsteten oder getauschten Server laufen aktuell weitgehend stabil. 

  

 

Fördermittel für Endgeräte

  

„Störungen und Ausfälle kann es bei der Belastung aktuell leider immer geben – da muss man realistisch sein. Wir haben viel nachgerüstet und müssen in Teilen mit Übergangslösungen leben – wenn sich aber alle Schüler gleichzeitig einloggen und Videokonferenzen starten, laufen die Systeme am Limit. Die Schulen haben sich aber auch angepasst und versuchen die Last zu verteilen – das hilft ungemein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt sind hier auch im Austausch mit vielen Schulen, um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten“, resümiert Dr. Slawig die aktuelle Situation.

  

Neben Internetanbindung und den Lernplattformen spielen die Endgeräte natürlich auch eine große Rolle.  Hier hat das Land hat eine Reihe von Förderprojekten aufgelegt. 

  

„Wuppertal erhält aus den Zusatzvereinbarungen zum DigitalPakt Schule NRW rund 5,2 Millionen Euro. Dadurch konnte die Finanzierung von rund 7.500 mobilen Endgeräten für Wuppertaler Schulen aus dem Sofortausstattungsprogramm für Schülerinnen und Schüler, sowie weiterer rund 3.600 mobiler Endgeräte aus dem Sofortausstattungsprogramm für Lehrer gesichert werden“, so Schuldezernent Dr. Stefan Kühn. Das Land übernimmt für das erst genannte Programm 90 Prozent der Kosten, die restlichen 10 Prozent pro Gerät zahlt die Stadt, beim zweitgenannten Programm erfolgt eine Vollfinanzierung über das Land. 

  

„Mit der Auslieferung der ersten 2.000 iPads an die Schulen ist am 8. Dezember begonnen worden, dies konnte noch vor Weihnachten abgeschlossen werden. Weitere 1.800 iPads inklusive Tastatur und Cover sind bestellt und werden hoffentlich kurzfristig ausgeliefert. Allerdings gibt es hier massive Lieferprobleme“, erklärt Kühn. Der Stadtbetrieb Schulen wird insgesamt 21,3 Millionen Euro dank des Digitalpaktes für die Digitalisierung der Schulen umsetzen.

  

In den nächsten Wochen und Monaten werden noch über 7.000 Windowsgeräte für Lehrer und Schüler an Wuppertaler Schulen verteilt. Zudem werden aus dem Digitalpakt noch einmal in Höhe von 1,2 Millionen Euro iPads bestellt, und Ende Februar weitere mobile Windows Endgeräte. Alle anderen Beschaffungen wie zum Beispiel PCs, Monitore und Activeboards laufen jetzt auch an. Die Beratungsgespräche mit allen 95 Schulen haben das Medienzentrum und Schulamt geführt.

  

„Natürlich kann man nicht einfach einen Schalter umlegen und das System Schule einfach so auf Homeschooling umstellen, ohne dass es zu Problemen kommt. Das haben wir gemerkt und entsprechend gehandelt. Insgesamt erwarten wir aus allen Programmen mehr als 20.000 Endgeräte für die Schulen, wir werden die Server austauschen und die letzten Schulen an das Glasfasernetz anschließen. Bei mehr als 26 Millionen Investitionsvolumen in so kurzer Zeit war leider abzusehen, dass es zu entsprechenden Lieferzeiten kommen wird. Solche Mengen liegen nicht auf Lager – schon gar nicht in Zeiten von Corona, wo alle Unternehmen und auch wir als Stadtverwaltung massiv technisch aufgestockt haben. Wir haben extra für die Betreuung dieser Volumina im November die Abwicklung der Programme in die Hände unseres Amtes für Informationstechnik und Digitalisierung gelegt und ein eigenes Team für den Aufbau und die Betreuung der IT in den Schulen mit sieben Stellen gegründet. Schulamt, Medienzentrum und das Amt für Informationstechnik bieten hier gemeinsam alle verfügbaren Ressourcen auf, damit die Schulen ordentlich arbeiten können. Es gibt auch ohne die technischen Probleme genügend Herausforderungen, denen sich unsere Schüler und Schulen stellen müssen“, so Oberbürgermeister Uwe Schneidewind.

  

 

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  • Stadt Wuppertal
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