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WuppertalPressemeldung – 19.01.2023

Weihnachtspause aus energetischer Sicht erfolgreich, aber Einschnitt für Verwaltung als Dienstleister

Noch sind nicht alle Werte der einzelnen Verwaltungsgebäude erfasst, doch eine Zwischenbilanz steht bereits fest: Die Stadtverwaltung hat mit der zweiwöchigen „Weihnachtspause“ Wärmeenergie und Strom in beachtlicher Größenordnung einsparen können.

Das Beispiel des Rathauses macht die Wirkung der Maßnahmen deutlich: Durch die laufende Absenkung der Heiztemperaturen und das teilweise Freiziehen einzelner Etagen und des Heubruchflügels konnten hier im Dezember die Verbrauchswerte auf 65 Prozent des Vorjahresbedarfs reduziert und 215.000 Kilowattstunden (kWh) Energie eingespart werden. In der Weihnachtspause, in der der gesamte Gebäudekomplex am Johannes-Rau-Platz beinahe völlig heruntergefahren war, wurden  110.000 kWh gespart.

Jahresverbrauch von zehn Häusern gespart

Vorbehaltlich noch ausstehender Ergebnisse für einzelne Gebäude wurden mit der Weihnachtspause über 200.000 kWh Energie eingespart. Das entspricht dem Jahresverbrauch von zehn Einfamilienhäusern mit Drei-Personen-Haushalten. Damit konnte in diesen zwei Wochen alleine ein Viertel des ursprünglich für die gesamte Einsparperiode anvisierten Volumens im Verwaltungsbereich realisiert werden. Nimmt man die Verbräuche der Monate September bis Dezember in Gänze und vergleicht diese mit 2021, so ergibt sich eine Einsparung von rund 630.000 kWh. Insgesamt sind nur in rund einem Drittel der kommunalen Gebäude Maßnahmen möglich, denn Schulen, Kitas oder Altenheime sind durch Bund und Land von Einsparvorgaben ausgenommen. Mit mehr Vorlauf als im vergangenen Jahr sieht das Gebäudemanagement sogar noch höheres Sparpotential, etwa durch kompletten Leerzug weiterer Gebäude. 

Wiederholung noch offen

„Das Instrument der Weihnachtspause hat sich unter energetischen Aspekten als hocheffektiv erwiesen“, fasst Oberbürgermeister Uwe Schneidewind die erste Bilanz zusammen. „Auf der anderen Seite der Bilanz stehen allerdings die ausgesetzten Dienstleistungen und ihre Folgen sowohl für die Arbeitsabläufe in der Verwaltung als auch für unser Dienstleister-Image nach außen. Dieser Abwägung waren wir uns im vergangenen Jahr bewusst und haben dem Aspekt der Versorgungssicherheit für Bürger und Wirtschaft Vorrang gegeben. Auch in diesem Jahr werden wir die Entscheidung von der energetischen Lage abhängig machen und dabei kritische Stimmen mit einbeziehen. Daher ist die Frage einer Wiederholung heute noch offen.“

Spar-Apelle der Regierung

„Wir haben die Entscheidung für die Weihnachtspause im Oktober unter dem Eindruck massiver und eindringlicher Spar-Apelle der Bundesregierung und dem Szenario einer eintretenden Gasmangellage mit allen katastrophalen Folgen getroffen“, ergänzt Stadtdirektor Stefan Kühn. „Das hat unsere Priorisierung zu diesem Zeitpunkt bestimmt. Nach der im Dezember verkündeten relativen Entwarnung hätte die Entscheidung durchaus schon wieder anders aussehen können.“ Eine weitere Regelung mit Sonderurlaubstagen für die Beschäftigten schloss der Personaldezernent aus. „Dieser Kompromiss war der Premiere und der Kurzfristigkeit der Maßnahme geschuldet. In diesem Jahr müssen wir zu einer früheren Entscheidung im Sinne der Bürger und der Beschäftigten kommen. Eine Option könnte eine kürzere Pause sein.“

Aktuell wurde die Energieeinsparverordnung des Bundes bis April mit der Begründung verlängert, dass Sparmaßnahmen trotz gut gefüllter Gasspeicher weiterhin notwendig seien, weil eine Notsituation nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.

„Wir wollen unseren Beitrag dazu weiterhin leisten. Daher bleiben die generellen Sparmaßnahmen der Verwaltung zunächst bestehen“, so Schneidewind und Kühn. Mit der abschließenden Bilanz der Weihnachtspause und dem Blick auf die weitere Entwicklung am Energiemarkt werde man dann möglichst noch im Februar über eine Weihnachtspause im Winter 2023/24 entscheiden.

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  • Stadt Wuppertal
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