Das diesjährige Motto des Protesttags lautet "Menschenrechte sind nicht verhandelbar". Für das Inklusionsbüro ein deutlicher Appell: Die UN-Behindertenrechtskonvention ist kein "Nice-to-have", sondern eine Verpflichtung. Sie fordert eine Gesellschaft, in der jeder Mensch gleichberechtigt und barrierefrei teilhaben kann.
Ein digitales Hilfsmittel, um Texte über Menschen mit Behinderung richtig zu formulieren, kann das KI Tool "Teilhabe 4.0 Toolbox" sein, auf das das städtische Inklusionsbüro verweist. (Öffnet in einem neuen Tab)
"Mit dem Einsatz neuer Technik schaffen wir einen sprachlichen Raum für Haltung und Handlung - genau dort, wo gesellschaftlicher Wandel beginnt. Eine diskriminierungssensible Sprache ist ein wichtiger Beitrag zu einer Stadt, die Vielfalt lebt, Teilhabe ermöglicht und Ausgrenzung aktiv entgegentritt", sagt Annette Berg, Dezernentin für Soziales, Jugend, Schule und Integration.
Zuerst vom Menschen sprechen
Ein zentraler Schlüssel, um Barrieren in der Sprache abzubauen sei der sogenannte "Person-First"-Ansatz: Wir sprechen zuerst vom Menschen. Es gehe dabei nicht um "die Behinderten", sondern um Menschen mit Behinderung. Statt bloßer Formfehlervermeidung stehe bei diskriminierungsfreier Sprache im Vordergrund respektvoll und auf Augenhöhe zu kommunizieren. Zum Beispiel sollen Formulierungen wie "An den Rollstuhl gefesselt", „taubstumm“ oder "leidet unter" vermieden werden. Anstelle dessen genutzt werden können "Ein Mensch, der einen Rollstuhl nutzt" oder "Gehörlose Menschen".
Vorsicht gelte laut Inklusionsbüro auch bei vermeintlichen Lob: Menschen mit Behinderung als "inspirierend" oder "besonders mutig" zu bezeichnen, nur weil sie ihren Alltag meistern, wirke oft herablassend. Das Inklusionsbüro Wuppertal macht aber auch deutlich: Inklusive Sprache ist ein Prozess. Es gehe darum, bewusst zu formulieren und die eigene Wortwahl zu hinterfragen. Auch dazu dient der Protesttag.