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Wuppertal / Das Rathaus der Stadt Wuppertal

Wissenswertes zum Rathaus im Überblick

Aus dem Stadtbild der Barmer Innenstadt ist das Rathaus nicht mehr wegzudenken. Seit 2007 hat das Rathaus die einheitliche Adresse 'Johannes-Rau-Platz 1'.

Warum "nur" ein Rathaus in Wuppertal

Auch wenn das Verwaltungshaus in Elberfeld häufig als "Rathaus" bezeichnet wird, ist das im klassizistischen Stil erbaute Gebäude in Barmen das Rathaus im eigentlichen Sinne: Es beherbergt den Ratssaal, in dem der Rat der Stadt Wuppertal die Entscheidungen für die Stadt trifft.

Die Geschichte

Den Grundstein für das neue Rathaus legte Kronprinz Friedrich Wilhelm im Mai 1908 während der Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte an Barmen. Baubeginn war wegen knapper Finanzmittel allerdings erst 1913. Der Erste Weltkrieg ließ die Bauarbeiten noch einmal stocken, so dass das Rathaus erst 1923 fertig wurde. Architekt des schloss-artigen Monumentalbaus mit der von Säulen getragenen Vorhalle und breiter Freitreppe war der Darmstädter Baumeister Karl Roth.

So sollte das Rathaus in der ursprünglichen Planung einmal aussehen. Im Vordergrund der heutige Rathausbau und im Hintergrund der nie gebaute Rathausturm.

Geplant war damals übrigens auch eine Erweiterung um einen 18 Stockwerke hohen Wolkenkratzer. Er wäre das erste Hochhaus Deutschlands geworden. Weil dafür aber das Geld fehlte, verschwanden die Pläne in der Schublade.

Bis zur Vereinigung der damals kreisfreien Städte Elberfeld und Barmen und der Städte Cronenberg, Ronsdorf und Vohwinkel sowie des Ortsteils Beyenburg 1929 diente das Gebäude den Barmern als Rathaus. 1943 wurde das Haus bei einem schweren Luftangriff weitgehend zerstört. Im nur leicht zerstörten Westflügel hatte in den ersten Nachkriegsmonaten neben Teilen der Stadtverwaltung auch die britische Militärregierung ihren Sitz. Ende 1945 zog die Besatzungsmacht mit den städtischen Dienststellen in das Polizeipräsidium an der Friedrich-Engels-Allee um. Der vollständige Wiederaufbau des Rathauses dauerte von 1948 bis 1959. Seitdem ist es wieder Sitz von Rat und Verwaltung.

Seit 2008 wird die Fassade des Rathauses mit Licht besonders in Szene gesetzt

1979 begannen die Arbeiten für den Erweiterungsbau an der großen Flurstraße. Der Entwurf stammt von der Architektengemeinschaft Henn, Kamel, Müller aus Hagen. Die feierliche Eröffnung wurde im Mai 1981 gefeiert. Die Verbindungsbrücke zwischen Alt- und Neubau, von Mitarbeitern und Bürgern auch "Beamtenrutsche" genannt, wurde 2007 saniert. Seit 2008, 200 Jahre nach der Verleihung der Stadtrechte an Barmen, wird die Rathausfront mit in den Boden eingelassenen Strahlern ins rechte Licht gesetzt.


Johannes-Rau-Platz

Der wohl schönste Blick auf das Rathaus bietet sich von der Barmer Fußgängerzone, dem Werth aus. Sofort fällt die Rathausfront mit der Vorhalle auf, die von Säulen getragen wird. Davor der Johannes-Rau-Platz, eingefasst vom Hauptgebäude und den beiden Gebäudeflügeln die links und rechts bis an den Werth reichen.

Johannes Rau

Seit 2006 erinnert er an den verstorbenen Wuppertaler Johannes Rau, der im Laufe seines Lebens Wuppertaler Oberbürgermeister, NRW-Ministerpräsident und Bundespräsident war. Eine Besonderheit auf dem Johannes-Rau-Platz ist der 1979 eingeweihte Brunnen "Das Tal der Wupper" vom Bildhauer Bert Gerresheim. Der Brunnen war ein Geschenk der Firma Vorwerk und der Stadt zum 50. Jährigen Bestehen der Stadt Wuppertal und stellt in 26 Reliefs historische Ereignisse und Personen der Stadt dar.

Weitere Besonderheiten sind die beiden Bronzesockel der Fahnenmasten des Künstlers Paul Wynand und die ebenfalls von Wynand gestalteten Bronzekandelaber, die ursprünglich am Alten Markt standen.


Die Barmenia

Die Gebäudefront

Die große Freitreppe wird von zwei Skulpturen eingerahmt: auf der linken Seite die Rhenania mit dem Adler - eine allegorische Darstellung des Rheinlandes - und auf der rechten Seite die Barmenia mit dem Löwen - sie steht für die Stadt Barmen.

Oben auf der Vorhalle stehen die Skulpturen der acht sogenannten Beigeordneten. Sie symbolisieren, von West nach Ost gesehen, wichtige Aufgaben einer städtischen Verwaltung: Wohlfahrtspflege, Allgemeine Verwaltung, Tiefbau, Rechtspflege, Gesundheitspflege, Hochbau, Finanzwesen und Schulwesen.

Vorhalle

In der Vorhalle fällt besonders die Plastik "Entelechie II" des Künstlers Frie-drich Wertmann ins Auge. Die Plastik ist ein Geschenk an die Stadt und steht dort seit 2006. In den Glasvitrinen sind Geschenke an die Stadt Wuppertal zu sehen. Oberhalb der nächsten Freitreppe ist die Rathausinformation, eine erste Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger.

Rathaushalle und Treppenhaus

Als zentraler Raum im Rathaus führen von der Rathaushalle Wege in die Seitenflügel, in den Lichthof und über zwei Treppen, einen Fahrstuhl und den Paternoster in die oberen Etagen. Direkt gegenüber des Eingangs steht der bunte "StäPaPi", der Städtepartnerschaftspinguin. Er erinnert an die erfolgreiche Pinguinale Wuppertals, bei der Bürger, Vereine und Unternehmer im Jahr 2006 selbst gestaltete Pinguine in ganz Wuppertal aufgestellt und gezeigt haben.

Auf der rechten Seite vor dem Paternoster erinnern zwei Gedenktafeln an die Opfer der beiden Weltkriege. Auf der Zwischenebene der rechten Treppe steht eine Büste von Karl Roth, dem Baumeister des Rathauses.


Blick in den Lichthof während der beliebten Adventskonzerte

Lichthof:

In dem säulenumringten Hof mit Emporengang waren früher die Schalter der Stadtkasse untergebracht. Heute wird der Lichthof für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt. An der linken Seite des Lichthofs, vorbei an der Poststelle, gelangt man in den Rathausanbau an der Großen Flurstraße.

Erste Etage:

Neben dem Dienstzimmer des Oberbürgermeisters liegt das erste Sitzungszimmer. An den holzgetäfelten Besprechungsraum grenzt der Rathausbalkon. Rechts vor dem Eingang hängt eine große Luftbildkarte der Stadt Wuppertal. Auf dem Flur sind die Portraits der ehemaligen Oberstadtdirektoren und Oberbürger-meister der Stadt Wuppertal zu sehen. Andere Portraits auf den Fluren zeigen berühmte Wupper-talerinnen und Wuppertaler.

Vorbei am Dienstzimmer des Oberbürgermeisters, hinein in den rechten Gebäudeflügel, geht es ins Standesamt der Stadt Wuppertal mit den beiden Trausälen, ein klassischer und ein moderner.


Ratssaal:

In der zweiten Etage des Rathauses befindet sich der 1988 neu gestaltete Ratssaal. Der frühere Eingang zum Ratssaal ist noch deutlich erkennbar. Darüber das Cicero-Zitat: "salus publica supremalex" - "Das Wohl des Volkes ist das höchste Gesetz".

Im Ratssaal die Sitze der Ratsmitglieder, Ihnen gegen-über auf dem Podium der Platz für den Oberbürgermeister und die Beigeordneten, links und rechts die Besucherplätze.

Blick in den 1988 neu gestalteten Ratssaal

Im Ratssaal fallen vor allem die Wandelemente und Möbel aus Ahornholz auf. An der Stirnwand hängen die Spiegelwappen der Wuppertaler Stadtteile und das große Wappen der Stadt Wuppertal mit dem bergischen Löwen, der einen Rost in der Hand hält - ein Hinweis auf den Hl. Laurentius, Stadtpatron Elberfelds - und drei Garnrollen, die auf die Tradition des Garnbleichens verweisen, einem traditionellen Berufszweig Barmens.

An den Seitenwänden die Wappen der Wuppertaler Partnerstädte: South Tyneside (England) Saint-Etienne (Frankreich), Berlin-Schöneberg, Beer Sheva (Israel), Kosice (Slowakei), Schwerin , Matagalpa (Nicaragua) und Liegnitz (Polen).

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Bildnachweise

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