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Wuppertal / Rathaus & Bürgerservice

100 Jahre Rathaus: Geschichte und Geschichtchen

Das Rathaus hat in 100 Jahren viel erlebt - und ist heute noch wichtiger Mittelpunkt der Stadt.

Repräsentativ

Nachdem Elberfeld im Jahr 1900 sein prächtiges Rathaus am Neumarkt einweiht hatte, wollten die Barmer Bürger dem nicht nachstehen und planten ihr Rathaus – ebenfalls als repräsentativen Bau. Nach der Fusion von Elberfeld, Barmen und den weiteren bis dahin selbständige Städten 1929 zur neuen Großstadt Wuppertal konnte das Rathaus in Barmen durch Größe punkten: Seither ist es Hauptsitz von Rat und Verwaltung. 

Stadtrecht und Kronprinz

Den Grundstein für das Rathaus in Barmen legte Kronprinz Friedrich Wilhelm 1908 – im Rahmen der Feierlichkeiten aus Anlass des 100jährigen Jubiläums der Verleihung der Stadtrechte an Barmen.

 

Nicht grade fix

Früher war auch nicht schneller: Der Grundstein für das Rathaus in Barmen wurde 1908 durch Kronprinz Friedrich Wilhelm gelegt. Dann dauerte es bis zum 23. April 1921, bis die Einweihung gefeiert werden konnte.

Nur noch Grundmauern

1943 wurde das Rathaus durch alliierte Bombenangriffe stark zerstört und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Zehn Jahre, von 1948 bis 1958, dauerte der Wiederaufbau. Die Verwaltung war in dieser Zeit im heutigen Polizeipräsidium an der Friedrich-Engels-Allee untergebracht.

 

Denkmal

Klingt beeindruckend, ist es auch: Unter Nummer 1707 ist das Rathaus in Barmen in der Denkmalliste der Stadt aufgeführt: "Die symmetrische, U-förmige Anlage mit 4 Vollgeschossen und ursprünglich mit dominierendem Walmdach schließt einen axial angeordneten Vorplatz ein."   

Versteinerte Verwaltung

Natürlich sind sie nicht wirklich versteinerte Beigeordnete, auch wenn sie so heißen: Die Figuren, die die Fassade des Rathauses in Barmen schmücken, repräsentieren unterschiedliche Bereiche der Verwaltung: Wohlfahrtspflege und Allgemeine Verwaltung, Tiefbau und Rechtspflege, Gesundheitspflege und Hochbau sowie Finanzwesen und Schulwesen.

 

Frauen-Power

Sie wachen über den Eingang: Links und rechts der großen Eingangstreppe zum Rathaus thronen lässig und steinern große Frauen-Figuren. Sie stellen als "Rhenania" die Zugehörigkeit zur preußischen Rheinprovinz dar und als "Barmenia" selbstverständlich nicht den Bezug zur gleichnamigen Versicherung her, sondern zur Stadt Barmen. 

Adler und Löwe

Tierisch: Die allegorischen Figuren, die die Rathaustreppe bewachen, werden von Tieren begleitet. Bei der "Rhenania" ist das ein Adler, bei der "Barmenia" ein freundlicher Löwe der ausgesprochen gerne mit frischgebackenen Hochzeitspaaren posiert.

 

Büroturm

Hochfahrende Pläne: Um das 1900 in Elberfeld gebaute Rathaus zu übertreffen, war für Barmen einen Neubau mit einem 110 Meter hohen Büroturm in der Überlegung. Krieg und Geldsorgen machten diese Pläne zunichte - vielleicht zum Glück, hat Wuppertal doch jetzt in Barmen ein wohlproportioniertes, repräsentatives Rathaus mit fast italienischem Flair. 

Er fährt und fährt…

Er ist so eine Art VW-Käfer der Aufzüge, als "Beamtenbagger" oder "Telefonzelle der Fördertechnik" verschrien und trotzdem bei Besuchern im Rathaus ebenso beliebt wie bei den Mitarbeitern: Mit 0,20 bis 0,45 Metern pro Sekunde ist der Paternoster im Rathaus unterwegs und transportiert als einer von nur noch 250 in Deutschland existierenden "Aufzügen im Umlaufbetrieb" zuverlässig alle, die sich eine Fahrt zutrauen.  

Kopfüber?

Mutprobe: Der Paternoster im Rathaus ist ein liebenswürdiges Relikt und darf – obwohl seit 1974 keine neuen Paternoster mehr in Betrieb gehen dürfen – weiter seine Runden drehen. Wobei sich immer die Frage stellt, ob beim Richtungswechsel im Obergeschoss auch die Fahrgäste in den Kabinen dann kopfüber ihre Fahrt nach unten antreten…

Schlüsselstellung

Gesucht, gefunden: Wer etwas verloren hat, kann im Rathaus Glück haben. Das Fundbüro im dritten Stock bewahrt alles zwischen Kinderwagen, Regenschirm und Handy auf, was Menschen so verlieren. Mehr als 57 Schlüssel hatte das Fundbüro im Februar 2021 zu bieten und 13 Brillen - ob es da einen Zusammenhang gibt?

Trau dich!

Gefragt: Auch wenn die Konkurrenz mit Elisenturm, Stadthalle und Zoo groß ist, wird das Standesamt im Rathaus gerne fürs Ja-Wort genutzt. Zwei Trausäle – ein klassischer und ein moderner – sorgen für den richtigen Rahmen. 2020 trauten sich in Wuppertal 1.311 Paare, davon wählten 457 eine Ambiente-Trauung an einem besonderen Ort oder zu einem Wunschtermin.

Emilstraße bietet mehr

100 Jahre Rathaus: Stolzes Alter! Aber quasi jung verglichen mit Wuppertals ältestem Haus - einem prächtigen Fachwerkbau an der Emilstraße. Das Haus wurde um das Jahr 1600 von Garnbleicher Peter Lüttringhaus und seiner Frau Katharina gebaut und ist trotz der wechselvollen Geschichte und zwei Kriegen erhalten geblieben.

Platz für die alten Griechen

Rathäuser gibt es schon lange: Im antiken Griechenland traf sich der Bule, der Rat der Stadt, im Buleuterion. Die Verwaltung war im Prytaneion, meist nahe des Hauptplatzes (Agora) einer Stadt untergebracht. Auch das Rathaus in Barmen liegt schön zentral, am großzügigen Johannes-Rau-Platz und hätte bestimmt auch den alten Griechen gefallen!

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