Alle Abstimmungsempfehlungen im Überblick
An dieser Stelle folgt eine Übersicht über die Abstimmungsempfehlungen der Fraktionen und Gruppen im Rat der Stadt Wuppertal und der Oberbürgermeisterin zu der Frage:
"Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Wuppertal an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?"
| Abstimmungsempfehlung | |
| SPD-Fraktion (24 Mitglieder) | Ja. |
| CDU-Fraktion (18 Mitglieder) | Ja. |
| AfD-Fraktion (14 Mitglieder) | Ja. |
| Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN (9 Mitglieder) | Ja. |
| Fraktion DIE LINKE (7 Mitglieder) | Nein. |
| Fraktion FDP/WfW (4 Mitglieder) | Ja. |
| Ratsgruppe BSW (2 Mitglieder) | Ja. |
| Ratsgruppe Stark und Bunt / Die PARTEI (2 Mitglieder) | Es wurde keine Abstimmungsempfehlung eingereicht. |
| Oberbürgermeisterin Miriam Scherff | Ja. |
SPD-Ratsfraktion Wuppertal
Die SPD-Ratsfraktion Wuppertal unterstützt die Bewerbung der Region KölnRheinRuhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 und empfiehlt, beim Ratsbürgerentscheid mit „Ja“ zu stimmen.
Die Spiele bieten eine große Chance für Nordrhein-Westfalen und für Wuppertal. Das nachhaltige Konzept nutzt bestehende Sportstätten und setzt auf eine dezentrale Ausrichtung. Investitionen in Infrastruktur und Sportstätten verbessern dauerhaft die Lebensqualität. Für Wuppertal bedeutet die Einbindung des Stadions am Zoo und der Schwimmoper eine Anerkennung der Sportinfrastruktur und stärkt die Stadt als Sport-, Kultur- und Wissenschaftsstandort. Vereine, Schulen und der Breitensport profitieren von modernisierten Anlagen und mehr Aufmerksamkeit.
Die Paralympischen Spiele stehen für Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe - Werte, die zu unserer Region passen. Die Spiele können zudem Begeisterung für Sport wecken und den Zusammenhalt in unserer Stadt stärken.
Deshalb empfiehlt die SPD-Fraktion: Stimmen Sie beim Ratsbürgerentscheid am 19. April mit „Ja“ zur Beteiligung Wuppertals an der Olympiabewerbung.
CDU-Ratsfraktion Wuppertal
Olympische und Paralympische Spiele – eine Chance für unsere Stadt
Olympische und Paralympische Spiele sind mehr als ein Sportereignis. Sie stehen für Begegnung, Fairness, Leistungsbereitschaft und das verbindende Element des Sports über Länder- und Generationengrenzen hinweg.
Mit dem Stadion am Zoo und der Schwimmoper ist Wuppertal Teil des Sportstättenkonzeptes der Region KölnRheinRuhr. Das ist ein starkes Signal: Unsere Stadt wird als leistungsfähiger, sportbegeisterter und weltoffener Standort wahrgenommen.
Die Bewerbung setzt bewusst auf Nachhaltigkeit. Bestehende Anlagen werden genutzt, Investitionen sollen dauerhaft wirken – für den Vereins- und Nachwuchssport, für unsere Infrastruktur und für die Attraktivität Wuppertals. Olympische und Paralympische Spiele können Impulse geben, die weit über wenige Wochen hinausreichen.
Gerade die Paralympischen Spiele tragen eine besondere Kraft in sich: Sie stehen für Inklusion, Respekt und die Überwindung von Grenzen – Werte, die unsere Stadt prägen und stärken.
Wenn wir diese Chance klug nutzen, können die Spiele ein Aufbruchssignal für unsere Region sein – wirtschaftlich, sportlich und gesellschaftlich. Sie können Begeisterung wecken und insbesondere junge Menschen für Sport und Gemeinschaft gewinnen.
Wir haben die Möglichkeit, Teil eines modernen, nachhaltigen Olympiakonzzeptes zu werden – mitten in Nordrhein-Westfalen, mitten in Europa.
Bündnis 90/Die Grünen-Ratsfraktion Wuppertal
Grüne für nachhaltige Olympia-Bewerbung
Pro Olympia, aber nachhaltig: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Wuppertal im Stadtrat unterstützt grundsätzlich die Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region um die Olympischen und Paralympischen Spiele. Die geplante Nutzung bestehender Sportstätten wie des Stadions am Zoo für Fußballwettbewerbe und der Schwimmoper für Wassersport sieht die Fraktion als Chance für Sport und Stadtentwicklung – sofern klare ökologische, soziale und demokratische Kriterien eingehalten werden.
„Eine Olympia-Bewerbung darf keine Einbahnstraße sein – sie muss den Menschen in Wuppertal konkreten Nutzen bringen und darf weder Klima noch Haushalt belasten“, erklärt Thomas Lenz, sportpolitischer Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion. Ziel müsse sein, an allen Standorten vorhandene Infrastruktur zu nutzen und auszubauen und die Spiele konsequent an den Klimazielen der Städte auszurichten, statt neue Großbauten zu errichten. Ein klarer Fokus auf die Erreichbarkeit der Sportstätten mit Bus & Bahn sowie ein Ausbau der Barrierefreiheit, der auch einer Austragung der paralympischen Spiele Rechnung trägt, sollte zwingend das Ziel sein.
Zudem braucht es eine transparente Planung mit frühzeitiger Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, damit es olympische Spiele für alle werden. Auch darf die Stadt keine finanziellen Risiken tragen - Bund und Land müssen verbindliche Zusagen zur Kostenübernahme geben.
„Wuppertal kann zeigen, wie nachhaltige Großveranstaltungen im 21. Jahrhundert funktionieren – klimafreundlich, transparent und im Interesse der Stadtgesellschaft“, so Lenz.
FDP/WFW-Ratfraktion Wuppertal
Chancen für Wuppertal
Die FDP/WFW-Fraktion unterstützt die Olympia-Bewerbung, an der auch Wuppertal beteiligt wäre, weil sie Investitionen, wirtschaftliche Impulse und internationale Sichtbarkeit bietet – bei Kostenkontrolle und Nutzung vorhandener Sportstätten.
Bestehende Infrastruktur international präsentieren
Mit dem Stadion am Zoo und der Schwimmoper Wuppertal kann Wuppertal bewährte Infrastruktur weiterentwickeln und sich als Sport- und Veranstaltungsstandort international positionieren.
Positive Effekte für Wirtschaft und Stadtimage
Tourismus, lokale Wirtschaft und Stadtimage profitieren.
Klare Empfehlung zum Bürgerentscheid
Deshalb empfiehlt die FDP/WFW-Fraktion beim Bürgerentscheid eine Zustimmung zur Beteiligung Wuppertals an der Olympiabewerbung.
Die Linke-Ratsfraktion Wuppertal
Die Fraktion Die Linke lehnt die Olympischen Spiele in Wuppertal ab!
Sportstätten sollen gut gepflegt und für jeden zugänglich sein. Olympia würde dies nur sehr begrenzt möglich machen. Bereits jetzt fallen für die potenzielle Durchführung Kosten an, die den Sporthaushalt belasten aber noch lange nicht bei den Sportstätten ankommen. Land und Stadtverwaltung können keine überzeugenden Argumente für positive Impulse für den Sport-Standort Wuppertal oder für die kommunale Wirtschaftsentwicklung durch Olympia vorlegen. Die Erfahrung aus vergangen Spielen zeigt vielmehr: Olympia ist kein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor für die Region, sondern ein finanzielles Risiko für die Kommunen. Die Befürchtung steht im Raum, dass Kommunen in ohnehin schon angespannter Haushaltslage noch weiter belastet werden. Profit macht vor allem das Internationale Olympische Komitee (IOC). Auch auf Landesebene sind viele Punkte hinsichtlich der Finanzierung und Planung noch völlig unklar. Die Bewerbung der Landesregierung wirkt überhastet. Wir stehen für Sport für alle, statt für wenige!
AfD-Ratsfraktion Wuppertal
Die Wuppertaler AfD-Fraktion sieht eine Olympia-Bewerbung der Region KölnRheinRuhr für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 grundsätzlich als positiv, weil sich der Stadt eine große Chance bietet. Da das Stadion am Zoo als Fußball-Spielstätte im Rahmen des Großereignisses vorgesehen ist, wäre damit dessen umfassende Modernisierung verbunden. Eine vollständige Überdachung des Zuschauerbereichs dürfte Form annehmen, statt weiterhin sang- und klanglos in der Kommunalpolitik zu versanden.
Ferner ist mit den Olympischen und Paralympischen Spielen tatsächliche Völkerverständigung verbunden, statt Kollision kultureller Gruppen aufgrund illegaler Masseneinwanderung. Menschen, die nicht dem westlichen Kulturraum entstammen, werden im Zusammenhang sportlichen Wettkampfs wahrgenommen und nicht im Kontext von Ghettoisierung und damit verbundener sozialer Probleme.
Nicht nur die eingeplanten Sportstätten Schwimmoper und Stadion am Zoo würden enorm profitieren, sondern darüber hinaus Infrastruktur im gesamten Stadtgebiet. Wuppertal kann in puncto Modernisierung ein gutes Stück zu den wirtschaftlich bessergestellten Metropolen entlang der Rheinschiene aufholen. Alles in allem hat eine Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele das Potenzial dazu, einer der wichtigsten Impulse für Wuppertal im gesamten 21. Jahrhundert zu sein.
BSW-Ratsgruppe Wuppertal
Beitrag der Ratsgruppe BSW Wuppertal für die Broschüre zum Ratsbürgerentscheid Olympia: Ja zu Olympia in Wuppertal!
Die ersten Seiten der Broschüre zu möglichen Olympischen Spielen zeichnen ein sehr positives Bild der Chancen für unsere Stadt. Wir sehen diese Möglichkeiten realistischer, unterstützen jedoch grundsätzlich eine Bewerbung für Olympische Spiele 2036 in der Städteregion an Rhein, Ruhr und Wupper.
Ein Grund für unsere Unterstützung ist die große Popularität der Spiele und ihre Anziehungskraft auf Besucher und Zuschauer aus aller Welt. Olympische Spiele können Kinder, Jugendliche und Erwachsene dazu motivieren, selbst Sport zu treiben und sich in Vereinen zu engagieren. Gleichzeitig fördern internationale Sportveranstaltungen die Begegnung zwischen Menschen verschiedener Länder und leisten damit einen Beitrag zur Völkerverständigung und zum Frieden.
Dabei ist klar: Wuppertal wäre kein zentraler Austragungsort der Spiele, sondern lediglich Standort einzelner Wettbewerbe. Nach bisherigen Überlegungen könnten diese im Stadion am Zoo sowie in der Schwimmoper stattfinden.
Auch bei einer solchen Beteiligung entstehen Kosten, etwa für Anpassungen an Sportstätten, Infrastruktur, Organisation und Sicherheit. Deshalb muss von Anfang an sichergestellt sein, dass Zuschüsse und Einnahmen die entstehenden Kosten vollständig ausgleichen. Es darf nicht sein, dass unsere Stadt am Ende finanziell belastet wird.
Allein für den Ratsbürgerentscheid werden rund 400.000 Euro aufgewendet, davon etwa 60.000 Euro aus städtischen Mitteln – Geld, das auch direkt in den Sport in unserer Stadt hätte investiert werden können.
Gerade für eine Stadt wie Wuppertal gilt: Kinder- und Jugendhilfe, Schulen, bezahlbarer Wohnraum und funktionierende Straßen müssen Vorrang haben.
Für die Ratsgruppe BSW Wuppertal gilt daher: Ja zu Olympia – aber nur mit klaren Regeln für eine vollständige Refinanzierung der Kosten.
Weitere Informationen finden Sie unter: ratwuppertal.bsw-vg.nrw (Öffnet in einem neuen Tab)
Ergänzend
Die Ratsgruppe Stark und Bunt/Die PARTEI hat kein Statement und keine Empfehlung abgegeben.