Alle Bäume im städtischen Raum, auf öffentlichen Grünanlagen, auf dem kommunalen Friedhof und entlang von Straßen und Verkehrswegen liegen in der Zuständigkeit der Abteilung 103.22 des Ressort Grünflächen und Forsten. Um dieser Verantwortung nachzukommen, müssen die Stadtbäume regelmäßig gepflegt werden. Im gesamten Stadtgebiet sind die städtischen Baumfachleute dafür unterwegs. Der besondere Fokus liegt dabei auf der Gesundheit des Baumes und auf seiner Verkehrssicherheit.
Eine Verantwortung mit vielen Aspekten
Die Verantwortung für Kommunale Straßenbäume ist von der Pflanzung junger Bäume bis zu der Pflege des Altbaumbestandes mit vielen Aufgaben und Maßnahmen verbunden:
Baumpflanzung - Jungbaumpflege - Wasserversorgung
Baumkontrollen - Maßnahmen - Handeln bei Schäden und Schädlingsbefall
Baumschutz im Grenzbereich zu Verkehrswegen und zu Gbäuden
Baumpflanzungen im Straßenraum
Einen vitaler und langlebiger Baumbestand in den Straßen und in unserer Stadt ist das Ziel von Neupflanzungen und Pflege. Dafür ist einerseits maßgeblich, dass die Bäume ausreichend große Baumbeete zur Verfügung haben. Andererseits ist die ausreichende Wasserversorgung in den ersten fünf Jahren entscheidend für ihre positive Entwicklung. Auch die auf die vorliegenden Verhältnisse angepasste Auswahl der einzelnen Baumart ist ein entscheidender Faktor für die gesunde Entwicklung der Bäume.
Detail einer Baumpflanzung in einer verbreiteten räumlichen Situation
Baumbeete: die optimale Größe des durchwurzelbaren Raumes beträgt 36 m3, die Standardgröße des durchwurzelbaren Raumes in Wuppertal dagegen betragen 18 m3.
Wässerung: In Abhängigkeit von den Niederschlagsmengen werden die jungen Bäume 14-tägig in den ersten 5 Standjahren gewässert. Zur Entlastung der Bewässerungstechnik werden nach dem Schwammstadtprinzip die Baumscheiben neu gepflanzter Bäume so angelegt, dass möglichst viel Regenwasser aufgenommen werden kann. Die Baumbeete übernehmen damit auch eine Funktion als Wasserspeicher.
Monitoring: Um eine fundierte Bewässerungsstrategie durchführen zu können, wird der Wasserbedarf der gepflanzten Bäume über das Monitoring im Wurzelraum ermittelt. Dabei wird über die Bestimmung der Bodenwasserspannung die Kraft gemessen, die Wurzeln aufbringen müssen, um Wasser aufzunehmen. Dieses Monitoring findet in exemplarischen Standorten statt.
Wahl der Baumart
Wahl der Baumart: Gehölze, die die klimatischen Veränderungen und die städtischen Umwelteinflüsse (wie verdichtete Böden, Streusalzeintrag, enge Straßenräume, Hitze, Starkregen und zeitweise Vernässung des Wurzelbereiches) tolerieren und sich dennoch vital und stabil entwickeln, werden 'Klimabäume' oder 'Zukunftsbäume' genannt. In Zukunft werden sie vermehrt angepflanzt.
Auch der ökologischer Wert: als Insektenbestäuber, als Nahrungslieferant und als Nistplatz für heimische Vogelarten ist in Grund für die Entscheidung bestimmter Arten.
Ein weiteres Kriterium ist die artspezifische Wuchsform - also die Form der Krone. Je nach der Breite der Straße und der Nähe zu der Fassade einer Bebauung müssen die Bäume bei Bedarf in der Krone möglichst schmal und nicht zu ausladend wachsen.
Bäume mit Zukunfts- und Standorteignung
Baumkontrollen - Begutachtung mit System
Die Kontrolle des städtischen Baumbestandes findet regelmäßig nach vorgegebenem Maßstäben in Form einer visuellen Begutachtung statt. Sie dienen in erster Linie der gesetzlichen Verkehrssicherungspflicht und stellen sicher, dass von Bäumen an Straßen, in Parks oder auf Schulhöfen keine Gefahren durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume für Passanten, Fahrzeuge und Gebäude ausgehen.
Die qualifizierten Kolleginnen und Kollegen achten darüberhinaus auf den allgemeinen Gesundheitszustand und auf die Vitalität des Baumes, die Entwicklung der Krone, vorhandene Schäden, sowie auf - durch Schädlinge oder Erkrankungen - hervorgerufene Symptome.
Über Tablets und Smartphones werden die festgestellten Ergebnisse in eine digitales Kataster aufgenommen. Dieses ist die Grundlage für die Planung baumpflegerischer Maßnahmen.
Nach Sturmereignissen werden je nach Bedarf zusätzlich Kontrollen durchgeführt.
Pflegen heißt manchmal Schneiden
Baumschutz im Grenzbereich zu Verkehrswegen und zu Gebäuden
...mit Hilfe der Baumschutzfachliche Baumbegleitung
Im Umfeld von Bäumen sind bei Eingriffen – baulicher Art oder Nutzungsänderungen - bestimmte Auflagen und die Kontrolle ihrer Einhaltungen vorgeschrieben. Das Ziel ist die Sicherstellung von langfristig gesunden Straßenbäumen in Wuppertal.
Die Fachkollegen der sogenannten ‚Baumschutzfachlichen Baubegleitung‘ befassen sich mit den Auflagen und mit der Einhaltung der Schutzmaßnahmen, und suchen bei Konflikten nach alternativen Lösungen.
Im Überblick sind es folgende Aufgaben:
· Prüfungen von Planungen mit Bezug auf den Bestand an Straßenbäumen
· Auflagen zum Baumschutz
· Kontrollen bei Eingriffen in der Nähe von Bäumen
Erarbeitungen alternativer Lösungswege
· Ermittlung von Schäden und den Kosten bei Sachbeschädigungen
· Begleitung von Schadenssanierungen
· Durchführung von Ersatzleistungen nach Fällungen aufgrund von Baumaßnahmen