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Wuppertal / Kultur & Bildung

Barmen 1821-1929

In Barmen kam der erste bekannte Anstoß zur Beschäftigung mit der Altregistratur von oben, d.h. vom Landratsamt Elberfeld bzw. der Regierung Düsseldorf.

1821

Dabei spielten historische Gründe anfangs überhaupt keine Rolle: Wenn der Elberfelder Landrat am 30. Juli 1821 missfällig bemerkte, dass „die meisten Registraturen der Herren Bürgermeister sich in einem chaotischen Zustand befinden“, und deswegen die Neuordnungen der Registraturen nach einem beigefügten Schema anordnete, so geschah dies nicht, um künftigen Historikern die Arbeit zu erleichtern, sondern deshalb, um die gegenwärtigen Amtsgeschäfte des Landrates zu beschleunigen. Trotz der Nachfrage im folgenden Jahr geschah in Barmen nichts.

1832

Die Gründung der rheinischen Provinzialarchive Düsseldorf und Koblenz in Folge des "Historismus" wirkte sich insofern bis nach Barmen aus, als der Landrat die Aufforderung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz vom 29. Februar 1832, entfremdetes Archivgut an die Provinzialarchive zurückzugeben, u.a. auch an das Bürgermeisteramt Barmen weiterleitet. In Barmen gibt es keinerlei Reaktionen außer dem lapidaren Vermerk „ad acta“.

1832 und 1856

Rein Praxis orientiert war wiederum die Anfrage des Landrates an den Barmer Bürgermeister nach den Kosten des Aktenheftens. In seinem Bericht vom 12. Januar 1839 erwähnte der Bürgermeister den Namen des mit der Registratur beschäftigten städtischen Beamten: Johann Peter Maulmann, wenn man so will, des dienstlichen Urgroßvaters der heutigen Stadtarchivare.

Einen grundlegenden Wandel in der Einschätzung der Altregistratur brachten die 50er Jahre des 19. Jahrhunderts. Die Ursache lag höchst wahrscheinlich in der weit verbreiteten Praxis der Städte, ihr Altpapier in Geld umzusetzen. Die Regierungen in Düsseldorf und Berlin gingen dagegen mit Entschiedenheit, wenn auch nicht unbedingt erfolgreich vor. Eine wichtige gesetzliche Vorschrift war in dem Zusammenhang § 46 Abs. 2 der Städteordnung für die Rheinprovinz vom 15. Mai 1856, worin es hieß: „Die Genehmigung der Regierung ist erforderlich zur Veräußerung oder wesentlichen Veränderung von Sachen, welche einen besonderen wissenschaftlichen, historischen oder Kunstwert haben, namentlich von Archiven“. In Barmen bewirkte dies, dass es erstmals 1856 zur Aufstellung einer Liste derjenigen Akten kam, die dann eine Firma bei Schwelm einstampfte. Unter der Amtführung von Oberbürgermeister Wilhelm August Bredt schien das Interesse an der Registratur zu wachsen. Er unterstützte den Registrator August Quack, der offenbar die Liste der zum Einstampfen vorgeschlagenen Akten zu prüfen hatte. Nach Ansicht des Registrators waren nur erstaunlich wenige Akten zu vernichten.

Im Herbst 1857 ist sogar ein „Inventarium der im Gemeindearchiv von Barmen vorhandenen in dem feuerfesten Geldschranke aufbewahrten wichtigeren Dokumente“ erstellt worden. Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts ist von der Fürsorge des Oberbürgermeisters nichts mehr zu spüren; das bedenklose Einstampfen gewinnt wieder über die kritische Aussonderung der Akten Überhand. Insgesamt sind wohl 3000 Pfund Papier vernichtet worden.

1883 bis 1929

Erst 1883 ordnete der seit 1879 amtierende Oberbürgermeister Wegner an, dass vor dem Einstampfen von Akten Verzeichnisse anzufertigen und ihm persönlich vorzulegen seien. Danach gab es keine Informationen für die Entwicklung eines eigenen Barmer Archivs mehr. Es ist aber davon auszugehen, dass die Vorbereitungen auf die Jahrhundertfeier der Stadt Barmen im Jahre 1908 wieder den Blick auf die schriftlichen Quellen zur Geschichte der Stadt gelenkt haben. Wegen der durch das Jubiläum günstigen Lage fällt auch die Denkschrift zur Einrichtung von Stadtarchiven des Düsseldorfer Archivdirektors Theodor Ilgen im Jahr 1910 in Barmen auf fruchtbaren Boden, einen „fliegenden Archivar“ für die Städte Barmen, Elberfeld, Remscheid und Solingen für je zwei Städte anzustellen. Dazu kam es zwar nicht, gleichwohl aber zur Aufzeichnung eines Findbuchs über die Bestände des Archivs der Stadt Barmen.

Der erste Weltkrieg sowie die Wirren und wirtschaftlichen Nöte der Nachkriegszeit haben in Barmen die Gründung eines selbständigen Archivs weiterhin verhindert.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal

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