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Armutssensibles Handeln im Kita-Alltag: Chancen stärken und Barrieren abbauen

Die SPI PraxisAkademie bietet eine Gelegenheit zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung zum Thema "Armutssensibles Handeln im Kita-Alltag" am 09.07.2026 ODER 29.09.2026

Nicht alle Kinder starten mit den gleichen Voraussetzungen ins Leben. Armut kann die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern erheblich beeinflussen und stellt viele Familien vor tägliche Herausforderungen. Gerade Kindertagesstätten spielen eine entscheidende Rolle dabei, Benachteiligungen frühzeitig zu erkennen und Kindern faire Teilhabe- und Bildungschancen zu ermöglichen.
 
In diesem Seminar setzen sich die Teilnehmenden mit den Ursachen und Auswirkungen von Armut auseinander und entwickeln eine armutssensible Haltung für ihren pädagogischen Alltag. Dabei werden sowohl sichtbare als auch oft verborgene Folgen prekärer Lebenslagen beleuchtet und deren Auswirkungen auf Kinder und Familien praxisnah betrachtet.

Auf Grundlage des Anti-Bias-Ansatzes reflektieren die Teilnehmenden eigene Vorannahmen und Stereotype und erarbeiten konkrete Handlungsmöglichkeiten für eine vorurteilsbewusste und wertschätzende Praxis. Im Mittelpunkt stehen dabei die Gestaltung armutssensibler Bildungsräume, eine stigmatisierungsfreie Kommunikation mit Kindern und Eltern sowie die gezielte Förderung individueller Ressourcen und Stärken.

Praxisnahe Fachimpulse, Fallarbeit, kollegialer Austausch und konkrete Methoden unterstützen dabei, Bildungs- und Teilhabechancen nachhaltig zu stärken und Barrieren im Kita-Alltag abzubauen.

Ein Seminar für alle pädagogischen Fachkräfte, die Vielfalt wertschätzen, Chancengerechtigkeit fördern und jedes Kind in seiner Entwicklung bestmöglich begleiten möchten.

Kurstermine: 
Donnerstag, 09.07.2026, 10:00 – 14:00 Uhr
oder
Dienstag, 29.09.2026, 10:00 – 14:00 Uhr

Wir haben die Referentin Claudia Fockenberg gefragt, warum das Thema so wichtig ist, inwiefern die eigene Haltung eine Rolle spielt und was Teilnehmende bei dem Thema oft überrascht:

Warum ist das Thema Armutssensibilität gerade heute für Kitas so bedeutsam?

Das Thema Kinderarmut ist heute von zentraler Bedeutung, da finanzielle Notlagen die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern nachweislich massiv einschränken und deren Gesundheit sowie gesellschaftliche Teilhabe behindern. Pädagogische Fachkräfte tragen hierbei eine Schlüsselverantwortung: Diese Qualifizierung zur armutssensiblen Haltung unterstützt sie, versteckte Barrieren im Einrichtungsalltag zu erkennen, Vorurteile abzubauen und betroffene Familien vor Stigmatisierung zu schützen. Nur durch diese gezielte Professionalisierung können Fachkräfte Bildungsungerechtigkeiten aktiv entgegenwirken, Armutsrisiken erkennen und entsprechend der vielfältigen Lebenslagen neue Entwicklungschancen ermöglichen.

Was überrascht Teilnehmende in Ihren Kursen häufig, wenn sie sich erstmals intensiver mit den Auswirkungen von Armut auf Kinder beschäftigen?

Teilnehmende sind oft überrascht, wie tiefgreifend und subtil Armut den Alltag und das Selbsterleben von Kindern prägt. Häufig wird unterschätzt, dass von Armut betroffene Kinder schon im frühen Alter chronischen Stress und Schamgefühle erleben, die sich direkt auf ihre kognitive Leistungsfähigkeit und Bindungsfähigkeit auswirken. Zudem verblüfft, ja erschrickt viele Fachkräfte, wie viele institutionelle Barrieren und unbewusste Vorurteile in den eigenen Einrichtungen existieren, die betroffene Familien ungewollt ausgrenzen.

Welche Rolle spielt die Reflexion der eigenen Haltung im Qualifizierungskurs?

Die Reflexion der eigenen Haltung ist das Fundament einer armutssensiblen Praxis, da sie pädagogischen Fachkräften hilft, unbewusste Vorurteile und mittelschichtorientierte Normen und Denkmuster im Kita-Alltag zu erkennen und zu hinterfragen. Erst durch diesen kritischen Blick auf das eigene Denken und Handeln können institutionelle Barrieren abgebaut und Stigmatisierungen im Umgang mit Familien vermieden werden. Die Reflexion der eigenen Haltung ermöglicht den Wechsel von einer defizitorientierten Sichtweise von Armutsmerkmalen hin zu einer wertschätzenden Perspektive, die die individuellen Talente der Kinder und Ressourcen der Familien in den Mittelpunkt stellt.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • SPI Praxis Akademie

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