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Wuppertal / Pressemeldung – 15.04.2021

#Klimastrategie Starkregengefahrenkarte 2.0 fürs Risikomanagement

Zweite Auflage: Mit einer weiter verbesserten Starkregengefahrenkarte 2.0, ergänzt durch ein Handlungs- und Verstetigungskonzept wollen Stadt und Stadtwerke die Folgen des Klimawandels besser in den Griff bekommen. Der neue, umfassende Service steht online zur Verfügung.

Dass der Klimawandel voranschreitet und auch in Wuppertal immer deutlicher spürbar wird, müssen auch die Menschen in Wuppertal erleben: Hitzerekorde in den vergangenen zehn Jahren, Orkane, die Bäume entwurzeln und sehr trockene Jahre sind keine Seltenheit mehr. Ein extremes Starkregenereignis mussten die Wuppertalerinnen und Wuppertaler am 29. Mai 2018 erleben. Oberbürgermeister Uwe Schneidewind: „Im Frühjahr 2018 zeigten sich die Auswirkungen des Klimawandels auch in Wuppertal ganz deutlich. Diese Phänomene werden noch zunehmen. Wir wollen darauf vorbereitet sein.“

Starkregenkarte fortgeschrieben

Die Stadt hatte im Jahr 2018 in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken (WSW Energie & Wasser AG) und der Dr. Pecher AG eine Starkregengefahrenkarte erstellt, die seit Dezember 2018 online ist. Sie zeigt Bereiche im Stadtgebiet, die durch Starkregen besonders betroffen sein können. Viele Bürgerinnen und Bürger haben in den vergangenen Jahren diese Karte als Informationsquelle genutzt.

Auf der Basis eines Leitfadens und mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW wurde nun mit dem Projekt „Starkregenrisikomanagement“ ein weiterer Baustein zur Bewältigung von negativen Klimafolgen abgeschlossen. Er umfasst eine Fortschreibung der Starkregengefahrenkarten, eine Risikoanalyse bei sensibler Infrastruktur sowie ein Handlungs- und Verstetigungskonzept.

Eigene Gefährdung abschätzen

Die Starkregengefahrenkarten 2.0 zeigen jetzt nicht nur die maximalen Wasserstände an jedem Punkt im Stadtgebiet Wuppertals, sondern geben auch Auskunft über Fließgeschwindigkeit und Fließrichtung. Im Bergischen Land kommt der Fließdynamik eine besondere Bedeutung zu. Sie kann das Schadenspotential erheblich beeinflussen. „Die Starkregengefahrenkarten wurden noch einmal deutlich verbessert und werden schon jetzt national und international als echte technische Innovationen viel beachtet. Mit dieser Informationsquelle können die Bürgerinnen und Bürger ihre eigene Gefährdung sehr gut abschätzen“, so Dezernent Frank Meyer. „Die WSW hat in der Vergangenheit ergänzend dazu Beratungen angeboten und wird dies auch weiterhin tun. Die Wuppertalerinnen und Wuppertaler können damit  technische Maßnahmen ergreifen und ihr Eigentum besser schützen“, so Christian Massing von der WSW Energie Wasser AG.

Eine Risikoanalyse auf der Basis einer stadtweiten Datenanalyse kombiniert die Wasserstände mit den Schadenspotentialen. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die so genannte sensible Infrastruktur gelegt, weil hier der Schaden besonders groß sein kann. Beispielhaft wurden einige städtische Kindertagestätten und Pumpwerke der WSW besonders intensiv betrachtet. Im Rahmen einer Ortsbegehung wurden die Stärken und Schwächen der bestehenden Infrastruktur erfasst, um Maßnahmenvorschläge ergänzt und in einer mehrseitigen Checkliste dokumentiert. Auch bei neuen Baumaßnahmen können die Information der Starkregengefahrenkarten 2.0 und die Erfahrungen der Risikoanalyse gut genutzt werden.

Handlungskonzept erarbeitet

Damit die Stadt die Auswirkungen des Klimawandels auch mittel- und langfristig nachhaltig verringern kann, wurde ergänzend ein Handlungskonzept erarbeitet. Die Ziele dienen der Hochwasser- und Starkregenvorsorge und dem Erosionsschutz, aber auch dem verminderten Oberflächenabfluss und der dezentralen Wasserrückhaltung. Entsprechende Maßnahmen sind in eine „Planungshinweiskarte zur Starkregenvorsorge“ eingeflossen.

Im Rahmen eines Verstetigungskonzeptes und für eine nachhaltige Stadtentwicklung soll das Thema „Multifunktionale Flächen“ oder auch die so genannte „blaugrüne Infrastruktur“ intensiver bearbeitet werden. Welche Grün-, Freiraum- und Verkehrsflächen können die Gefahren durch Starkregen und Hochwasser mindern, zur Speicherung von Wasser in Dürrezeiten dienen, die Hitzebelastung reduzieren und dennoch attraktive Aufenthaltsräume sein? Hier ist eine stadtweite Analyse unter Einbeziehung von Risiken wie beispielsweise Altlasten geplant. Die Ergebnisse sollen in einem digitalen „Werkzeugkasten“ einmünden. „Wir stellen uns der Verantwortung in Zeiten des Klimawandels und wollen unsere Stadt nachhaltig und zukunftssicher gestalten“, so der Oberbürgermeister Schneidewind.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Antje Zeis-Loi
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