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Wuppertal / Pressemeldung – 20.07.2021

Nach Hochwasser: Viel Lob, aber auch Schwachstellen in der Analyse

Hier finden sich alle Meldungen und Updates rund um die Flut und deren Folgen, die nach der Hochwasser-Nacht, 14./15. Juli, bis einschließlich zum 20. Juli veröffentlicht wurden.

Hinweis: An dieser Stelle wird es keine Aktualisierungen mehr geben. Für aktuelle Meldungen bitte auf der Homepage unter "Aktuelles" nachsehen oder diesem Link (Öffnet in einem neuen Tab) folgen.


Update Dienstag, 20. Juli, 20:50 Uhr: Weitere Hilfen für Beyenburg und Kohlfurth

Für ihre umfassende Information und Warnung der Bevölkerung haben Stadt und Wupperverband selbst überörtlich Lob erhalten. Die Analyse der Abläufe zeigt aber auch Schwachstellen, die jetzt aufgearbeitet werden, um aus dem Jahrtausend-Ereignis bestmöglich zu lernen.

In der Folge des Beyenburg-Besuchs von Oberbürgermeister Uwe Schneidewind, Krisenstabsleiter Johannes Slawig und Bezirksbürgermeister Andreas Bialas am Montag-Abend (19. Juli) wird aktuell logistische Unterstützung in den von der Wupperflut besonders betroffenen Orten Beyenburg und Kohlfurth aufgebaut.

Koordiniert von der Feuerwehr wird ab Mittwoch früh (20. Juli) in Beyenburg eine Betreuungseinheit der Hilfsorganisationen den Bewohnerinnen und Bewohnern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Außerdem wird das Jobcenter mit eigenem schweren, sonst für Qualifizierungsprojekte genutztem Gerät bei den Aufräumarbeiten helfen, denn die mit großem Einsatz ehrenamtlich dort tätigen Landwirte und Unternehmen müssen sich um ihre Ernten und Aufträge kümmern. Auch Material zur Bewältigung der massiven Schäden wurde nach Alt-Beyenburg gebracht.

Auch für den schwer getroffenen Bereich Kohlfurth bringt eine Einsatzleitung der Feuerwehr weitere Hilfe auf den Weg. Die Bundeswehr ist ebenfalls zur Unterstützung beider Stadtteile angefragt. Aktuell sind in Beyenburg neben vielen weiteren Helferinnen und Helfern junge Soldatinnen und Soldaten in ihrem Urlaub im Helfer-Einsatz.

Update Dienstag, 20. Juli, 18:40 Uhr: aus dem Jahrtausend-Ereignis lernen

Krisenstab und Feuerwehr der Stadt Wuppertal haben viel Lob für ihr Krisenmanagement während der Hochwasserflut bekommen. Zur Warnung der Bevölkerung wurden alle verfügbaren Instrumente eingesetzt: von ständig aktualisierten Medienmeldungen, Twitter und der NINA-WarnApp bis zu persönlichen Warnungen von sensiblen Einrichtungen und Obdachlosen. Als die Flutgefahr in der Nacht akut wurde, löste die Feuerwehr die Sirenen im Stadtgebiet aus. Polizei und Ordnungsamt fuhren mit Lautsprecherwagen durch die Bereiche entlang der Wupper.

In den Außenbereichen Alt-Beyenburg und Kohlfurth zeigt die Analyse der Abläufe allerdings Schwachstellen. Das Jahrtausend-Ereignis mit seiner katastrophalen Wucht war in dieser Größenordnung auch von den Experten nicht abzuschätzen. Fehlende Sirenen, fehlender Handyempfang und zeitweise ausgefallene Warn-Messpegel haben die ohnehin Hochwasser-gefährdete Situation direkt am Stausee noch zusätzlich verschärft. Hier muss jetzt engagiert nachgebessert werden. 

Neue Mess-Stelle, effektivere Warnung

Es muss alles getan werden, um die Menschen bei künftigen Starkregen-Ereignissen früher und wirksamer vor einem Hochwasser warnen zu können. Das ist eine wichtige Erkenntnis nach einem Ortstermin von Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig vor Ort in Beyenburg. Der Stadtteil war vom Starkregen und den daraus folgenden Überschwemmungen besonders stark betroffen. Bei dem Termin vor Ort hatten Anwohner den Wupperverband und das Krisenmanagement der Stadt kritisiert. Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Krisenstabsleiter Johannes Slawig hatten darauf eine gründliche Aufarbeitung aller vorausgehenden Abläufe und umfassende Unterstützung bei den laufenden Arbeiten zugesagt. Eine erste Analyse liegt heute, am Dienstag, 20. Juli, vor. Sie zeigt Verbesserungsnotwendigkeiten auf.

Die Beyenburger kritisierten besonders fehlende Vorwarnungen. In der Aufarbeitung der Ereignisse haben Stadt und Wupperverband eine Chronologie der Ereignisse erstellt. Demnach haben sich Prognosen des Deutschen Wetterdienstes vom 10. bis zum 14. Juli von Tag zu Tag in der Regenmengen-Vorhersage (pro 24 Stunden) weiterentwickelt, am 10. Juli bis zu 25 mm, bis zum 13. Juli mit bis zu 100 mm. Die tatsächlichen bis zu 160 mm am 14. Juli in zwölf Stunden waren nicht angekündigt. 

Auf die Prognosen reagierte der Wupperverband zusätzlich mit entsprechenden Warnungen im Hochwasserportal und E-Mails an die entsprechenden Stellen (Berufsfeuerwehr, Leitstelle, verschiedene städt. Adressen u.a.) sowohl am 13. wie auch am 14. Juli. 

Analyse und Konsequenzen

Die nachträgliche Prüfung aller Faktoren hat Schwachstellen aufgedeckt, die geprüft und behoben werden müssen. Zu diesem Schluss kommen Stadt und Wupperverband in ihrer Bewertung.

Eine Warn-Pegelmessstelle im Bereich Beyenburg gibt es bisher nicht. Die nächste Warn-Messstelle Kluserbrücke ist nach mehreren korrekt übermittelten Warnwerten aufgrund der zusammenbrechenden Telekommunikation zeitweilig nicht mehr abrufbar gewesen und ausgefallen. Im Bereich Beyenburg muss so schnell wie möglich, so Stadt und Wupperverband, eine zusätzliche Warn-Messstelle vorgesehen werden.

Unter Hochdruck muss eine Sirene aufgebaut werden

Weitere Erkenntnis: Bei ausgefallenen Kommunikationssystemen ist eine aktuelle Information über die Entwicklung und Warnungen an die Bewohner erschwert bis unmöglich. Die Wiedereinführung von Sirenen und weiteren Warnmöglichkeiten ist geplant und nun unbedingt mit Hochdruck voranzutreiben. 

Zudem wurden die Warnmeldungen des Wupperverbandes bei den adressierten Dienststellen nicht als so schwerwiegend gelesen. Dies möglicherweise auch deshalb, weil es bei keinem der Wetterereignisse der letzten Jahrzehnte in Beyenburg annährend vergleichbare schreckliche Folgen gegeben hat. Hier muss umgehend durch eine Einführung unmissverständlicher Warnstufen die Kommunikation abgesichert werden.

Mit allen Mitteln versucht, zusätzliche Schäden zu reduzieren

Die im Geschehensverlauf eingesetzte freiwillige Feuerwehr kam zum akuten Einsatzzeitpunkt dann in Folge vieler zur Sicherheit umgeparkter Fahrzeuge zum Haus Bilstein nicht mehr durch. 

Im gesamten Verlauf der Ereignisse wurde mit allen Mitteln versucht, durch Regulierungen im Wasserabfluss der Talsperren zusätzliche Schäden zu reduzieren. Die weiteren Analysen haben jedoch ergeben, dass zur weitgehenden Abwendung der Überflutung die Teilentleerung der Wupper-Talsperre bis zur Hälfte ihres Inhaltes erforderlich gewesen wäre, was in der nach Erkenntnis der Lage noch verbleibenden Zeit ohne massivste zusätzliche Schäden nicht mehr möglich war. 

Weiteres Vorgehen und Fazit:

Es müssen weitere Analysen aus diesem Jahrtausendereignis folgen und alle Verbesserungsmöglichkeiten umfassend  und so schnell wie möglich umgesetzt werden. Vor allem müssen die Möglichkeiten der Wetterdatenauswertung weiter entwickelt und ausgebaut werden, um die Bevölkerung frühzeitig und konkret warnen zu können. 

Allerdings muss auch festgestellt werden, dass ohne die regulative Wirkung der Talsperren die Schäden noch wesentlich größer ausgefallen wären. 

Update 16. Juli, 18:15 Uhr: Lage in Wuppertal entspannt sich weiter

Mit einem um zehn Zentimeter je Stunde sinkenden Pegelstand der Wupper, „nur“ noch 1,10 Meter über Normalstand, entspannt sich die Lange in Wuppertal am Freitag, 16. Juli, langsam. Gleichzeitig wird die Dimension der Schäden mit jedem freigepumpten Gebäude deutlicher. Alleine der Ersatz der überfluteten Maschinerie und Haustechnik des Opernhauses wird nach erster Einschätzung des Gebäudemanagements eine Dimension von mindestens sechs bis sieben Millionen Euro haben. Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Krisenstabsleiter Johannes Slawig begrüßten angesichts dieser Größenordnung die Aussagen von Bund und Land, die betroffenen Kommunen mit den Folgen des Jahrhundertereignisses nicht alleine lassen zu wollen. 

Schwer getroffen im Gebäudebestand der Stadt wurden außerdem unter anderem das Kolkmannhaus, die Volkshochschule Auer Schulstraße, Schauspielhaus und Wuppertaler Hof, außerdem einige Turn- und Sporthallen. Immerhin: Das Einwohnermeldeamt und die Stadtbibliotheken konnten heute den Betrieb wieder aufnehmen. Das Von der Heydt-Museum öffnet morgen, am Samstag, 17. Juli, wieder. Noch heute waren auch diverse städtische Gebäude ohne Strom (u.a. Haspel-Häuser, Verwaltungsgebäude Hans-Dietrich-Genscher-Platz). 
Pegelstands-Prognose des Wupperverbandes für Montag ist ein Absinken auf eine Wasserhöhe unter einem Meter, so dass Untersuchungen von Ufermauern, Schwebebahnfundamenten und Fernwärmeleitung beginnen könnten.

Jede Menge Hilfsbereitschaft

Bei der ersten koordinierten Aktion für freiwillige Helfer kamen am Donnerstagabend spontan fast siebzig Menschen zum Sandsackfüllen beim THW in Ronsdorf, so dass der Aufruf der Feuerwehr in den Sozialen Netzwerken schnell gestoppt werden konnte. „Der Wunsch, mit anzupacken und zu helfen ist riesig“ freut sich Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. „Das macht Mut und auch stolz auf diesen Gemeinschaftsgeist der Stadt.“ Allerdings bittet die Feuerwehr als Koordinierungsstelle für Helfereinsätze noch um ein wenig Geduld. Für viele Aufgaben ist es einfach noch zu früh, denn vor dem Aufräumen muss das Wasser noch weiter zurückgegangen sein, damit sichere Einsätze möglich sind. Geplant ist dann eine „Börse“ für Hilfsangebote und Unterstützungswünsche. 

Feuerwehr und Hilfsorganisationen arbeiten weiter am Limit. Mit weiteren unterstützenden Einheiten von außen rechnet Feuerwehr-Chef Ulrich Zander aktuell nicht, denn hier müssen die Städte und Regionen Vorrang haben, die noch viel schlimmer vom Hochwasser getroffen wurden als Wuppertal. Zander lobt ausdrücklich die Geduld der allermeisten Bürgerinnen und Bürger, die sich immer noch mit Wassereinbrüchen bei der Leitstelle melden. „Es gibt viel Verständnis für die Gesamtsituation und dafür, dass nicht allen gleichzeitig geholfen werden kann, sondern die Einsätze priorisiert werden müssen.“

Straßen und Verkehrstechnik

Die Reparatur der zahlreichen vom Wasser verursachten Straßenschäden läuft unter Hochdruck. In diesem Bereich konnte Verkehrsdezernent Frank Meyer leichte Entwarnung geben. „Es sind viele kleine und mittlere Schäden, aber Stand jetzt nichts Großes.“ Auch die Verkehrstechnik konnte weitgehend wieder in Betrieb gehen: Alle Ampeln an den Hauptverkehrskreuzungen laufen wieder, wenn auch noch nicht komplett synchronisiert. Ausnahme ist die noch stromlose Anlage am Brausenwerth, die aktuell die Ausfahrt der Busse vom zentralen Busbahnhof am Döppersberg erschwert. Auch kleinere Anlagen in den Außenbereichen sind teilweise noch ausgeschaltet. 

Wieder freigegeben wurde am Donnerstagabend die Kreuzung Alter Markt. Sie war aufgrund von Treibgut an der ehemaligen Fußgängerbrücke Gemarker Ufer vorsorglich am Mittwoch gesperrt worden. Probleme mit Treibgut gibt es stadtweit noch an vielen Brücken. Sie werden mit den sinkenden Pegelständen alle kontrolliert. Eine Brücke im Morsbachtal hat das Hochwasser komplett mitgerissen. Das Gerüst an der Baustelle Brücke Kabelstraße muss erneuert werden. Die Beyenburger Straße konnten wieder freigegeben werden. Auch für die B 7 im Bereich Opernhaus wird für heute (Freitag, 16. Juli) mit der Freigabe gerechnet. Weiterhin gesperrt ist die L 74 in Kohlfurth.

16. Juli, Update 15:20 Uhr: Erste Bilanz Engels-Haus

Das Museum Industriekultur Wuppertal hatte wohl Glück im Unglück: Die Schäden erweisen sich nach erster Inaugenscheinnahme als begrenzt. Allerdings müssen noch baufachliche und gutachterliche Begehungen stattfinden, um diese positive Einschätzung endgültig zu bestätigen. 

So sieht es an den einzelnen Standorten aus:
Das Kontor 91 ist auf Grund der allgemeinen Krisenlage bis Montag, 19. Juli 2021, geschlossen. Die Ausstellungsräume auf dem Werth sind ebenso wie der Keller trocken geblieben. 

Im Engels-Haus ist der Keller während des Unwetters vollgelaufen. Nachdem das Gebäudemanagement am Spätnachmittag mit Pumpen anrückte und das Wasser aus dem Haus hinausbefördern konnte, war eine ins Auge gefasste Exponatevakuierung nicht mehr notwendig. Der Keller muss nun trocknen und die Haustechnik sowie die Statik überprüft werden. Deshalb bleibt am Sonntag, 18. Juli 2021, das Engels-Haus zunächst geschlossen. Die Kombiführung im Engelsgarten kann leider ebenfalls nicht stattfinden. Die gute Nachricht ist, dass keines der einmaligen Ausstellungstücke beschädigt wurde.

Am Manuelskotten waren Mitglieder des Fördervereins im Einsatz, um den Teichabfluss zur Entlastung der Staumauer frei zu machen. Dazu wurde auch das Wasserrad des Kottens in Gang gesetzt. 

Das Bandwebermuseum und der Kalktrichterofen haben keine Schäden zu verzeichnen. Die zurzeit leergeräumte Remise des Museums für Frühindustrialisierung ist ebenfalls trocken geblieben. Insgesamt muss die Baustellensituation des Museums für Frühindustrialisierung noch begutachtet werden.

Da der Verwaltungsstandort in der Hofaue ebenfalls vom Hochwasser massiv betroffen ist, ist das Zentrum für Stadtgeschichte und Industriekultur zur Zeit nicht oder nur sehr eingeschränkt per Telefon und E-Mail erreichbar. Der Dank gilt allen Einsatzkräften und Helfern!

Update 16. Juli, 12:50 Uhr: Pegel an der Wupper sinkt

12:40: Der Wupperpegel ist derzeit noch 1 Meter 10 über normal. Momentan geht das Wasser um 10 Zentimeter pro Stunde zurück.

Update 16. Juli, 12:40 Uhr: Von der Heydt-Museum öffnet wieder

Das Von der Heydt-Museum Wuppertal öffnet wie gewohnt ab Samstag, 17. Juli, 11 Uhr, wieder für Besucher. Wegen des Hochwassers in Wuppertal war das Haus vorsorglich geschlossen worden. Führungen können wieder ganz normal stattfinden. 

Update 16. Juli, 10:40 Uhr: Autobahn wieder frei

Im Sonnborner Kreuz (A46/A535) sind wieder alle Verbindungen befahrbar. Zuvor hatte die Autobahn GmbH Rheinland wegen der Wetterlage drei Verbindungen gesperrt.

Update 16. Juli, 10 Uhr: Schwimmoper öffnet wieder

Die Schwimmoper ist ab 14 Uhr wieder geöffnet. Die durch die Überschwemmungen entstandenen Probleme konnten behoben werden.

Update 16. Juli, 09:40 Uhr: Bibliotheken wieder offen

Die Zentralbibliothek und die Stadtteilbibliotheken sind wieder zu den üblichen Öffnungszeiten erreichbar. 

Update 16. Juli, 7:00 Uhr: Lage entspannt sich

Die Lage in Wuppertal hat sich deutlich entspannt. Zur Zeit sind bei der Feuerwehr noch 172 Einsätze offen. Heute müssen weitere Keller ausgepumpt werden und einige Haushalte haben noch keinen Strom. die Linienbusse der WSW fahren wieder, allerdings kann es auf der ein oder anderen Strecke Umwege geben, da noch immer einige Straßen gesperrt sind. Das betrifft zur Zeit auch noch die B7 in Höhe Opernhaus.  

Update 15. Juli, 18:40 Uhr: Kreuzung Alter Markt voraussichtlich morgen wieder frei

 Die Kreuzung am Alten Markt, die heute vorsorglich gesperrt wurde, kann voraussichtlich morgen wieder freigegeben werden. Durch den gesunkenen Pegel wird das Treibgut keinen Schaden mehr an dem Bauwerk anrichten können. Damit ist der Verkehrsfluss wieder gewährleistet.

Update 15. Juli, 18:10 Uhr: „Großer Dank für die Hilfsbereitschaft“

Auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis alle Schäden erkannt und beseitigt worden sind, so haben sich Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Krisenstabsleiter Johannes Slawig bei den vielen Helferinnen und Helfern bedankt.

Schon in der Nacht hatte sich Oberbürgermeister Uwe Schneidewind an vielen Stellen ein Bild vom Hochwasser gemacht: „Was ich gesehen habe, gibt Kraft und Mut für das jetzt noch zu Leistende! Die vielen Einsatzkräfte haben über viele Stunden sehr viel leisten müssen und ich habe die Dankbarkeit der Bürgerinnen und Bürger für diesen Einsatz gespürt. Viele Bürgerinnen und Bürger möchten auch selbst helfen und mit anfassen und das wollen wir auch ermöglichen.“ 

Von über 850 Meldungen, die der Leitstelle der Feuerwehr gemeldet wurden, waren am späten Nachmittag mehr als 650 durch die Feuerwehr bereits abgearbeitet. Leider können zahlreiche vollgelaufene Keller erst abgepumpt werden, wenn der Pegel der Wupper weiter sinkt. 

„Derzeit sinkt der Wupper-Pegel etwa fünf Zentimeter in der Stunde,“ berichtet Krisenstabsleiter Johannes Slawig. „Bei dieser Geschwindigkeit können noch am Abend die ersten vollgelaufenen Keller leer gepumpt werden. Dass das möglich ist, verdanken wir auch der Unterstützung des Technischen Hilfswerks und Feuerwehrkräften aus anderen Städten. Auch die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den vergangenen 24 Stunden sehr viel geleistet. Ihnen allen und der großen ehrenamtlichen Unterstützung möchte ich danken!“

Bis alle Haushalte mit Strom versorgt sein werden, kann es noch dauern. Am Abend sollen erste Linienbusse wieder fahren, morgen soll dort, wo möglich der normale Linienbetrieb wiederaufgenommen werden. Die Schwebebahn wird an diesem Wochenende noch nicht fahren können, dafür sollen Ersatzbusse fahren. 

Schneidewind und Slawig hoffen jetzt auch auf eine deutliche finanzielle Unterstützung durch Bund und Land. 

Update 15. Juli, 17:50 Uhr: Feuerwehr arbeitet Schadensmeldungen nach und nach ab

Die Wassermassen haben im Stadtgebiet ihre Spuren hinterlassen: Viele Keller und Untergeschosse stehen noch voll Wasser. Die Feuerwehr arbeitet die Schadensmeldungen nach und nach ab. Zunächst werden Krankenhäuser, Altenheime und soziale Einrichtungen versorgt, anschließend kommen Privathaushalte an die Reihe. Alle, die eine Meldung hinterlassen haben, werden berücksichtigt. Bislang hat die Feuerwehr seit gestern mehrere hundert Einsätze aufgrund der Überflutungen absolviert.

Update 15. Juli, 16:20 Uhr: Kontor 91 und Engelshaus bleiben vorerst geschlossen

Das Kontor 91 ist aufgrund der allgemeinen Krisenlage bis einschließlich Montag, 19. Juli, geschlossen. Der Keller im Engels-Haus ist überflutet und wird im Laufe des Tages ausgepumpt. Am Sonntag, 18. Juli, bleibt das Engels-Haus geschlossen. Die für 11 Uhr geplante Kombiführung im Engelsgarten kann leider nicht stattfinden. Wann ein Besuch des Engels-Hauses wieder möglich ist, hängt von der Schadensbegutachtung ab.

Das Stadtarchiv ist zum Glück trocken geblieben.

Da der Verwaltungsstandort des Museums Industriekultur Wuppertal ebenfalls vom Hochwasser massiv betroffen ist, ist das Zentrum für Stadtgeschichte und Industriekultur zurzeit weder per Telefon noch per E-Mail erreichbar. 

Update 15. Juli, 16:10 Uhr: Vorsicht vor Stromschlag in überfluteten Kellern

Nach und nach wird die Stromversorgung in den vom Starkregen betroffenen Stadtteilen wieder hergestellt und frei geschaltet. Die Stadt bittet dringend darum, trotzdem weiter sehr vorsichtig zu sein und besonders den Keller nur aufzusuchen, wenn sichergestellt ist, dass dort nichts defekt ist, was Strom führt. Es besteht die Gefahr, einen Stromschlag zu bekommen.

Update 15. Juli, 16 Uhr: Stadtwerke zu Busverkehr und Stromversorgung

Zahlreiche Straßen in Wuppertal sind noch unpassierbar. Die  Verkehrsleitzentrale der Stadtwerke ist ebenfalls von Wasserschäden betroffen und deshalb noch weitgehend außer Betrieb. An eine Aufnahme des Bus-Verkehrs ist aktuell noch nicht zu denken. Wegen der Schäden an einigen Haltestellen ist eine Aufnahme des Schwebebahnverkehrs am Wochenende nicht möglich. Die Kundencenter am Wall und Alten Markt haben ebenfalls mit Wasserschäden und Stromunterbrechung zu kämpfen und bleiben mindestens heute noch geschlossen.

In Sachen Strom hat zunächst die provisorische Trasse an der Brücke Kabelstraße Sorgen bereitet. Mit viel Aufwand konnten Kabel und Versorgung gesichert werden. In der Nacht vor der prognostizierten Flutwelle sind rund 140 Stationen entlang der Wupper außer Betrieb genommen worden. Das führte zu einer Versorgungsunterbrechung entlang der Wupper, die derzeit noch andauert. Auch Teile der Barmer und Elberfelder Innenstadt sind betroffen. Teams der WSW Netz sind seit Stunden unterwegs, untersuchen Stationen auf Schäden und schalten diese bei negativem Befund zu. So werden die Bereiche sukzessive wieder mit Strom versorgt. Diese Arbeiten werden noch mindestens über den Tag hinweg andauern. Die Versorgung mit Trinkwasser ist ungefährdet. 

Update 15. Juli, 15:50 Uhr: A46/A535: Kurzfristige Sperrungen im Sonnborner Kreuz

Die Autobahn GmbH teilt mit: Im Sonnborner Kreuz (A46/A535) sind aktuell drei Verbindungen gesperrt. 

  • von der A46 aus Düsseldorf kommend ist keine Abfahrt nach Sonnborn möglich,
  • von der A46 aus Düsseldorf kommend ist keine Überfahrt auf die A535 nach Essen möglich,
  • von der A535 aus Essen kommend ist keine Abfahrt nach Solingen möglich.

Teile des Bauwerkes sind momentan überschwemmt. Die Autobahn GmbH Rheinland gibt die Verbindungen so schnell wie möglich wieder frei.

Update 15. Juli, 15:15 Uhr: Von der Heydt-Museum Wuppertal bleibt am 15. und 16. Juli geschlossen

Nachdem das Technische Hilfswerk das Von der Heydt-Museum in der Nacht zum 15. Juli wegen der über die Ufer getretenen Wupper rundum gesichert hat, bleibt das Museum vorerst am 15. und 16. Juli geschlossen – vorsorglich, falls der Pegelstand des Hochwassers noch nicht erreicht ist. Im Nebenkeller unter dem Museums-Atelier ist etwas Grundwasser eingetreten, aber dadurch sind keine Schäden entstanden. Die Sicherungsmaßnahmen laufen weiter, zumal der Strom zeitweise ausgefallen war, was mittlerweile behoben ist. Auch die Kunsthalle Barmen bleibt vorerst am 15. und 16. Juli geschlossen. 

Update 15. Juli, 12:40 Uhr: Kreuzung Alter Markt gesperrt

In diesen Minuten wird die Kreuzung am Alten Markt in Barmen komplett gesperrt. Die Kreuzung befindet sich auf einer Wupperbrücke und ist nicht mehr passierbar. Damit ist eine der wichtigsten Knotenpunkte in Barmen auf der Tal-Achse nicht mehr befahrbar. Autofahrer sollten generell die B7 im Tal meiden und auf Straßen auf den Höhen ausweichen.   

Hunderte Einsätze werden abgearbeitet

Voraussetzung ist, dass nicht weitere Regenfälle einsetzen. Erst dann können Feuerwehr und Hilfskräfte auch damit beginnen, Wassereinbrüche entlang der Talsohle abzuarbeiten. Mehrere hundert Einsätze sind derzeit noch offen. Aktuell wird in den Bereichen jenseits der hauptbetroffenen Talsohle abgepumpt. Dabei erhält Wuppertal Unterstützung von 150 Feuerwehrkräften aus Recklinghausen. Im Einsatz sind außerdem 60 Kräfte des Technischen Hilfswerks. 

Glück gehabt: Keine Menschen kamen zu Schaden

Die vorsorglich vom Netz genommenen Stromverteilerstationen können erst nach dem Sinken des Pegelstandes nach und nach wieder in Betrieb gehen. Der Krisenstab der Stadt bittet um Geduld. Die gute Nachricht von heute Morgen: Glücklicherweise gibt es in Wuppertal keine Meldungen über Personenschäden.

Dank an Einsatzkräfte

Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Krisenstabsleiter Johannes Slawig dankten am Morgen im Krisenstab den Einsatzkräften für ihre großartige Arbeit in der Nacht. Weiterhin baten sie alle Bürger um Vorsicht. Die Bereiche der Talsohle sollen möglichst gemieden werden. Viele Straßen sind noch nicht passierbar. 

Straßen unpassierbar, Busbetrieb betroffen, Dienststellen ohne Strom

Auch der Busbetrieb ist betroffen. Etliche Dienststellen der Stadt, darunter das Einwohnermeldeamt am Steinweg, öffentliche Einrichtungen und Bereiche im Stadtgebiet sind noch ohne Strom und deshalb nicht arbeitsfähig. Termine, soweit möglich, sollten verschoben werden. Die Geschäftsstellen des Jobcenters sind wegen Stromausfall und Überflutungen zurzeit nicht erreichbar. Auch der Verkehr (Ampeln, Busse) ist betroffen. In Parks und Wäldern ist Vorsicht geboten: Der Regen hat den Boden durchweicht, Bäume sind möglicherweise nicht mehr standsicher.

Schäden sichten

Der Grüne Zoo war ebenfalls vom Stromausfall betroffen, kann aber inzwischen öffnen. Die für heute geplante Eröffnung der Aralandia-Anlage muss verschoben werden. Auch die Schwimmoper bleibt bis morgen Mittag zu. Die Einrichtungen der Stadtbibliothek Wuppertal können heute aufgrund der Unwetterauswirkungen ihren Betrieb leider nicht aufnehmen. Gleiches gilt für das Von der Heydt-Museum, das derzeit noch ohne Strom auskommen muss. Die Erhebung der Schäden an Gebäuden und Straßen wird noch Zeit in Anspruch nehmen.

Update 12:50 Uhr: Sporthalle überschwemmt

Die Sporthalle Adlerbrücke, Unterdörnen, ist überschwemmt und kann bis auf weiteres nicht genutzt werden. 

Sperrmüllabfuhr an den Wochenenden

Um den durch die Überflutungen zerstörten Hausrat kostenlos entsorgen zu können, wird die Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH (AWG) mit Hilfe des Eigenbetriebs Straßenreinigung Wuppertal (ESW) ab dem kommenden Wochenende versuchen, den herausgestellten Sperrmüll einzusammeln. Die AWG bittet um Verständnis, dass die Sperrmüllmengen nur sukzessive abgearbeitet werden können, da die standardmäßige haushaltnahe Abfallsammlung gesichert werden muss. Die AWG wird diesen Service an diesem Wochenende wie auch an den folgenden Wochenenden anbieten. Eine Anmeldung und telefonische Anfragen dazu sind nicht erforderlich. Die AWG bittet eindringlich darum, ausschließlich nur den durch das Unwetter verursachten Sperrmüll herauszustellen.

Durch das Unwetter angesammelter Schlamm und Schutt kann an den 4 AWG Recyclinghöfen kostenfrei angeliefert werden. Bürger werden gebeten, ausschließlich die durch das Unwetter entstandenen Schlamm- und Schuttmengen anzuliefern.

Chronologie der Nacht

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