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WuppertalWirtschaft & Stadtentwicklung

Kaufhof

Eine Schlüsselimmobilie im Wandel

Künstlerische Gestaltung von Schaufenstern im ehemaligen Kaufhofgebäude

Schaufenstergalerie

Am 30.09.2025 startete die Schaufenster-Galerie im ehemaligen Kaufhof. Unter dem Motto „Kunst ohne Konsum – Reichtum für die Sinne“ präsentieren sechs in einem Juryverfahren ausgewählte Wuppertaler Künstler*innen ihre Werke.

Kunstliebhaber*innen, Passant*innen und Neugierigen waren zur Eröffnung eingeladen. Es fand ein inspirierender Gang um das ehemalige Kaufhof-Gebäude statt, um die entstandenen Kunstwerke in den Schaufenstern zu betrachten. Die Künstler*innen stellten ihre Arbeiten, den zahlreich erschienen Besucher*innen vor. 

Die Werke sind bis mind. Ende Januar 2025 zu sehen und werden, vor allem in der dunklen Jahreszeit, den Straßenraum erhellen und attraktivieren. 

Schaufenstergalerie

Das gibt es zu sehen

Schaufenster Neumarktstraße
Mit seinem Projekt „CYMK“ beschäftigt sich Jan Birkenbeul mit Fassadenelementen des Kaufhofgebäudes und hat eine skulpturale Arbeit entworfen, die sich mit visuellen und räumlichen Wahrnehmungsperspektiven sowie dem Wandel städtischer Räume auseinandersetzt. Mit seiner Installation „In einem anderen Licht“ beleuchtet Daniel Havekost, Studierender der Bergischen Universität, die Wirkung und Bedeutung von Mode und Kleidung für unser individuelles Selbstverständnis. Die Wuppertaler Künstlerin Philine Halstenbach entwirft mit ihrem Beitrag „Enough Stuff“ ein Modell für eine gemeinwohlorientiert Nutzung des gesamten Kaufhofgebäudes: ein Second-Hand Einkaufszentrum als interkultureller Begegnungsort. SupaKnut Heimann gestaltet aus dem großen Fundus seiner Sammlung von Plastiktüten aus Wuppertaler Geschäften seine raumgreifende Installation „Plastiktüte“, die Konsum- und Stadtgeschichte mit persönlichen Erinnerungen Wuppertaler Bürger*innen und ökologischem Diskurs verknüpft.

„In einem anderen Licht“ Daniel Havekost
„CYMK“ Jan Birkenbeul
"Plastiktüte" SupaKnut Heimann
„Enough Stuff“ Philine Halstenbach

Schaufenster Grünstraße

Basierend auf Kindheitserinnerungen an Besuche des Kaufhofs und der dort angebotenen Waren hat Jan Koemmet eine Galerie exotischer Früchte zusammengestellt. In seinem Beitrag „Früchtchen aus aller Welt“ setzt er Abbildungen farbenfroher exotischer Früchte neben Informationen zu deren Klimawandel-Fußabdruck.

Pink Büchsenschütz’s Plakatkampagne zur Bundestagswahl hat zuletzt bundesweit für Aufsehen gesorgt. Das aktuelle Werk für Elberfeld schafft mit Wortspielen Bedeutung zwischen den Zeilen, die zum Nachdenken über Konsum und nachhaltige Stadtentwicklung anregen.

"Früchtchen aus aller Welt", Jan Koemmet
Pink Büchsenschütz

Stadtverwaltung und Stadtpolitik bemühen sich um eine Revitalisierung des zu großen Teilen leerstehenden Kaufhofgebäudes

Im Zuge der Kaufhof-Schließungswelle, die im Sommer 2023 angekündigt wurde, hat der Bund über das Förderprogramm Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren zusätzliche Gelder in Ausschicht gestellt. Diese sollen die Programmkommunen bei der Herausforderung unterstützen, mit den großen Leerständen in ihren Innenstädten umzugehen. Die Stadt Wuppertal hat sich um eine Aufstockung von 500.000 € bemüht und diese bewilligt bekommen. Mit diesen Mitteln können Machtbarkeitsstudien, Zwischennutzung und Gestaltungsideen für das Umfeld finanziert werden. Durch die Machbarkeitsstudien wird die Entscheidungsfindung des Stadtrats für ein kommunales Engagement vorbereitet und unterstützt. 

Das Kaufhofgebäude als Schlüsselimmobilie der Elberfelder City

Das Kaufhofgebäude am Neumarkt verkörpert die Geschichte der Warenhäuser in Deutschland. Gegründet wurde es vom Unternehmer Leonhard Tietz, der 1889 ein erstes Warenhaus in Elberfeld eröffnete. Der Neubau am Neumarkt von 1912 durch den Architekten Wilhelm Kreis galt bei seiner Eröffnung neben dem Düsseldorf Tietz-Warenhaus als der größte und bedeutendste „Tempel des Konsums“ in Westdeutschland. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das Haus wie auch das ganze Unternehmen in der sogenannten „Arisierung“ in die „Westdeutsche Kaufhof AG“ umgewandelt. Aus dieser ging dann der Galeria-Konzern hervor. Nach der Kriegszerstörung wurde in den Jahren 1959/1960 zum Neumarkt eine verglaste Rasterfassade vorgehängt. Zur Neumarktstraße ist die historische Fassade noch erhalten. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. 

Notwendigkeit öffentlichen Engagements

Innerhalb der Logik des Zentralen Versorgungsbereichs Hauptzentrum Elberfeld stellte das Warenhaus mit dem Kaufhaus Peek & Cloppenburg und dem Fachmarkt Mediamarkt den Gegenpol zum Döppersberg und dem Shoppingcenter City-Arkaden dar. Im Einzelhandels- und Zentrenkonzept 2020 der Stadt Wuppertal wurde die Galeria Kaufhof Filiale als Magnetbetrieb eingeordnet. Städtebaulich stellt die Immobilie einen Abschluss der Einkaufsstraße Wall dar, an der historisch verschiedene Kauf- und Warenhäuser angesiedelt waren. Ein Großteil dieser Gebäude sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten mit einem Mixed-Use-Konzept umgestaltet worden. 

Aufgrund dieser Bedeutung ist eine Wiedernutzung des Gebäudes im öffentlichen Interesse. Sollte eine rasche Revitalisierung des Gebäudes nicht gelingen, droht ein langfristiger Leerstand der Immobilie - zumindest in den Obergeschossen. Das Erdgeschoss würde - wie derzeit durch einen Non-Food-Discounter - ggf. noch in Teilen kurzfristig vermietet werden. Es droht dadurch ein Trading-Down-Prozess, der sich auch massiv auf das Umfeld der Elberfelder Innenstadt auswirkt. 

Wichtig ist dabei - die Immobilie gehört nicht der Stadt Wuppertal

Beschluss des Stadtrats vom 17.02.2025

Ansätze zur Revitalisierung der Immobilie

Zwischennutzung der Erdgeschossflächen

Zwischen dem Sommer 2023 und dem Schließungsdatum im Frühjahr 2024 hat sich die Stadt um eine Zwischennutzung der Immobilie bemüht. Dabei wurden verschiedene Varianten von einer Nutzung der Schaufenster bis zu Zwischennutzung des Erdgeschosses durchdacht. Durch die Börse - das Kommunikationszentrum Wuppertal - wurde ein Konzeptpapier dazu erarbeitet. Auch andere Kulturakteure haben über eine Zwischennutzung nachgedacht. 

Der Eigentümer der Immobilie hat allerdings eine kommunale Zwischennutzung der Erdgeschossflächen abgelehnt. Stattdessen wird derzeit ein Teil der Fläche von einem Non-Food-Discounter genutzt. 

Kunst im Kaufhoffenster

Standortanalyse Zentralbibliothek

Phase 0 Stadtbibliothek

Wirtschaftlichkeitsberechnung und Nutzwertanalyse

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

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