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Wuppertal / Rathaus & Bürgerservice

Bodenbelastungskarte Wuppertal

Die Schadstoffbelastung von Wuppertaler Böden wird in sog. Bodenbelastungskarten dargestellt. Sie geben Auskunft über die lokale Hintergrundbelastung und werden in der behördlichen Aufgabenwahrnehmung genutzt.

Im Jahr 2007 wurden erstmals die Schadstoffgehalte der Wuppertaler Böden flächenhaft in Bodenbelastungskarten (BBK) dargestellt. Eine Aktualisierung erfolgte im Jahr 2017 (s. unten). Zusammen mit den Informationen zu Altstandorten und Altablagerungen bilden die BBK eine wichtige Arbeitsgrundlage für die Untere Bodenschutzbehörde (UBB). Beispielsweise können sie bei Gefährdungsabschätzungen, bei der Aufstellung von Bauleitplänen, beim Liegenschaftsverkehr und bei der Altlastenauskunft genutzt werden.

Für die unterschiedlichen Nutzungen in der Stadt Wuppertal (Wald, Acker, Grünland, Wohngebiete) wurden repräsentative Standorte ausgesucht. Hier wurden Mischproben entnommen und auf Schadstoffe untersucht (z. B. Blei). Mittels einer Interpolation wurden im nächsten Schritt flächenhafte Karten zur Schadstoffbelastung erstellt. Die Interpolation ermittelt auf rechnerischem Weg die fehlenden Schadstoffgehalte für die nicht untersuchten Flächen in der Stadt Wuppertal. Wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Die Nutzungsgeschichte ist in Wuppertal der prägende integrale Indikator für die flächenhafte Bodenbelastung. Insbesondere die alten Siedlungsgebiete können hohe Belastungen aufweisen. Die jüngeren Wohnnutzungen (Wohngebiete ab 1949) zeigen dagegen eine vergleichbare Belastung wie Flächen im Außenbereich.
  • Das Schwermetall Blei (Pb) ist die Hauptbelastungskomponente, mit deutlichem Abstand folgt der organische Schadstoff Benzo(a)pyren (BAP). Die restlichen Schadstoffe spielen nur eine untergeordnete Rolle.
  • In der Kernzone entlang der Wupper (Talachse zwischen Barmen und Elberfeld) sind Bodenbelastungen aufgrund der Nutzungshistorie besonders ausgeprägt. In anderen alten Siedlungsbereichen (z. B. Ronsdorf) sind auch erhöhte Bodenbelastungen zu finden, jedoch in einer abgeschwächten Form.

Darüber hinaus gibt es weitere Ergebnisse, die für die Wuppertaler Bürgerinnen und Bürger von Bedeutung sind:

  • Die Landwirtschaftsflächen sind am geringsten belastet und es liegen dort keine Prüfwertüberschreitungen nach der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) vor. Regionale landwirtschaftliche Produkte dürften daher mit den untersuchten Schadstoffen auch nicht belastet sein.
  • Im Wald liegen in der obersten Bodenschicht (0-5cm) erhöhte Schadstoffgehalte vor. Die Prüfwerte für Wald-/Parkanlagen aus dem Bodenschutzrecht werden deutlich unterschritten, so dass für Spaziergänger keine Gefahr besteht. Bei der Errichtung von Waldspielplätzen ist jedoch aufgrund der hohen Nutzungssensibilität (Kinder) eine Prüfung der konkreten örtlichen Belastungssituation angebracht. Auch Pilze aus heimischen Wäldern sollten nicht übermäßig verzehrt werden.

Hintergrundbelastung

Aufgrund der langen Wuppertaler Industriegeschichte ist die Hintergrundbelastung der Böden erhöht und die Vorsorgewerte der BBodSchV werden großflächig überschritten. Für den Schadstoff Arsen existiert in der BBodSchV zudem auch kein Vorsorgewert. Daher wurden lokale Hintergrundwerte für Arsen, Blei, Zink und BAP abgeleitet, die bei bodenschutzrechtlichen Aufgaben (z. B. Auf- und Einbringung von Bodenmaterial) die Vorsorgewerte ersetzen können.

Gebietsbezogene Beurteilungswerte

Aufgrund der großflächigen erhöhten Bleibelastungen wurden sogenannte gebietsbezogene Beurteilungswerte (gBW) für Kinderspielflächen (gBW = 400 mg/kg) und Wohngebiete (gBW = 800 mg/kg) abgeleitet. Diese basieren auf die lokalen Wuppertaler Rahmenbedingungen, wie z. B. die reale Nutzung der Flächen, die Luftbelastung mit Staubniederschlägen und Schwebstäube sowie der typischen Bindungsform von Schadstoffen im Boden. Sie erfassen so auch die Wuppertaler Gefahrensituation realer und konkreter als die Prüfwerte der BBodSchV, ohne den Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger zu vernachlässigen.

Herr Reinhard Gierse
Wissenschaftl. Sachbearb./in

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