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Wuppertal / Rathaus & Bürgerservice

Radon

2004 wurde eine deutschlandweite Kartierung der Radonaktivitäts-Konzentration in der Bodenluft unter besonderer Berücksichtigung der geologischen Verhältnisse durchgeführt. In Wuppertal wurden dafür keine Messungen gemacht, die Berechnungen ließen aber eine Radonbelastung in Wuppertaler Böden vermuten. Obwohl es (noch) keine gesetzlichen Grenzwerte gibt, ließ das Ressort Umweltschutz deshalb vorsorglich für das Stadtgebiet weitere Messungen durchführen, die zumindest eine Abschätzung des Radonpotentials für bestimmte Stadtgebiete erlauben. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden am 15.05.07 dem Umweltausschuss vorgestellt.

Was ist Radon und warum ist es gefährlich?

Verschiedene epidemiologische Studien haben eindeutig die krebserregende Wirkung von Radon in Innenräumen belegt. Radon stellt nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs dar. Man geht davon aus, dass in Deutschland jährlich ca. 1.900 Lungenkrebsfälle auf erhöhte Radonkonzentrationen in Innenräumen zurück zuführen sind.

Radon ist ein natürliches radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran entsteht. Es ist die Hauptquelle der natürlichen radioaktiven Strahlung und überall verteilt. Die Höhe der Konzentration in Innenräumen ist im wesentlichen vom Radonangebot im Boden, der Durchlässigkeit des Bodens und somit von den geologischen Bedingungen, der Beschaffenheit des Kellers bzw. der Bausubstanz, den Lüftungsgewohnheiten und den Druckunterschieden (Kamineffekt) abhängig.

In Deutschland existieren keine verbindlichen Regelungen zur Radonkonzentrationen in Gebäuden und in der Bodenluft. Im Entwurf für ein Radonschutzgesetz (2004) ist ein Zielwert für die Innenraumluft für Neu- und Altbauten genannt. Für die Radonaktivität in der Bodenluft werden drei Klassen von Vorsorgegebieten vorgeschlagen, die auch Grundlage für die Bewertung in Wuppertal sind.

Wo gibt es in Wuppertal Radonaktivität?

Grundsätzlich gilt, dass die tatsächliche Radonbelastung eines Hauses nur durch eine Raumluftmessung ermittelt werden kann, da diese nicht nur von den natürlichen Randbedingungen abhängt, sondern auch von der Bausubstanz wesentlich beeinflusst wird.

Zur Orientierung für die Bürgerinnen und Bürger Wuppertals hat das Ressort Umweltschutz eine Karte erstellt, die die Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft darstellt. Diese Konzentrationen konnten natürlich nicht flächendeckend gemessen werden, sondern wurden aus 48 stichprobenartigen Messwerten, der Gesteinsart und anderen Faktoren errechnet. Deshalb ist es auch nicht möglich, die Belastung für ein konkretes Grundstück anzugeben. Trotzdem können folgende Empfehlungen abgegeben werden:

Vernachlässigbare Radonkonzentrationen (grau)

Hier sind die Radonkonzentrationen in der Bodenluft niedrig, nur lokal können erhöhte Werte auftreten. Der Flächenanteil des Stadtgebiets mit niedrigen Radonkonzentrationen beträgt ca. 27,6 %. Radonmessungen in Gebäuden sind nur in Einzelfällen notwendig, z.B. in älteren Häusern, nicht unterkellerten Häusern oder in Häusern, in denen Natursteine als Konstruktionsmaterial verwendet wurden.

Radonvorsorgegebiet I (RVG I, hellgelb)

Die Radonkonzentrationen liegen geringfügig höher, auch hier können lokal erhöhte Werte auftreten. Vom RVG I ist ein Flächenanteil des Stadtgebiets von ca. 35,5 % betroffen. Radonmessungen in Gebäuden sind z.B. in älteren Häusern, nicht unterkellerten Häusern oder in Häusern, in denen Natursteine als Konstruktionsmaterial verwendet wurden, sinnvoll.

Radonvorsorgegebiet II (RVG II, dunkelgelb)

In diesem Gebiet sind die Radonkonzentrationen erhöht. Hier können neben älteren Gebäuden auch neuere Häuser erhöhte Raumluftkonzentrationen aufweisen, beispielsweise wenn die Bausubstanz Mängel aufweist. Hier ist eine Fläche von 33,8 % betroffen. Bei diesen Gebäuden werden Raumluftmessungen empfohlen.

Radonvorsorgegebiet III (RVG III, rot)

Erhöhte Radonkonzentrationen wurden auf einer Fläche von 4,2 km², das sind 2,5 % des Stadtgebiets, nachgewiesen. Hier sind Raumluftmessungen dringend zu empfehlen.

Wie kann eine mögliche Radonbelastung gemessen werden?

Zur Untersuchung der Radonaktivitätskonzentration in der Raumluft bieten sich passive Langzeitmessungen an. Der Preis für die Messgeräte (Exposimeter) einschließlich der Auswertung beträgt weniger als 40,-€.
Vor eventuell erforderlichen Sanierungsmaßnahmen sollte die Bausubstanz berücksichtigt werden, spätestens jedoch wenn mehr als 100 Bq/m³ Radon in der Raumluft nachgewiesen wurde. Je nach Wohnung bzw. Gebäude sollten mehrere Exposimeter ausgelegt werden.
Mit der Bewertung der Radonsituation in einem Gebäude sollen nur Büros und Institutionen beauftragt werden, die einschlägige Erfahrungen aufweisen und in ein behördliches Programm zur Qualitätssicherung der Radonmessungen eingebunden sind (Bundesamt für Strahlenschutz 2007).

Bei der Beantwortung weiterer Fragen zur Messung, Sanierung und Vorsorge werden Ihnen die rechts aufgeführten Links helfen. Hier finden Sie Hinweise zu Messungen, Gebäudesanierungen usw.

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Herr Hans-Georg Schmitz
Teamleiter

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Bildnachweise

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