Ozon

Das bodennahe Ozon wirkt auf Lebewesen in erhöhter Konzentration als Reiz- oder Schadgas. Beim Menschen äußert sich dies in Form von verstärktem Hustenreiz, Augenbrennen, Müdigkeit, Kopfschmerzen sowie einer Beein-trächtigung der Lungenfunktion. Pflanzen reagieren ebenfalls auf erhöhte Ozonwerte. Es kann zum Absterben der Blätter und zur Verminderung des Wachstums kommen (Ernteeinbußen, Waldsterben).

Gesundheitliche Auswirkungen

Je nach Ozon-Konzentration und physischer Konstitution der betroffenen Personen können unterschiedliche gesundheitliche Wirkungen auftreten.

 

Relevant für die gesundheitsgefährdende Wirkung sind die körperliche Belastung und die Zeitdauer der Ozoneinwirkung (Expositionsdauer). Denn wer sich körperlich anstrengt, atmet mehr und tiefer. Je länger und aktiver man sich im Freien bewegt, desto mehr Ozon nimmt der Körper auf. Die sogenannten Risikogruppen (Kleinkinder, ältere und kranke Menschen) sind besonders empfindlich und reagieren entsprechend stärker auf eine erhöhte Ozonbelastung.

 

Zum Schutz der Bevölkerung vor der schädlichen Wirkung erhöhter Ozonkonzentra-tionen hat der Gesetzgeber Richt- bzw. Schwellenwerte erlassen, die in der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (39.BImSchV) aufgeführt sind. Dort werden drei Werte genannt:

  • der Zielwert von 120 µg/m³ (berechnet als 8-Stunden-Mittelwert) bedeutet, dass diese Konzentration in Ozon-belasteten Gebieten als obere Belastungsgrenze anzustreben ist. Dieser Wert entspricht dem Vorsorgewert der Weltgesundheits-organisation (WHO). Bis zu einer Konzentration von 120 µg/m³ ist bei gesunden Menschen nach derzeitigem Kenntnisstand nicht mit gesundheitlichen Beeinträch-tigungen zu rechnen. Ab einer Konzentration von 120 µg/m³ können durch-schnittlich empfindliche Menschen gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Ozon erfahren, wobei u. a. Augen- und Atemwegreizungen sowie Kopfschmerzen auftreten können. Sportliche Dauerleistungen im Freien sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
  • Bei einer Überschreitung des Informationsschwellenwertes von 180 µg/m³ wird die Bevölkerung durch die zuständigen staatlichen Stellen über die Medien (Rundfunk) aktuell informiert. Ab 180 µg/m³ können Augenreizungen, Beeinträchtigung der Lungenfunktion und Kopfschmerzen auftreten. Anstrengende Tätigkeiten im Freien sollten vermieden werden. Risikogruppen sollten ihren Aufenthalt im Freien einschränken.
  • Der Alarmschwellenwert beträgt 240 µg/m³. Bei Überschreitung dieses Wertes wird die Bevölkerung durch die zuständigen staatlichen Stellen über die Medien (Rundfunk) aktuell informiert. Ab 240 µg/m³ kann es zu Leistungs-beeinträchtigungen, Tränenreiz und vermehrten Asthmaanfällen kommen. Der Aufenthalt im Freien sollte grundsätzlich eingeschränkt werden, Risikogruppen sollten in den Wohnungen bleiben.

 

Wie entsteht Ozon?

Das bodennahe Ozon wird nicht durch eine Schadstoffquelle freigesetzt, sondern ist das Folgeprodukt mehrerer, teilweise recht komplexer chemischer Umwandlungs-prozesse in der Atmosphäre. Bodennahes Ozon entsteht im Wesentlichen durch die Reaktion von Stickstoffoxid (NOx) und den flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), den sogenannten Vorläuftersubstanzen, unter Beteiligung des Sonnenlichtes. Dieser Reaktion bedarf es einiger Stunden, in denen die Vorläufersubstanzen über größere Entfernungen transportiert werden können.

 

Die Ozonkonzentration zeigt einen deutlichen Tagesgang mit minimalen nächtlichen Werten und maximalen Konzentrationen am späten Nachmittag. Hohe verkehrliche Belastung und intensive Sonneneinstrahlung steigern die Ozonbildungsrate erheblich. Durch die Luftströmung können die Ozon-Vorläufersubstanzen und das bereits gebildete Ozon über größere Entfernungen in verkehrsarme Wohngebiete bzw. Reinluftgebiete transportiert werden, so dass sich auch dort hohe Ozonkonzentrationen aufbauen können.

 

Die Ozon-Vorläufersubstanzen sind jedoch nicht nur für die Ozonbildung tagsüber verantwortlich, sondern sie führen in der Nacht auch zu dessen Abbau. Hohe Schadstoffkonzentrationen in verkehrsreichen Gebieten führen zu einem raschen nächtlichen Ozon-Abbau an den Belastungsschwerpunkten. In Reinluft- bzw. in reinen Wohngebieten sind i.d.R. geringere Schadstoffkonzentrationen vorhanden. Der nächtliche Ozonabbau erfolgt dort langsamer. Deshalb können langanhaltend hohe Ozonbelastungen gerade in verkehrsarmen Gebieten auftreten.

 

 

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