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Wuppertal / Rathaus & Bürgerservice

Klimapartnerschaft Wuppertal-Matagalpa

Die Stadt Wuppertal und ihre nicaraguanische Partnerstadt Matagalpa haben eine Klimapartnerschaft gegründet. Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel sind die beiden zentralen Themenschwerpunkte dieser Partnerschaft. Umweltverwaltung und Fachexperten stehen dazu in regelmäßigem Kontakt und haben ein gemeinsames Handlungsprogramm erarbeitet, welches schrittweise umgesetzt wird.

Der Klimawandel in Matagalpa

Der Klimawandel ist auch in Matagalpa deutlich spürbar:

  • Die zeitliche Abfolge von Regen- und Trockenzeiten haben sich in den letzten Jahren zunehmend verschoben. Für die Menschen ist besonders problematisch, dass es immer häufiger zu langen Trockenperioden und unerwarteten Regenzeiten kommt.
  • Die veränderten klimatischen Verhältnisse schwächen die Widerstandskraft der Pflanzen und fördern die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten, z.B. der Pilzerkrankung an Kaffeepflanzen.
  • Gleichzeitig werden immer häufer bedrohliche Starkregenereignisse registriert. Dies führt zu einem schnellen Ansteigen der Wasserpegel in den zahlreichen, kleinen Gewässern, die in den Rio Grande de Matagalpa münden. Unter ungünstigen Bedingungen kann es sehr schnell zu Überschwemmungen in der Stadt Matgalpa führen. Die Siedlungen in der Nähe des Flusses sind davon besonders gefährdet.
  • Abholzungen und Brandrodungen haben in der Vergangenheit zum Verlust von größeren Waldflächen geführt. Die Böden im Einzugsgebiet der Fließgewässer verlieren damit ihre Fähigkeit, wasser zu speichern. Die Hochwassergefahr wurde dadurch zusätzlich gesteigert.

Diesen Gefahren wollen die beiden Städte Wuppertal und Matagalpa entgegenwirken und gemeinsame Projekte umsetzen. Mit Hilfe von Fördergeldern aus dem NaKoPa-Programm wurden bereits wichtige Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. Weitere sollen folgen.

Blick in eine Baumschule

Hochwasserrisikomanagement, Aufforstungen und Umweltbildung in Matagalpa

Es wurde bereits viel erreicht:

Ein Frühwarnsystem warnt die Menschen jetzt rechtzeitig vor Überschwemmmungen im Stadtgebiet von Matagalpa. Das System registriert den Wasserpegel in zahlreichen Zuflüssen des Rio Grande de Matagalpa und alarmiert die Einsatzzentrale der Stadt Matagalpa. Die Menschen in den gefährdeten Gebieten haben dadurch deutlich mehr Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Das Frühwarnsystem konnte bereits gute Dienste leisten, z.B. während des Tropensturms Nate.

Arbeitsgruppe in der Baumschule

Baumschulen sind wichtig für Aufforstungen

Im Rahmen des Projektes wurden mehrere Baumschulen eingerichtet, die zur Anzucht von Jungpflanzen genutzt werden. Diese Pflanzen werden benötigt, um entwaldete Flächen und Hänge in erosionsgefährdeten Gebieten aufzuforsten. Die Aufforstungen leisten langfristig einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz, weil sie wertvollen Boden festhalten und damit die Wasserspeicherfunktion in den Einzugsgebieten der Flüsse verbessern.

Aufforstungsaktion mit Jugendlichen

Aufforstungen sollen langfristig vor Hochwassergefahren schützen

Parallel dazu wurde die Bevölkerung in zahlreichen Veranstaltungen, Fortbildungen und Ausstellungen über den Wert der Bäume und anderer natürlicher Ressourcen informiert. Pflanzaktionen mit Kindern und Jugendlichen sollen dazu beitragen, die Bevölkerung langfristig vom Nutzen der Bäume zu überzeugen.
Zahlreiche Bauern sind bereits durch die Stadt Matagalpa mit effizienten, holzsparenden Kochherden ausgestattet worden. Auf diese Weise soll unkontrollierter und übermäßiger Holzeinschlag verhindert werden.

Das nächste Projekt ist in Vorbereitung

Die zunehmende Trockenheit und Starkregen stellen die Menschen in den landwirtschaftlichen Gebieten von Matagalpa vor große Herausforderungen:

Bodenerosion und der Verlust von wertvollen Ackerböden gefährden langfristig die Existenz zahlreicher Kleinbauern.

Im Rahmen eines weiteren Nakopa-Projektes sollen daher folgende Ziele umgesetzt werden:

  • Die Versorgung der Landbevölkerung mit sauberem Wasser soll verbessert werden. Zu diesem Zweck sollen Wasserspeicher installiert werden. Regenwasser soll aufgefangen und in Trockenzeiten zur Bewässerung zur Verfügung stehen.
  • Ein System aus Erdwällen, kleinen Terrassen und Wasserleitungen soll das Wasser sinnvoll verteilen.
  • Kleine, dezentrale Mustergärten sollen angelegt werden. Dort sollen angepasste Anbaumethoden erprobt und Informationsveranstaltungen durchgeführt werden.
  • Ein bereits vorhandenes Gebäude im Norden der Stadt soll langfristig als Umweltbildungszentrum genutzt werden. Die beiden Partnerstädte wollen ein tragfähiges Konzept für dessen Nutzung erarbeiten und erproben.

Dieses Proojekt kann nur umgesetzt werden, wenn die notwendigen Fördermittel bewilligt werden.

Fördergelder machen die Umsetzung erst möglich

Gefördert wurden bzw. werden die Projekte durch Engagement global/Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit ubnd Entwicklung (BMZ).

Mit der Bereitstellung der Gelder sollen Projekte gefördert werden, die zur Nachhaltigen Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte (Nakopa) beitragen.

Frau Susanne Varnhorst
Sachbearbeiter/in

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