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Wuppertal / Rathaus & Bürgerservice

Lärmaktionsplan

Hier können Sie sich informieren, wie der Lärm in Wuppertal reduziert werden kann. Zukünftig werden Ihnen die Ergebnisse der Lärmaktionsplanung auf diesen Seiten vorgestellt.

Was bedeutet Lärmaktionsplanung?

Lärmaktionspläne sollen eine Lärmminderung in besonders belasteten Gebieten erreichen. Dazu können die Gemeinden in den Plänen bestimmte Maßnahmen festlegen und Prioritäten für deren Realisierung setzen.

 

Das Hauptziel der Planung ist eine höhere Lebensqualität in den Städten. Konkret geht es darum, potenziell gesundheitsgefährdende Lärmbelastungen zu vermeiden, Belästigungen zu verringern und den Bewohnern der Städte einen ungestörten Schlaf zu ermöglichen.

Lärmsituation in Wuppertal

Hauptlärmverursacher ist in Wuppertal der Straßenverkehr. Der Eisenbahnverkehr ist der zweitstärkste Verursacher, die Schwebebahn folgt an dritter Stelle. Die Auswirkungen durch industrielle Anlagen sind im Vergleich zum Straßen- und Schienenverkehr weitaus geringer. Diese Effekte gelten bis auf eine Ausnahme sowohl für das Tagesmittel, als auch für die Nachtstunden (vgl. nachfolgende Abbildungen). Die eine Ausnahme zeigt sich für den Eisenbahnverkehr. Im Vergleich zum Straßenverkehrslärm sind hier nachts nahezu siebenmal so viele Menschen erheblichen Lärmbelastungen von LNight > 70 dB(A) ausgesetzt.

Betroffenenvergleich zwischen Lärmverursachern im Tagesmittel (LDEN)

 

Diagramm als Download

Betroffenenvergleich zwischen Lärmverursachern in den Nachtstunden (LNight)

 

Diagramm als Download

Die Schwerpunkte bei der Lärmbelastung aus dem Straßenverkehr liegen vor allem in der Talachse der Wupper und hier insbesondere auf den Straßen der zentralen Bereiche in Barmen, Heckinghausen und Oberbarmen. Zudem weisen die aus den Hanglagen in den Talbereich verlaufenden Verbindungen verstärkt Lärmprobleme auf. Dies sind …

 

  • im Norden der Talachse: die Düsseldorfer Straße (B 7), Hochstraße, Gathe, Carnaper Straße, Steinweg, Klingelholl, Oststraße, Westkotter Straße, Wichlinghauser Straße, Schwarzbach, 
  • im Süden der Talachse: Neviandtstraße, Cronenberger Straße, Steinbeck und Augustastraße.

Während sich erhebliche Lärmbelastungen und Lärmbetroffenheiten durch den Straßenverkehr auf mehrere Straßen und städtische Bereiche erstrecken, treten Lärmbelastungen und Lärmbetroffenheiten im Eisenbahnverkehr ausschließlich in den Stadtbezirken Elberfeld, Barmen und Heckinghausen entlang der Talachse auf. Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf für lärmmindernde Maßnahmen im Eisenbahnverkehr. Im Hinblick auf den Eisenbahnlärm hat die Stadt Wuppertal keine Einflussmöglichkeiten, da der Betrieb und die Anlagen nicht in die kommunale Zuständigkeit fallen. Somit bleibt der Stadt v.a. das Gespräch mit der DB AG und dem Eisenbahnbundesamt zu suchen.

Umwelt/Lärm/Lärmschutzschild

Wie kann der Lärm gemindert werden?

Der städtische Lärmaktionsplan verfolgt verschiedene, sich ergänzende Strategien zur Minderung des Verkehrslärms:

  • Bündelung von Kfz-Verkehr auf Hauptverkehrsstraßen und / oder Verlagerung des Verkehrs in weniger sensible Bereiche,
  • verträglichere Abwicklung des Verkehrs durch gedrosselte Geschwindigkeiten und einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss,
  • Vermeidung von Kfz-Verkehr durch die Förderung des öffentlichen Verkehrs, den Fuß- und Radverkehr, 
  • Reparatur/Sanierung/Erneuerung von Straßen mit schadhaften Oberflächen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt

Die Maßnahmen des Lärmaktionsplanes stellen Empfehlungen aus Sicht des Lärmschutzes dar. Diese Empfehlungen müssen weiteren, detaillierteren Prüfungen unterzogen werden, bevor letztendlich die Entscheidung für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen getroffen werden kann. Hierzu gehört beispielsweise bei Tempo 30 die Einzelfallprüfung jedes Abschnittes auf seine rechtliche Zulässigkeit. Diese Prüfung wird von der zuständigen Straßenverkehrsbehörde durchgeführt. Zudem müssen auch die erforderlichen finanziellen Mittel zur Umsetzung der Maßnahmen bereit stehen. Dies unterstreicht noch einmal den empfehlenden Charakter des Lärmaktionsplanes. Ein individueller Rechtsanspruch auf bestimmte Lärmminderungsmaßnahmen ergibt sich durch den Lärmaktionsplan nicht.

Empfehlung für kurzfristig umzusetzende Maßnahmen

Kurzfristig für eine Umsetzung empfohlen werden folgende in der nachfolgenden Tabelle und Abbildung zusammengefasste Maßnahmen. Sie zeichnen sich im Wesentlichen dadurch aus, dass sie eine hohe akustische Wirksamkeit bei gleichzeitig hohem Handlungsbedarf für lärmmindernde Maßnahmen aufweisen.

Empfehlung für mittelfristig umzusetzende Maßnahmen

Mittelfristig für eine Umsetzung zu empfehlende Maßnahmen besitzen im Vergleich zu den für eine kurzfristige Umsetzung empfohlenen Maßnahmen geringere akustische Wirkungen und / oder einen geringeren Handlungsbedarf. Die entsprechenden Maßnahmen sind der nachfolgenden Tabelle und Abbildung zusammengefasst.

Empfehlung für mittelfristig umzusetzende Maßnahmen

Empfehlung für mittel- bis langfristig umzusetzende Maßnahmen

Alle weiteren Lärmminderungsmaßnahmen wurden für eine mittel- bis langfristige Umsetzung empfohlen (siehe nachfolgende Tabelle und Abbildung).

Empfehlung für mittel- bis langfristig umzusetzende Maßnahmen

In der Prioritätenreihung nicht berücksichtigt wurden die bereits umgesetzten Fahrbahnsanierungen

 

  • Briller Straße zwischen Ottenbrucher Straße und Nützenberger Straße,
  • Cronenberger Straße zwischen Hatzenbecker Straße und Graf-Adolf-Straße,
  • Dahler Straße zwischen Haus Nr. 50 und Jesinghauser Straße,
  • Haeseler Straße zwischen Hammersteiner Allee und Blücherstraße,
  • Gewerbeschulstraße zwischen Hausnummer 93 und Hausnummer 119,
  • Lüttringhauser Straße zwischen Erbschlöer Straße und Geranienstraße,
  • Nützenberger Straße zwischen Vogelsaue und Briller Straße,
  • Weinberg-Opphofer Str. zwischen Uellendahler Straße und Am Schnapsstüber,
  • Westkotter Straße zwischen Bachstraße und Klingelholl.

Eine komplette Auflistung aller potentiellen Maßnahmen zur Lärmminderung finden Sie im Lärmaktionsplan, der für Sie über diese Internetseite zur Verfügung steht.

Langfristige Strategie

Die meisten voran genannten Maßnahmen können bei einer Umsetzung kurz- bis mittelfristig Lärmminderungen erreichen. Städtebauliche Maßnahmen und Maßnahmen zur Förderung des Umweltverbundes wirken sich eher langfristig positiv auf die Lärmsituation aus.

 

Die Stadtentwicklungsplanung kann die Entstehung und Ausbreitung von Lärm durch kompakte Siedlungsstrukturen mit ausgewogener Nutzungsmischung und durch die Festsetzung von lärmmindernden Detailmaßnahmen im Rahmen der Bauleitplanung beeinflussen. Das Ziel sollten langfristig „lärmrobuste“ Strukturen sein.

 

Die Wirkung von Maßnahmen zur Förderung des Rad-, Fuß- und öffentlichen Verkehrs sowie des betrieblichen Mobilitätsmanagements und Parkraum-managements läßt sich nur schwer in Dezibel ausdrücken. Da diese Maßnahmen jedoch langfristig eine umweltfreundliche und lärmarme Alternative zur Kfz-Nutzung bieten, ist ihnen eine hohe Priorität einzuräumen und sie sind kontinuierlich umzusetzen.

 

Die Lärmaktionsplanung ist eine Daueraufgabe. Spätestens alle fünf Jahre ist eine Überprüfung und ggf. Aktualisierung notwendig. Für die Fortschreibung der Lärmaktionsplanung wird empfohlen, die sich mit einer veränderten Straßenraum-gestaltung bietenden Handlungsmöglichkeiten zur Lärmminderung durch Rückbau überdimensionierter Kfz-Verkehrsflächen zu analysieren und entsprechende Empfehlungen zu erarbeiten.

 

Die Lärmaktionsplanung ist eine querschnittsorientierte Planung. Sie soll für städtische und regionale Planungen Anregungen zur Lärmvermeidung und zur Lärmminderung geben. Daher ist zukünftig die wechselseitige Einbindung der Lärmaktionsplanung in die Stadtentwicklungsplanung und die Regionalplanung erforderlich. Häufig wirken sich Maßnahmen zur Lärmminderung auch positiv auf die Verkehrssicherheit und die Luftreinhaltung aus. Da im Gegensatz zum Lärm für die Luftschadstoffkonzentrationen die Einhaltung fester Grenzwerte vorgeschrieben ist, kann eine gemeinsame Planung auch die Durchsetzung lärmmindernder Maßnahmen erleichtern.

Umwelt/Lärm/Finger Pssst

Was kann Jeder selbst tun?

Auch jeder Einzelne kann durch sein eigenes Verhalten zu einer Lärmsenkung beitragen:

 

  • Eine langsamere und stetige Fahrweise trägt durch geringere Abroll- und Motorgeräusche zur Lärmminderung bei und spart Benzin.
  • Jeder Autofahrer kann sein Auto mit lärmarmen Reifen leiser machen.
  • Wer auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umsteigt, verringert den Verkehrslärm insgesamt.
Frau Helga Bennink
Altlastensanierung, GIS-Systeme, Lärm

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