Es wurden zwei Büros beauftragt, die die Verwaltung bei der Erarbeitung des Konzeptes unterstützen. In einem Vergabeverfahren wurden die Büros mobildenker GmbH (Öffnet in einem neuen Tab)für den verkehrsplanerischen Aspekt und die Gesellschaft für Bürgergutachten (Öffnet in einem neuen Tab) mit Expertise in Beteiligungsprozessen ausgewählt und beauftragt.
Informationsveranstaltung 19.02.2025
Die erste Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibende, Initiativen und Politik fand am 19.02.2025 in der alten Feuerwache statt. In der ganzen Stadt wurden über Plakate an den Schwebebahnstationen und Litfaßsäulen und Flyer an vielen verschiedenen Stellen auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht. Auch sind Mitarbeiterinnen der Verwaltung unterwegs gewesen und haben Personen vor Ort persönlich angesprochen und eingeladen. Über 80 Menschen sind der Einladung gefolgt. Sie wurden an dem Abend über das kommende Parkraumkonzept informiert und das erste Mal aktiv ein den Prozess eingebunden. Die beiden Büros stellten sich der Öffentlichkeit vor und erklärten gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt welche Ziele das Parkraumkonzept verfolgt, wie genau es erstellt wird und wie man sich beteiligen kann. Im Rahmen eines Impulsvortrages wurden den Teilnehmenden Quizfragen zum ruhenden Verkehr gestellt. Sie wurden auch gebeten, aufzuschreiben, was sie mit der Nordstadt und dem Luisenviertel verbinden. Zuletzt sollten die Teilnehmenden den Verkehr dort in drei Worten beschreiben.
Die Vorträge des Abends und die Ergebnisse der Abfragen können Sie der Gesamtpräsentation entnehmen.
Sogar die WDR Lokalzeit Bergisches Land hat am 20.02.2025 berichtet (Öffnet in einem neuen Tab) (ab Minute 12:46).
Onlinebeteiligung vom 19.02. - 19.03.2025
Die erste Onlinebeteiligung fand vom 19.02. - 19.03.2025 statt. Bürgerinnen und Bürger konnten ihre Probleme, Bedarfe und Ideen zur Parkraumsituation einbringen. Über 300 Einträge sind eingegangen!
Alle Einträge können hier eingesehen werden: Online-Beteiligung zum Parkraumkonzept Wuppertal - Talbeteiligung (Öffnet in einem neuen Tab)
Die Auswertung kann hier heruntergeladen werden: Auswertung der Onlinebeteiligung - Stand 08/25 (Öffnet in einem neuen Tab)
Befahrung mit Cityscannern
Im Mai erfolgte eine detaillierte Bestandsaufnahme im Gebiet.
Hierzu wurden Parkplätze im öffentlichen Raum erfasst. Auch werden kritische Stellen und Gefahrenpunkte sowie die Breite der Gehwege und Fahrbahnen erfasst.
Auch wurden geparkte Fahrzeuge mit Hilfe eines Cityscanners erfasst. Das ist ein normaler PKW, mit Kameras und Sensoren ausgestattet. Die Methode hilft viel schneller zu erkennen, wann und wo in dem Gebiet geparkt wird. Dies lässt Vermutungen zu, welche Menschen den Parkraum nutzen. Wenn zum Beispiel das gleiche Auto immer um 2 Uhr nachts und an einem Zeitpunkt tagsüber gescannt wird, handelt es sich womöglich um einen Menschen der in dem Quartier lebt. Wenn ein anderes Auto immer nur werktags von 9 - 17 Uhr gescannt wurde, handelt es sich womöglich um jemanden der dort arbeitet.
Die Fahrzeuge wurden an zwei Werktagen, das heißt Dienstag – Donnerstag, einem Samstag und einem Sonntag, jeweils zu unterschiedlichen Tages- und auch Nachtzeiten gescannt. Ferien oder Feiertage wurden berücksichtigt, um alltägliche Situationen einzufangen. Die Fahrzeuge wurden anonym erfasst, das heißt es lassen sich keine Rückschlüsse auf einzelne Personen ziehen.
Die Daten zeigen: Es ist voll auf den Straßen. Sogar so voll, dass mehr Autos gezählt wurden, als eigentlich Parkplätze da sind. Zum Beispiel indem Menschen ihre Autos dort parken, wo sie es eigentlich nicht dürfen oder wenn zwei kleinere Autos auf einen Parkplatz passen. In der Nordstadt wird deutlich, dass dort an den Wochentagen und am Wochenende überwiegend Bewohnerinnen und Bewohner parken. Die meisten Besucherinnen und Besucher sind wochentags zwischen 10 und 18 Uhr anzutreffen. Im Luisenviertel überwiegen auch Autos von Menschen die dort leben. Die Zahl der Besuchenden ist aber etwas höher als die in der Nordstadt.
Austausch mit Stakeholdern
Am 31.03.25 haben wir unterschiedliche Akteure aus der Stadt eingeladen, um über deren Interessen und Erwartungen an das Parkraumkonzept zu sprechen. Unter anderem waren Parkhausbetreiber, Anbieter von Mobilitätsalternativen wie LimeBike Germany oder cambio CarSharing, die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder auch Vereine wie der Allgemeine deutsche Fahrradclub (ADFC) oder Fuss e.V. da. Deutlich wurde, dass alle ganz unterschiedliche Interessen vertreten, die es in dem Parkraumkonzept zu einen gilt.
Austausch mit Politik
Vertreterinnen und Vertreter des Ausschuss für Verkehr, der Bezirksvertretung Elberfeld und des Seniorenbeirates kamen am 13.05.25 im Rathaus Elberfeld zusammen, um sich über den aktuellen Stand des Parkraumkonzeptes zu informieren und erste Ideen und Vorschläge einzubringen.
Planungsspaziergänge im Luisenviertel, der Mirke und dem Ölberg
Um die Onlinebeteiligung zu vertiefen und mit den Menschen vor Ort über Probleme und erste Lösungsideen zu sprechen, fanden in den jeweiligen Vierteln Planungsspaziergänge statt. Damit auch ein Perspektivwechsel stattfinden kann, hatten wir einen Rollator und ein Tiefsehrohr dabei. Letzteres half uns, den Straßenraum aus Kindersicht wahrzunehmen.
Am 27.06. trafen wir uns um 18:30 Uhr mit ca. 20 Personen am Laurentiusplatz. Die Perspektiven waren ganz unterschiedlich: Anwohnende, die Möglichkeiten zum Parken ihres Pkws brauchen, Gewerbetreibende, die sich um ihre Kund*innen und Gäste sorgten und Besuchende, die sich fragen, wieso überhaupt Autos in das Luisenviertel fahren dürfen. Auch politische Vertreter*innen waren anwesend und hörten aufmerksam zu und schilderten ihre Sicht.
In der Mirke kamen am 01.07. um 17:00 hauptsächlich Anwohnende zum Treffpunkt am Carnapsplatz. Mit über 20 Teilnehmenden haben wir uns die schmalen Gehwege angeschaut und Lösungen diskutiert. Die Ideen reichten von Abstellplätzen für Fahrräder über ausgewiesene Lieferzonen bis hin zur Verfügung stellen von privaten Parkflächen. Auch hier waren politische Vertreter*innen wieder anwesend. Auch unsere Gebärdendolmetscher*innen wurden gebraucht.
Um 14:00 Uhr trafen wir uns mit über 20 Anwohnenden und politischen Vertreter*innen am 02.07. am Schusterplatz. Auch hier waren die Diskussionen ähnlich wie in der Mirke. Zusätzlich wurden hier Bewohnerparkbereiche diskutiert. Der Deutschlandfunk an den Spaziergang begleitet. Hören Sie für einen Eindruck in den Spaziergang gerne in den Bericht vom 10.07 rein: Verkehrsplanung - Wie ein neues Parkraumkonzept Wuppertal spaltet
Die Diskussionen zeigen deutlich, wie vielfältig und auch gegensätzlich die Interessen sind. Wir stehen nun vor der Herausforderung, einen fairen Ausgleich zwischen den Bedürfnissen zu finden.
Workshops mit Schulen
Um auch die Perspektive von Kindern und Jugendlichen in die Planung einzubeziehen, fanden mit einer vierten Klasse der Grundschule Marienstraße und einer siebten Klasse der Hermann-von-Helmholtz Realschule Workshops statt. Was die Kinder und Jugendlichen mit Parken zu tun haben? Es hat sich gezeigt: Eine ganze Menge!
In der Grundschule lag der Fokus stark auf sichere Schulwege. Die Kinder zeigten uns in einer Begehung wo sie sich unsicher fühlen, wo Gehwege teils komplett zugeparkt sind, so dass sie zu Fuß oder mit dem Rad auf die Straße ausweichen müssen und gaben und konkrete Hinweise zu weiteren Gefahrenstellen und Wünsche und Ideen für Verbesserung. Zum Beispiel, dass die Mülltonnen nicht auf dem Gehweg , sondern auf der Fahrbahn rausgestellt werden sollten.
Der Fokus der Realschüler*innen lag eher auf den Themen Aufenthaltsqualität und Treffpunkte. Sie wünschen sich mehr Räume zum Zusammenkommen. In den Begehungen hat sich oft gezeigt, dass falsch abgestellte Fahrzeuge oder quer auf dem Gehweg geparkte eScooter nicht als problematisch wahrgenommen werden.
Neue Möglichkeiten mit den Platzmacherinnen - Ein Projekt zur temporären Straßenraumgestaltung
Vom 23.06. bis 31.07.2025 wurden zehn Parkplätze auf dem Ölberg in Orte für Menschen, Pflanzen und Fahrräder verwandelt. Warum? Um darüber ins Gespräch zu kommen, wofür wir unseren Straßenraum nutzen wollen. Zum Parken? Für Pflanzen? Für Menschen? Für was ganz anderes? Wir konnten also herausfinden, welche Bedürfnisse der Ölberg hat.
Interviews mit ausgewählten Einrichtungen im Gebiet
Über den Sommer und Herbst hinweg fanden mit Vertreterinnen und Vertretern von knapp 30 ausgewählten Einrichtungen im Gebiet Interviews statt. Unter den Einrichtungen waren beispielsweise Restaurants, Bekleidungsgeschäfte, Friseure, Handwerksbetriebe und soziale Einrichtungen.
Durch die Interviews galt es herauszufinden, wie die Einrichtungen die aktuelle Situation bewerten und welche Bedürfnisse sie für die Entwicklung des Parkraumes haben. Die Interviews haben sehr deutlich gezeigt, dass die drei Viertel, Mirke, Ölberg und Luisenviertel, unterschiedliche Bedürfnisse haben. Deshalb braucht es in dem Zusammenhang kein pauschales Parkraumkonzept, sondern kleinräumigere Lösungen. In einem sind sich die Viertel jedoch einig: Es braucht eine bessere Ordnung und Leitung des Parkens.
Workshops mit zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern
Am 15.11. und 22.11. fanden Workshops mit zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern statt. Wir haben insgesamt 2.100 Menschen angeschrieben, um mit 75 von ihnen über das Parkraumkonzept zu sprechen und Maßnahmen zu überlegen.
Am 15.11. ging es um das Luisenviertel und am 22.11. um die Nordstadt. In den beiden Workshops wurde deutlich, dass die Teilnehmenden die Situation in ihren Quartieren unterschiedlich, teils sogar ganz gegensätzlich, bewerten. Insbesondere in einer Gruppenarbeit in Kleingruppen wurde sichtbar, wie herausfordernd es ist, zu gemeinsamen Lösungen zu kommen. Die Teilnehmenden aus dem Luisenviertel betonten, dass viele aktuellen Regelungen grundsätzlich sinnvoll wären, ihre Wirkung aber oftmals an regelwidrigem Parken scheitert. Im Workshop zur Nordstadt legten die Teilnehmenden besonderen Wert auf zusätzliche Parkmöglichkeiten, etwa durch Öffnung bestehender Parkhäuser oder durch Kooperationen mit Supermärkten.
Detailworkshop mit zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern
An einem Samstagvormittag im April fand ein weiterer Workshop mit zufällig ausgewählten Bewohnerinnen und Bewohnern des Gebietes statt. Von 450 angeschriebenen Personen sind 17 der Einladung gefolgt und kamen im katholischen Bildungswerk am Laurentiusplatz zusammen, um in die Rolle von Verkehrsplanerinnen und -planern zu schlüpfen. Auf Plänen sollten sie zuvor definierte Maßnahmen verorten und an einer Beispielstraße den konkreten Straßenraum planen. Neben Parkplätzen wurden Radbügel, Querungsstellen und Bäume verortet.
Auch in diesem Workshop wurde deutlich, dass es nicht die eine richtige Lösung gibt. Es wurde aber deutlich, dass sich die Teilnehmenden eine ausgewogene Mischung in ihren Straßen wünschen: Es soll nicht alles mit Autos beparkt werden, sondern es soll auch noch Platz zum barrierefreien Gehen und Radfahren bleiben. Bäume und Sträucher sollen ebenfalls bedacht werden, vor allem mit Blick auf die heißen Sommer.